Glücksfall für die Keiler-Kommune

Wiederwahl bei sechs Gegenstimmen: H.-J. Hengstenberg bleibt bis 2012 Beigeordneter

ph Netphen. Geburtstag hatte Heinz-Joachim Hengstenberg nicht. Trotzdem gab’s Blumen. Und ein edles Tröpfchen. Und von CDU-Fraktionschef Bruno Gräbener eine Wetterstation. Damit der Kämmerer stets wisse, »woher der Wind weht«. Gestern Abend blies er ganz sachte. Oder anders ausgedrückt: Mit überwältigender Mehrheit ernannte der Rat den 59-jährigen Kämmerer für eine weitere Amtszeit zum 1. Beigeordneten der Stadt Netphen. Mit dieser Wiederwahl erübrigt sich eine Ausschreibung der Stelle. Hengstenbergs erste Amtszeit läuft Mitte März 2007 aus.

Gleichwohl: Anders als bei der einstimmigen Empfehlung durch den Hauptausschuss gab es diesmal Gegenstimmen. Sechs von 38 Stadtverordneten kreuzten ein Nein an, nachdem Bruno Gräbener im Interesse eines »ehrlichen Ergebnisses« eine geheime Abstimmung durchgesetzt hatte. Dass unmittelbar nach seinem Antrag »Also sprach Zarathustra« als Handy-Klingelton erschallte, dürfte unter die Kategorie »seltsame Zufälle« fallen.

Dass an der Wiederwahl an sich keine Zweifel bestanden, hatten die Fraktionssprecher bereits im Vorfeld der Abstimmung durchblicken lassen. Die SPD setze auf Kontinuität und unterstütze einen solchen Schritt, erklärte Ulrich Müller. Berthold Siebel (FDP) bescheinigte dem »Schatzmeister« Fachkompetenz, Souveränität und Verhandlungsgeschick. Hengstenberg, vor knapp acht Jahren Vorschlagskandidat der Liberalen, habe sich als stabilisierender Faktor erwiesen, der gerade auch in unruhigen Zeiten die Fäden in der Hand behalten habe.

Peter Katz (UWG) erinnerte an die »etwas tumultartige« Wahl-Sitzung 1999. Doch die Ernennung Heinz-Joachim Hengstenbergs habe sich im Nachhinein als Glücksfall für die Keiler-Kommune entpuppt. So habe der Kämmerer wesentlichen Anteil daran, dass sich die Arbeitsatmosphäre im Rathaus positiv verändert habe. Peter Latsch (Grüne) lobte den alten und neuen Beigeordneten als hervorragenden Fachmann und Menschen, der für jeden jederzeit ein offenes Ohr habe.

Hengstenberg selbst versprach nach seiner Wiederwahl, das Amt auch weiterhin »unparteiisch und unparteilich« bis zu seinem 65. Lebensjahr 2012 auszuführen. Das Votum des Rates wertete er als Zeichen, dass der überwiegende Teil »im Großen und Ganzen mit meiner Arbeit einverstanden ist«. Zugleich lenkte der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters den Blick auf seine Mitarbeiter, ohne deren Unterstützung die erbrachten Leistungen nicht möglich gewesen wären. Da hält er’s offenbar wie Jürgen Klinsmann: Die Mannschaft ist der Star…

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