Kein Festplatz ohne Mithilfe

Mietkonzept abgelehnt – Hauptausschuss kritisierte Vereine

Netphen. Ohne Beteiligung der Netphener Vereine soll es keinen Festplatz in der Schmellenbach geben. Einstimmig wies der Netphener Hauptausschuss gestern die Verwaltungsvorlage zurück. Darin war vorgeschlagen worden, den Festplatz in „großer Lösung” für 53000DM herzurichten und ihn anschließend zu vermieten. Wie Bürgermeister Rüdiger Bartsch berichtete, sahen die Vereine in zwei Abstimmungsgesprächen keine Möglichkeit, sich finanziell oder durch Eigenleistung einzubringen. Daraufhin beantragte CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Katz, die Herrichtung des Festplatzes bis auf weiteres zurückzustellen.

„Wir können – wie in jedem anderen Ortsteil auch – die Vereine nicht aus der Pflicht lassen”, sagte er. Offenbar werde der Festplatz nicht für wichtig genug gehalten, um sich dafür einzusetzen. Eine Vermietung garantiere nicht, dass der teure Platz dann auch genutzt werde. „Wenn das ein Austesten der Vereine war, dann werden sie in der Woche bis zur Ratssitzung aktiv”, so Katz. Andernfalls habe man sie „richtig eingeschätzt”.

„Verärgert” über einige Netphener Vereine äußerte sich Peter Latsch (Grüne). Wenn man keine Möglichkeit zur Eigenleistung sehe („da sind auch einige Bauunternehmer dabei”), dann werde das Desinteresse offenbar. Friedel Kassing (CDU) nannte ein Beispiel: Der Netphener Gesangverein, der sein 140-jähriges Bestehen laut Vorlage auf dem frisch hergerichteten Festplatz in der Schmellenbach feiern wolle, hege längst andere Pläne: Ihn ziehe es ins Eisstadion des Freizeitparks. „Stimmt es, dass ein solcher Antrag gestellt wurde?”, fragte er. „Ja, aber wir werden ihn ablehnen”, sagte Bürgermeister Bartsch. Lärmschutzbestimmungen sprächen dagegen. Ohne Eigenleistung keinen Festplatz, dafür stimmte auch Hubert Büdenbender im Namen des Wählerbundes. Verhaltener (und schließlich mit Enthaltung) äußerte sich die SPD. Fraktionsvorsitzender Manfred Heinz konnte zwar Verständnis für den CDU-Antrag aufbringen: „Hier wird ein Grundprinzip durchbrochen” – die Mitarbeit der Vereine. Rechne man alle Kosten ein, werde der Festplatz erheblich teurer als 53000DM. Dennoch spielte Heinz auf Zeit: „Unter der Präsenz eines solchen Antrages sollte man mit den Vereinen noch einmal verhandeln.” Zu undurchsichtig erschien ihm etwa die Haltung des Bürgermeisters, der sich einerseits für die Verwaltungsvorschlag aussprach („Ich bitte um Zustimmung, sonst werden wir keinen Festplatz in Netphen haben”), andererseits aber auch den CDU-Antrag unterstützte.

Dass „etwas nicht stimmt”, vermutete auch Margarete Wüst (CDU): „Ich setze darauf, dass die Vereine noch einmal an einen Tisch geholt werden und erneut verhandelt wird”, sagte sie. Der erste Schritt, so die einhellige Meinung, müsse nun jedoch von den Vereinen selbst kommen.

avb

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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