Kein Kulturhaus der Vereine

Kosten zu hoch / NGV und »Liederkranz« überfordert

sz Netphen. Im ehemaligen Feuerwehrhaus am Netphener St.-Petersplatz wird es nun doch kein Kulturhaus in Trägerschaft der großen Gesangvereine geben. Netphener Gesangverein (NGV) und »Liederkranz« teilten gestern in einer gemeinsamen Stellungnahme mit, dass sie sich in der Verantwortung für ihre Vereine gegen den Um- und Ausbau des Gebäudes in eine Kultur- und Begegnungsstätte entschieden haben. Vorausgegangen war gestern Nachmittag ein letztes Abstimmungsgespräch mit Bürgermeister Rüdiger Bartsch. Grund für den Rückzug der Vereine waren die ausufernden Kosten. Auf Grundlage eine fünf Jahre alten Planung waren Zuschussanträge gestellt worden, und die Bezirksregierung Arnsberg hatte auf die geschätzten Umbaukosten von 750000DM einen festen Zuschuss von 525000DM bewilligt. Vor diesem Hintergrund hatten die Vereine sich im vergangenen Sommer bereit erklärt, Eigenleistungen im Wert von rund 225000DM zu erbringen. NGV und »Liederkranz« wollten mit gleichen Rechten und gleichem finanziellen Engagement die Trägerschaft übernehmen. Ihre Zusage, den 100-Mann-Raum der Kulturhalle zu sanieren, haben sie inzwischen erfüllt. Über die Gesangvereine hinaus sollten auch alle anderen interessierten Vereine in die Nutzung des Kulturhauses eingebunden werden.

Aber es kam anders: »Nach Besichtigung des Gebäudes und intensiven Überlegungen hinsichtlich der baulichen Notwendigkeiten sowie des Zeitablaufes seit der ersten Kostenplanung kamen starke Zweifel auf, ob die damalige Kostenschätzung noch als aktuell angesehen werden kann«, so die Sänger. Man habe daher erneut Fachleute mit der Erstellung eines detaillierten Kostenvoranschlages beauftragt. Der fiel ernüchternd aus – mit Um- und Anbaukosten (ohne Einrichtung) von rund 610000e wird darin gerechnet. Die Vereine hätten Eigenmittel in Höhe von rund 340000e zu tragen. Das ist dreimal so viel wie ursprünglich ins Auge gefasst.

»Nach Einschätzung der Fachleute kann ein so großer Teil der notwendigen Eigenleistung nicht durch Vereinsmitglieder im Hand- und Spanndienst erbracht werden. Es wären erhebliche Barmittel aufzubringen, die die finanziellen Möglichkeiten der Vereine weit übersteigen«, so das einhellige Urteil der beiden Vorsitzenden, Andreas Zamponi (NGV) und Hans-Jürgen Korstian (»Liederkranz«). »Wir haben uns bemüht, diese Entscheidung vor dem Hintergrund der sehr angespannten Haushaltslage der Stadt nicht lange hinauszuzögern«, sagen sie. So könne die Stadt das Gebäude anders nutzen, und die Zuschüsse würden wieder frei.

Zuletzt bedanken sich die Vorsitzenden bei Rat und Verwaltung für die Bereitschaft, das Gebäude für den Ausbau zur Verfügung zu stellen, und bei Bürgermeister Bartsch und seinen Mitarbeitern für die Unterstützung bei der Planung des Kulturhauses, das mehrere Jahre erträumt war, und nun doch nicht umgesetzt werden kann.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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