Ergebnisse der Jugendbeteiligungskonferenz vorgestellt
Jugendliche wünschen sich "Chilllplätze"

Die Netphener Gymnasiasten hatten viele Ideen, die sie bei der Jugendbeteiligungskonferenz in Freudenberg zusammentrugen. Die Fraktionen lobten ihr Engagement für die Stadt.
  • Die Netphener Gymnasiasten hatten viele Ideen, die sie bei der Jugendbeteiligungskonferenz in Freudenberg zusammentrugen. Die Fraktionen lobten ihr Engagement für die Stadt.
  • Foto: Kreis
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sos Netphen. Ganz konkrete Vorstellungen davon, wie Netphen für Jugendliche attraktiver gestaltet werden könnte, hatten vier Schüler des Gymnasiums Netphen jetzt im Gepäck: Gemeinsam stellten sie dem Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales die Ideen vor, die sie und ihre Mitschüler Mitte Mai bei der regionalen Jugendbeteiligungskonferenz „siwi4you“ in Freudenberg gesammelt hatten.

Überdachte "Chillplätze"

Angeführt wurde die Liste von überdachten „Chillplätzen“, „damit die Bushaltestellen nicht mehr unser Zuhause sind“, machte Jakob Schneider (16) gleich zu Beginn die Notwendigkeit von Aufenthaltsorten deutlich. Und zwar nicht nur in Netphen, sondern auch in den Dörfern. Es sei nicht gewährleistet, dass jeder Jugendliche sich zu Hause mit seinen Freunden treffen könne. „So könnten soziale Grenzen überwunden werden.“ Möglich seien hier der Katharina-Diez-Platz oder der Wendehammer an der Lahnstraße, dies seien aber nur Beispiele.

Jugendliche sorgen selbst für Ordnung

Das Gute an diesem Vorschlag: „Wir brauchen dafür nicht viel“, so die 17-jährige Meret Kleber. Eine genaue Auflistung der Materialien hatten die gut vorbereiteten Jugendlichen gleich parat. Dass solche öffentlichen Plätze gut ankommen, beweise der Bühlgarten, so Jakob Schneider. „Jedes Wochenende werden die Hütten von Jugendlichen genutzt. Und die sorgen im Nachhinein auch für Ordnung“, versuchte er möglichen Nachfragen zur Sauberkeit gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und Talisa Hoffmann erklärte später auf Nachfrage von Klaus-Peter Wilhelm: „Wir sprechen hier von Jugendbeteiligung. Das heißt, wir wollen unbedingt einbezogen werden.“ Wenn sie selbst mitbauen dürften, seien sie Teil des Prozesses, wodurch die Wertschätzung steige.
Ein weiteres Anliegen, das die Gymnasiasten beschäftigte, war die ihrer Meinung nach zu geringe Menge an Mülleimern. „Es ist schade, dass so viel Müll in der Umwelt landet“, so Talisa Hoffmann (17). Die „Chillplätze“ und Mülleimer seien sicher am einfachsten umzusetzen, so Helga Rock (Grüne). Aber dürften sich denn auch ältere Menschen an diesen Orten aufhalten? Im Rahmen der Jugendbeteiligungskonferenz hätten sich die Gymnasiasten vor allem mit ihren Wünschen beschäftigt, natürlich seien auch Ältere willkommen.

Eine jugendfreundliche App

„Netphen hat Potenzial, aber wer weiß davon? Niemand.“ Luisa Hübner (17) fand, dass eine App die Lösung sei. Ein „gebündelter, digitaler, überregionaler und jugendfreundlicher Informationszugang“ sei das Ziel. Hier könnten alle Veranstaltungen eingetragen und über diese App auch in den sozialen Netzwerken gepostet werden. Und Rabatte für Schüler, Studenten und Azubis könnten dafür sorgen, dass die vorhandenen Angebote im Ort noch besser von Jugendlichen genutzt würden, sagte Meret Kleber, beispielsweise für das Freibad oder die Trampolinhalle.
Steffen Löhr (SPD) merkte an, dass eine solche App auf Kreisebene eine gute Idee sei. In jedem Fall müsse der Ausschuss Jugendbeteiligung ernstnehmen. „Das ist der erste Schritt zur Politik“, lobte Dorothee Spies (CDU), „ihr macht mit und wollt mitbestimmen“. Sie hakte nach, welche Rabatte sich die Jugendlichen denn vorstellten, schließlich gebe doch schon einige Vergünstigungen. Die seien häufig jedoch erst ab 18 Jahren, erklärte Merit Kleber.

"Massenhysterie" in den Bussen

Klare Worte fand Talisa Hoffmann hinsichtlich der Bussituation nach der Schule: „Wir fordern ein Ende der Massenhysterie!“ Das Bild, das sie malte, war in der Tat ein chaotisches. Montags und donnerstags gegen 15.30 Uhr treffe der Linienverkehr auf die Schüler der Sekundarschule und des Gymnasiums. Kleine Kinder seien hysterisch, und ältere Leute trauten sich manchmal gar nicht auszusteigen oder sich gegen die Menschenmassen zu wehren. Man solle abwarten, wie die Schulschlusszeiten sich im kommenden Jahr darstellen und dann gegebenenfalls einen zusätzlichen Bus schicken. Die Busprobleme habe Landrat Andreas Müller erkannt, erklärte Bürgermeister Paul Wagener. „Wir warten auf eine Entschärfung.“
Alexandra Wunderlich (CDU) fand die Wünsche der Jugendlichen weder überteuert noch zu groß, „sie liegen nicht im Bereich des Unerfüllbaren“. Nun seien der Ausschuss bzw. der Rat beauftragt zu beraten, „was wann machbar ist“.

Machbarkeit nach Sommerpause besprechen

Nachdem vier Gymnasiasten ihre Ideen sehr detailliert vorgestellt hatten, wollte nun auch Marc Seelbach (SPD) als Ausschussvorsitzender konkret werden. Er richtete die Bitte an den Bürgermeister und Thorsten Vitt als Fachbereichsleiter Soziales und Schulen, all die genannten Punkte in Form von Vorlagen in die entsprechenden Fachausschüsse einzubringen, was die Mitglieder des Gremiums einstimmig befürworteten. Das reichte den Schülern jedoch nicht. „Wir hätten gerne einen Terminvorschlag, wann wir uns noch mal treffen, damit nichts in Vergessenheit gerät“, betonte Talisa Hoffmann. Seelbach sagte mit Einverständnis der Verwaltung zu, die Machbarkeit der Wünsche beim nächsten Sitzungstermin nach der Sommerpause zu besprechen.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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