SZ

Doch keine Sanierung der Eishalle?
Große Verwirrung um Fördergelder

Gibt es doch noch eine Chance für die Eishalle in Netphen? Seit Mittwochnachmittag hat die Stadt Netphen die Chance auf drei Millionen Euro, die die Kommune eigentlich gar nicht mehr haben wollte.
  • Gibt es doch noch eine Chance für die Eishalle in Netphen? Seit Mittwochnachmittag hat die Stadt Netphen die Chance auf drei Millionen Euro, die die Kommune eigentlich gar nicht mehr haben wollte.
  • Foto: kaio
  • hochgeladen von Marc Thomas

juka Netphen. Und plötzlich liegen drei Millionen Euro für die Sanierung einer beliebten Freizeiteinrichtung auf dem Tisch – und keiner weiß so wirklich, warum überhaupt. Eigentlich hatten Politik und Bürger in Netphen ihre Eissporthalle bereits aufgegeben. Ein Ratsbeschluss aus dem Dezember des vergangenen Jahres, durch den der Förderantrag für die Sanierung der Eissporthalle zurückgezogen werden sollte, war als Todesstoß für Netphener Eis gesehen worden. Bis Mittwochnachmittag jedenfalls.

Denn um 16.04 Uhr

juka Netphen. Und plötzlich liegen drei Millionen Euro für die Sanierung einer beliebten Freizeiteinrichtung auf dem Tisch – und keiner weiß so wirklich, warum überhaupt. Eigentlich hatten Politik und Bürger in Netphen ihre Eissporthalle bereits aufgegeben. Ein Ratsbeschluss aus dem Dezember des vergangenen Jahres, durch den der Förderantrag für die Sanierung der Eissporthalle zurückgezogen werden sollte, war als Todesstoß für Netphener Eis gesehen worden. Bis Mittwochnachmittag jedenfalls.

Denn um 16.04 Uhr flatterte eine Mitteilung von Siegens Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein ins Postfach, nach der die Stadt Netphen drei Millionen Euro Bundesförderung zur Sanierung und Modernisierung der Eishalle erhält. „Der Freizeitpark rund um die Eishalle ist viele Jahrzehnte ein Anziehungspunkt für Menschen aus ganz Siegen-Wittgenstein gewesen. Daher ist dies für die Menschen im ganzen Kreisgebiet eine richtig gute Nachricht“, wird Klein zitiert.

Reaktionen in sozialen Netzwerken euphorisch

Unrecht hat der 61-Jährige mit dieser Meinung offensichtlich nicht. In den sozialen Netzwerken verbreitet sich die Nachricht schnell, die Reaktionen sind euphorisch. „Es kommt zusammen, was zusammen gehört. Netphen und Eissport“, heißt es beispielsweise. Auch Hoffnungen, die verstaubten Eishockeyschläger wieder aus dem Schrank hervorholen zu können, erwachen wieder.

"Ich bin sehr überrascht.
Ich habe einen Ratsbeschluss vorliegen,
dass das Eis tot ist."

Paul Wagener
Bürgermeister von Netphen

Ganz anders fällt hingegen die Reaktion von Netphens Bürgermeister Paul Wagener, den die SZ am Mittwochabend telefonisch erreicht und mit der Nachricht überrascht. „Das halte ich für eine Ente“, ist Wageners erste Reaktion. Der Antrag sei im Rat ja abgelehnt worden, seitdem habe man auch keinen neuen mehr gestellt. „Ich bin sehr überrascht“, räumt der parteilose Bürgermeister ein. „Ich habe einen Ratsbeschluss vorliegen, dass das Eis tot ist“, untermauert Wagener. Gleichzeitig betont er aber auch, dass er bis zuletzt um die Eishalle gekämpft habe, 80 Prozent des Rates aber gegengesteuert und sich eine andere Lösung gewünscht hätten. Die Nachricht würde nur falsche Hoffnungen wecken, da drei Millionen Euro ohnehin nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. „Das kann nur ein Wahlkampf-Gag von der CDU sein“, mutmaßt Wagener.

Christdemokraten auch überrascht

Doch auch bei den Christdemokraten war man auf die Nachricht nicht vorbereitet. „Es hat mich auch gewundert, da es eigentlich hieß, der Antrag solle zurückgezogen werden“, erklärt der Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzende Sebastian Zimmermann. Im zweiten Schritt freue er sich natürlich darüber, da man die Möglichkeit bekomme, etwas umzusetzen. „Wir haben es damals schon als nicht richtig empfunden, den Antrag zurückzuziehen.“

Netphener Eishalle wird saniert

Doch wie kommt das Geld nach Netphen, wenn es niemand beantragt hat? Darauf kann auch Klein keine genaue Antwort geben. „Vielleicht ist der Beschluss des Rates nicht in das Eintragsverfahren eingegangen, oder man hat nicht damit gerechnet, den Zuschlag zu erhalten“, stellt er Vermutungen an. Er selbst habe die Entwicklung mit „gewisser Überraschung“ aufgenommen, da er das Geschehen in Netphen verfolgt habe. „Als Geld für Siegen-Wittgenstein im Schaufenster stand, habe ich natürlich nicht nein gesagt“, erklärt Klein. Sein Interesse sei, der Region möglichst viel Erfolg zu bescheren.

Ball liegt bei der Kommune

Auch eine weitere Frage steht nun im Raum. Was passiert mit dem Geld und der Eishalle? Der Ball liegt nun erstmal bei der Kommune selbst. „Es ist jetzt an der Stadt Netphen, damit umzugehen“, betont Klein. Auf eine rasche Klärung drängt auch Zimmermann. „Der Rat sollte schleunigst klären, wie damit umgegangen wird.“ Die Fördermittel zurückzugeben sei die schlechteste Option. „Das kann sich Netphen nicht erlauben“, stellt Zimmermann klar.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

Julian Kaiser auf Facebook
Julian Kaiser auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen