Ganz großer Schock blieb aus

Beteiligte hatten viel Spaß bei Netphener Open-Air-Festival

dk Netphen. Fest im Griff hatte die Rockmusik am Samstagabend das Siegerland, von der Krönchenstadt bis ins Johannland. Auch in Netphen wurde einiges geboten beim »Kulturschock III« auf dem Festplatz in der Schmellenbach. Bereits im dritten Jahr wird das Netphener Open-Air-Festival nun von den engagierten Initiatoren und Organisatoren Daniel Zimmermann und Dennis Kuban in Eigenregie und mit viel Eigenrisiko aufgezogen, um jungen, lokalen Bands eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten und um somit die Siegerländer Musikszene stärker zu fördern. Musik und Kultur sollen beim »Kulturschock« im Vordergrund stehen, nicht aber der »schnöde Mammon«.

Nach den beiden großen Erfolgen 2001 und 2002 blieb an diesem Wochenende mit nur 200 Besuchern der ganz große »Schock« aber leider aus. Dabei haben die Veranstalter alle Bedingungen für eine tolle Party erfüllt: einen fast idyllischen Festplatz am Waldrand, gute Bands, freundliches und kompetentes Security-Personal, wohlschmeckende Speis und Trank, genügend Zelte und eine große, mit viel Technik ausgestattete Bühne.

Die wurde als erstes von der Band »No Limit« ihrer Bestimmung »übergeben« – leider vor etwas trostloser Kulisse, da der Bereich vor der Bühne so leer war wie die Schalke-Arena es wäre, wenn dorthin der BVB zum öffentlichen Training laden würde. Das Desinteresse haben die fünf Mädchen und ihr Schlagzeuger, die neben bekannten Liedern wie »Californication« auch eine ansprechende Eigenkomposition im Gepäck hatten, allerdings überhaupt nicht verdient.

Druckvollen »Alternative Rock« boten die vier Netpher Mannen von »Breakdown«, die mit gut arrangierten Songs von ihrer ersten CD dem Festival ihren Stempel aufdrückten, mal mit harten, einpeitschenden Riffs, mal mit sachten, als Ode an die Liebe gedachten Balladen. Besonders bei den mit viel Power dargebotenen Stücken klatschten und tanzten die Fans kräftig mit.

Im feinen Zwirn enterte daraufhin die aus Betzdorf stammende dreiköpfige Formation »Silberblick« die Bühne, und überzeugte mit einer Mischung aus melodischem Punk und Rock und mit ihren originellen und kreativen deutschen Liedtexten. Ein Song von Farin Urlaub befand sich auf ihrer Setlist ebenso wie einige zum Tanzen animierende Ska-Stücke, ausgewählt getreu der vom Sänger ausgegebenen Devise: »Die Sonne war zwar heut’ nicht da, trotzdem spielen wir jetzt Ska«. War Petrus der Veranstaltung zu Beginn noch scheinbar wohlgesonnen, wurden zu späterer Stunde nicht nur die Kehlen, sondern auch die Klamotten feuchter, weil es immer stärker regnete, zeitweise sogar goss wie aus Eimern. Während sich die meisten in die trockenen Gefilde unter die Zelte zurückzogen, feierten die Hartgesottenen vor der Bühne munter weiter und kamen voll auf ihre Kosten.

Zu einer ausgelassenen Schlammschlacht à la Woodstock kam es dabei natürlich nicht, obwohl der »Red Eye Express« aus Siegen und Netphen problemlos den passenden Soundtrack dafür hätte liefern können: Haben sich die fünf Jungs doch der amerikanischen Roots-Musik und dem Covern vor allem großer Rocksongs aus den 60er und 70er Jahren verschrieben. Sowohl mit richtigen Krachern wie etwa Ben Harpers »Burn to Shine« und psychedelischen Improvisationen als auch mit langsameren Nummern von den »Grateful Dead« und JJ Cale erfreuten sie das kleine, aber dankbare Festivalvolk.

Am Ende des vierstündigen Programms bedankten sich die Organisatoren bei Familie, Bands, Besuchern, Helfern und Sponsoren, und versprachen rückblickend auf das bisher Geleistete: »Wir machen auf jeden Fall weiter – dafür macht das alles trotz des Stresses einfach zu viel Spaß!«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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