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Projektierer will geplante Standorte verschieben
Fünf Windräder auf dem Hellerkopf

Fünf Windräder sind auf dem Hellerkopf in Nenkersdorf geplant.
  • Fünf Windräder sind auf dem Hellerkopf in Nenkersdorf geplant.
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ihm Nenkersdorf/Grissenbach. Auf der Bürgerversammlung in Nenkersdorf in der vergangenen Woche gab es keine große Debatte über die Windkraftplanung oberhalb der Dörfer auf dem Hellerkopf. Über zwei Windräder auf Nenkersdorfer Gebiet informierte der Beigeordnete Andreas Fresen. Eventuell komme noch ein weiteres in Grissenbach in Frage, sagte Nenkersdorfs Ortsbürgermeisterin Corie Hahn. Fest steht: Ein positiver Vorbescheid des Kreises liegt für zwei Anlagen vor. Tatsächlich aber plant die Firma wpd onshore aus Bremen weiterhin mit den ursprünglich angedachten fünf Windrädern. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der SZ. „Nach aktuellem Stand umfasst die Planung weiterhin fünf Windenergieanlagen. Ein Antrag wird aktuell vorbereitet.

ihm Nenkersdorf/Grissenbach. Auf der Bürgerversammlung in Nenkersdorf in der vergangenen Woche gab es keine große Debatte über die Windkraftplanung oberhalb der Dörfer auf dem Hellerkopf. Über zwei Windräder auf Nenkersdorfer Gebiet informierte der Beigeordnete Andreas Fresen. Eventuell komme noch ein weiteres in Grissenbach in Frage, sagte Nenkersdorfs Ortsbürgermeisterin Corie Hahn. Fest steht: Ein positiver Vorbescheid des Kreises liegt für zwei Anlagen vor. Tatsächlich aber plant die Firma wpd onshore aus Bremen weiterhin mit den ursprünglich angedachten fünf Windrädern. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der SZ. „Nach aktuellem Stand umfasst die Planung weiterhin fünf Windenergieanlagen. Ein Antrag wird aktuell vorbereitet.“

Den Vorbescheid, für den nur die Belange Planungsrecht und Bundeswehr (Konflikt mit der Luftüberwachung in Erndtebrück) geprüft wurden, hat man für Anlagen des Typs Vestas V162-5.6MW mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einer Gesamtbauhöhe von 247 Metern erhalten. Die Anlagen werden eine Nennleistung von 5 bis 6 Megawatt haben.

Konflikt mit Radareinrichtungen der Bundeswehr abgezeichnet

Der Konflikt mit den Radareinrichtungen der Bundeswehr hatte sich für drei Anlagen im Prüfverfahren abgezeichnet. Er sei aber mit einer „Standortverschiebung in der gesamten Fläche lösbar“, heißt es aus Bremen. „Eine potenzielle Beeinflussung des Radars hängt nicht mit der Höhe der Windenergieanlagen zusammen, sondern mit der Konstellation der Standorte der Windenergieanlagen untereinander in der Fläche.“

Zur Lage der fünf Windräder erklärt Johannes Weisensee, Projektleiter der wpd für das Projekt Netphen: „Unsere Planungen befinden sich nach wie vor innerhalb der bisherigen Potenzialfläche, welche ebenfalls im rechtskräftigen Landschaftsplan enthalten ist. Die Abstände zu den Siedlungen sind größer als 1000 Meter. Der Abstand der Fläche zum Sonnenhof beträgt mindestens 500 Meter. Genaue Abstände der einzelnen Anlagen zu umliegenden Ortschaften bzw. zum Sonnenhof lassen sich erst mit Abschluss der Detailplanung bestimmen.“

Gutachten werden aktualisiert

Man versuche, möglichst auf Flächen zu planen, die ohnehin wegen der Borkenkäferkalamität kahl sind.

Wenn der Bauantrag für den Windpark gestellt wird, muss wpd die erforderlichen Gutachten beibringen. Dazu gehören sicher ein Artenschutzgutachten und eine Schallimmissionsprognose, eventuell auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Weisensee: „Wir haben das Gebiet seit Jahren sehr intensiv hinsichtlich der vorkommenden Arten untersucht und sind derzeit dabei, auch diese Gutachten nochmals zu aktualisieren.“ Gerade auf den Kalamitätsflächen könnten sich ja ganz neue Ökosysteme bilden und andere Arten ansiedeln.

Da die Detailplanung noch nicht vollständig abgeschlossen sei, könne man weder die einzelnen Standorte noch die Zuwegung zu den Baustellen konkret beschreiben. Man werde versuchen, bei der Baustellenlogistik soweit wie möglich auf Bestandswegen zu bleiben, heißt es von wpd. Auch die Frage, auf dem Gebiet welcher Ortschaften die Windräder stehen sollen, blieb offen.

Lieferzeiten für Windenergieanlagen gehen nach oben

Die Knappheit auf dem Weltstahlmarkt spüren übrigens auch die Windkraftprojektierer, da Stahl eines der wichtigsten Baumaterialien für die Anlagen ist. „Die Lieferzeiten für Windenergieanlagen gehen seit Jahren nach oben.“ Ein Zeitplan für das Projekt sei schwierig abzuschätzen. „Ein Baubeginn wäre frühestens 2023, eher 2024 denkbar“, sagt Johannes Weisensee.

Unzufrieden Nicht umfassend informiert fühlt sich Corie Hahn, die Ortsbürgermeisterin von Nenkersdorf. Die Bürger haben ihrer Ansicht nach einen Anspruch darauf zu wissen, was in Sachen Windkraft geplant sei. Sie zählt einige Fragen auf: Wie lang werden die Ortschaften durch die großen Baustellen tangiert? Wo wird die Zuwegung verlaufen? Über welche Stromtrassen wird der Windstrom ins Netz gespeist? Ist das Umspannwerk in Deuz entsprechend ertüchtigt? Sind alle geplanten Anlagen rund 250 Meter hoch? Die Befürchtung von Corie Hahn: „Hier werden Fakten geschaffen, ohne dass die Bürger mitreden können.“
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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