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Vorratshaltung wie bei Oma
Jetzt geht’s ans Eingemachte

Obst, Gemüse, Fleisch, Kartoffeln: Fast alles eignet sich zum Einkochen. Und mit den Gläsern in der Vorratskammer kann der spontane Hunger schnell gestillt werden. Foto: sp
  • Obst, Gemüse, Fleisch, Kartoffeln: Fast alles eignet sich zum Einkochen. Und mit den Gläsern in der Vorratskammer kann der spontane Hunger schnell gestillt werden. Foto: sp
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sos Beienbach. Glas auf, Bohnen und Kartoffeln in den Topf, Herd an, und schon nach ein paar Minuten ist das Essen fertig. So einfach kann es gehen, ganz ohne Geschmacksverstärker. Das Zauberwort heißt Einkochen. Omas Vorratshaltung ist nicht so verstaubt, wie manche Gurkengläser im Kämmerchen es vielleicht sein mögen. Und gerade jetzt, da viele offenbar fürchten, es gebe bald nichts mehr zu kaufen – siehe leere Supermarktregale –, lohnt sich ein Blick auf das Essen im Glas. Schließlich sind auch die größten Kühltruhen irgendwann voll.

Ein Vorteil im Gegensatz zum Einfrieren sei, dass man ganz spontan auf das Eingekochte zurückgreifen könne und die Mahlzeit nicht erst auftauen müsse, sagt Karola Küthe aus Beienbach.

sos Beienbach. Glas auf, Bohnen und Kartoffeln in den Topf, Herd an, und schon nach ein paar Minuten ist das Essen fertig. So einfach kann es gehen, ganz ohne Geschmacksverstärker. Das Zauberwort heißt Einkochen. Omas Vorratshaltung ist nicht so verstaubt, wie manche Gurkengläser im Kämmerchen es vielleicht sein mögen. Und gerade jetzt, da viele offenbar fürchten, es gebe bald nichts mehr zu kaufen – siehe leere Supermarktregale –, lohnt sich ein Blick auf das Essen im Glas. Schließlich sind auch die größten Kühltruhen irgendwann voll.

Ein Vorteil im Gegensatz zum Einfrieren sei, dass man ganz spontan auf das Eingekochte zurückgreifen könne und die Mahlzeit nicht erst auftauen müsse, sagt Karola Küthe aus Beienbach. Und die Landfrau vom Kreislandfrauenverband Siegen-Wittgenstein kennt noch einen Pluspunkt: Für die Aufbewahrung benötigt man keinen Strom.

Besonderes Equipment ist fürs Einmachen nicht notwendig. Zwar gibt es professionelle Einkochgläser zu kaufen, es tun aber auch einfache Schraubgläser, in denen vorher Kirschen aus dem Supermarkt gekauft wurden. „Ich mache immer den Geruchstest“, rät Karola Küthe. Wenn die Gummierung im Deckel noch nach dem riecht, was vorher drin war, sollte eine Alternative gefunden werden.

Gläser müssen sauber sein

Wichtig: Alles, was mit dem Obst oder Gemüse in Berührung kommt, muss zunächst sterilisiert werden. Heißt: Die Gläser in kochendem Wasser baden. Was auch immer die nächsten Monate oder sogar Jahre überstehen soll, wird vorgekocht oder roh ins Glas gefüllt und muss dann einige Zeit im Ofen oder im Topf mit Wasser verbringen, damit die Hitze die Keime abtöten kann. Der Deckel funktioniert dabei wie ein Ventil, durch das die heiße Luft ausströmt, sodass ein Unterdruck entsteht.

Zum Einkochen eignet sich fast alles, weiß die Beienbacherin, auch Fleisch. In ihrem Küchenschrank hängt noch ein Plan ihrer Mutter, der auflistet, wie lange welche Lebensmittel im Wasserbad verbringen müssen: Blumenkohl: 90 Minuten; Apfelmus: 25 Minuten; Bohnen: 120 Minuten. Die Finger sollte man jedoch von mit Mehl angedickten Soßen oder pürierten Kartoffeln lassen. Auch wenn man fürs Einmachen kein Kochprofi sein muss, so lohnt es sich vielleicht doch, sich vorher einzulesen.

Eingekochte Lebensmittel sind lange haltbar

Solange der Deckel fest auf dem Glas sitzt, ist der Inhalt in Ordnung. Theoretisch könnte man sich also für die kommenden Jahrzehnte eindecken. „Aber irgendwann verlieren die Lebensmittel ihren Geschmack“, so die Landfrau. Eigentlich sei das Einkochen früher auch eher dafür gedacht gewesen, mit der Ernte aus dem Garten den Winter zu überbrücken.

„Junge Frauen kochen auch gerne Kuchen ein“, berichtet Karola Küthe. Klingt seltsam, funktioniert aber nach dem gleichen Prinzip: Der rohe Teig wird abgefüllt, im Ofen gebacken und dann im Wasserbad eingekocht. „So hat man immer Kuchen im Haus“, freut sie sich. Ob dieser Trend wohl eine Erklärung dafür ist, dass das Mehl in den Supermärkten ständig ausverkauft ist? Möglich.

Unter den Landfrauen werde das Einkochen gar nicht als etwas Besonderes betrachtet, sagt die Beienbacherin, das sei im Grunde selbstverständlich. „Man ist sich gar nicht bewusst, wie sinnvoll es eigentlich ist. Da weiß man auf jeden Fall immer, wo das Essen herkommt.“

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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