Kunden stehen vor leeren Regalen

Das Einkaufszentrum in Werthenbach braucht Unterstützung / Geschäftsleute appellieren

avb Werthenbach. Das Einkaufszentrum in Werthenbach ist angeschlagen. Im Spar-Supermarkt leeren sich allmählich die Regale, die Schaukästen mit Angeboten bleiben grau, die eingefahrene Gebäudeecke gammelt vor sich hin. »Hier muss etwas geschehen«, sagten sich einige Geschäftsleute und Kunden. Geht es dem Supermarkt schlecht, leiden auch die übrigen Händler. Nachdem ihre Vorstöße beim Ortsvorsteher und bei der Stadtverwaltung bisher keine Wirkung zeigten, richteten sie gestern Morgen öffentlich einen dringenden Appell an die Bevölkerung im Oberen Johannland, das kleine Zentrum wieder besser zu unterstützen.

Im November 1989 wurde der Spar-Markt im Johannland eröffnet und florierte auch zunächst. Eine Lotto-Annahmestelle, ein Bäcker, eine Fleischtheke, eine Post-Agentur sowie eine Reinigungsannahme sind (bzw. waren) unter seinem Dach versammelt. Im Umfeld gibt es ein Blumengeschäft, zwei Ärzte, einen Friseur, einen Metzger, Sparkasse und Volksbank, eine Versicherung sowie eine Tankstelle mit Werkstatt, die vor fünf Jahren komplett umgebaut und einen Waschbereich mit eingerichtet hat. Damals ging es dem Zentrum noch gut. »Es hat Zeiten gegeben, da kriegte man hier keinen Parkplatz mehr«, sagten die Geschäftsleute, die gerne ungenannt bleiben möchten. Dienstagmorgen zu guter Einkaufszeit waren nur einzelne Autos zu sehen. Die Körbe und Taschen der wenigen Kundinnen blieben überwiegend ungefüllt, denn das Angebot im Supermarkt hat sich bereits deutlich reduziert. Und den letzten Beutel Kartoffeln wollte keine nehmen: »Vielleicht kommt noch eine alte Frau, die nicht woanders kaufen kann.« Ein Satz, der alle Handelnden im Einkaufszentrum alarmieren muss. Der kleine Versorgungsschwerpunkt im Johannland blutet aus. Zuerst wurde die Lotto-Annahmestelle abgezogen – wer spielen wollte, musste nach Deuz, wo es zwei Annahmestellen gibt. Dann eröffneten vor drei Jahren die modernen Supermärkte auf dem Deuzer Kälberhof sowie in Rudersdorf. Fortan, so beobachteten die Geschäftsleute, ging es in Werthenbach bergab. Und inzwischen verlieren auch verlässliche Stammkunden angesichts des dürftigen Angebots die Lust am Einkauf vor Ort: »Es lohnt sich einfach nicht mehr, – man muss ja sowieso den Rest woanders kaufen«, hört man jetzt. »Keine Nachfrage – keine vollen Regale«, sagte der Spar-Marktleiter dazu und verwies auf die generellen Probleme von Läden auf dem Land. Er bestätigte den »sehr negativen Einfluss« des Umfeldes in Deuz und Rudersdorf auf die Geschäftslage, wollte sich näher jedoch nicht äußern.

»Wir fühlen uns so richtig im Stich gelassen, auch von der Politik«, so die Geschäftsleute. Bürgermeister-Referent Johannes Schneider versprach, »in Kürze nachzuhaken«. Werthenbach verfüge über »ein kleines, aber wichtiges Zentrum«, an dem der Stadt sehr viel liege.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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