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Krankenhausverbund und Siegerlandflughafen
Landrats-Kandidaten vor der Wahl im SZ-Interview

Andreas Müller (l.) will Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein bleiben, Arne Fries und Laura Kraft möchten ihm das Amt streitig machen. Im Druckhaus der Siegener Zeitung stellte sich das Trio den Fragen unserer Redaktion.
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  • Andreas Müller (l.) will Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein bleiben, Arne Fries und Laura Kraft möchten ihm das Amt streitig machen. Im Druckhaus der Siegener Zeitung stellte sich das Trio den Fragen unserer Redaktion.
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js Dreis-Tiefenbach. Ungewöhnlich war die Kulisse, vor der am Montagnachmittag die drei Kandidaten um das Landratsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein zusammentrafen, um sich den Fragen des SZ-Lokalchefs Christian Hoffmann zu stellen. Im Papierlager der Siegener Zeitung im Dreis-Tiefenbacher Druckzentrum nahmen zum Auftakt der Briefwahlsaison Amtsinhaber Andreas Müller (37, SPD) und seine beiden Herausforderer Laura Kraft (29, Grüne) und Arne Fries (47, CDU) auf den großformatigen Papierrollen Platz – eine Gesprächsrunde mit viel Konsens und wenig Kontroversen.
Zuspruch für KrankenhausverbundCorona, wie sollte es anders sein, spielte auch in diesem Meinungsaustausch, der live über das Internet gestreamt wurde eine Rolle.

js Dreis-Tiefenbach. Ungewöhnlich war die Kulisse, vor der am Montagnachmittag die drei Kandidaten um das Landratsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein zusammentrafen, um sich den Fragen des SZ-Lokalchefs Christian Hoffmann zu stellen. Im Papierlager der Siegener Zeitung im Dreis-Tiefenbacher Druckzentrum nahmen zum Auftakt der Briefwahlsaison Amtsinhaber Andreas Müller (37, SPD) und seine beiden Herausforderer Laura Kraft (29, Grüne) und Arne Fries (47, CDU) auf den großformatigen Papierrollen Platz – eine Gesprächsrunde mit viel Konsens und wenig Kontroversen.

Zuspruch für Krankenhausverbund

Corona, wie sollte es anders sein, spielte auch in diesem Meinungsaustausch, der live über das Internet gestreamt wurde eine Rolle. Landrat Müller appellierte an die Siegerländer und Wittgensteiner, sich weiterhin genauso verantwortungsvoll wie in den vergangenen Monaten zu verhalten. „Dann schaffen wir es auch durch den Herbst.“ Die Bewältigung der Corona-Krise habe in den vergangenen Monaten gut funktioniert, gestand auch Kontrahent Arne Fries ein. Die Frage nach einem Krankenhausverbund bezeichnete der CDU-Kandidat als sehr wichtig: „Wir können die Qualität noch mehr bündeln und die Schlagkraft der Krankenhäuser dadurch erhöhen.“ Laura Kraft legte den Fokus mehr auf die ärztliche Versorgung im ländlichen Gebiet. Dort müsse dafür gesorgt werden, dass sich Ärzte niederließen. Landrat Müller erinnerte in diesem Zusammenhang an das vor einigen Jahren erfolgreich eingeführte Stipendium des Kreises für angehende Mediziner. Doch zurück zum Krankenhausverbund: Für einen solchen, in welcher rechtlichen Form auch immer, sprach sich Müller aus. Das gemeinsame Ziel sei mehr Zusammenarbeit, da der Kostendruck steige und Fachkräfte immer knapper würden.

Zukunft des ÖPNV

Laura Kraft plädierte für die Rekommunalisierung des ÖPNV. „Das ist der einzige Weg für eine flächendeckende Versorgung.“ Arne Fries hingegen machte deutlich, dass die Bürger eine Wahlfreiheit bei ihrer Mobilitätsform bräuchten. Andreas Müller verwies auf Erfolge aus seiner Amtszeit: Heute führen so viele Busse wie nie, die Fahrzeugflotte der VWS sei im Alter halbiert worden. Der ÖPNV müsse gestärkt werden, meinte auch der Landrat. Die Frage sei am Ende aber, zu wie viel Mehrausgaben die Kommunen bereit seien. Die Kosten für zusätzliche Leistungen gingen schnell in die Millionen.

Radwegenetz ausbauen

Konsens herrschte bei den drei Kandidaten, was die grundsätzliche Bedeutung des Radwegenetzes angeht. Der Kreis habe in dieser Hinsicht nichts verschlafen, befand Andreas Müller. Das Thema habe in der Region aber erst in der jüngeren Zeit an Fahrt aufgenommen. Der Landrat erinnerte an das Radwegeverkehrskonzept, das im kommenden Jahr vorgelegt werden soll. 2021 werde erstmals ein Budget für den Radwegebau im Kreishaushalt eingerichtet. Kraft monierte indes, dass der Kreis in dieser Frage hinterherhinke. Bislang seien die Städte und Gemeinden ausschließlich autofreundlich ausgebaut worden.

Geteilte Meinung zum Siegerlandflughafen

An der Subventionierung des Siegerlandflughafens scheiden sich die Geister. Einen „Mehrwert für die Region“ sieht Müller auf der Lipper Höhe. Er erinnerte an die heimische Wirtschaft, die nicht nur vom Flughafen profitiere, sondern diesen auch finanziell unterstütze. Kraft zweifelte an, dass die Allgemeinheit vom Flughafen profitiert, die Verhältnismäßigkeit sei nicht gegeben. „Wir haben die Profiteure in einem hohen Maß beteiligt“, entgegnete Müller. In der regionalen Wirtschaft, bei den Unterstützern also, gebe es „kluge Kaufmänner“, meinte auch Fries. Solange diese Rechnung stehe, solle der Kreis den Flughafen subventionieren. Die Voraussetzungen gelte es aber regelmäßig zu überprüfen. Kraft: „Kalkulieren die klugen Kaufleute auch den Klimawandel mit ein?“

Windkraft und regenerative Energien

Arne Fries kritisierte den Kreis, dass er in Bad Berleburg Windräder genehmigt hat, gegen den Willen der Stadt. Die rechtliche Seite sei das Eine, die Kommunikation in der kommunalen Familie aber sei das Andere. Andreas Müller sprach von einer „misslichen Situation“. Der Kreis habe keine andere Möglichkeit gesehen, als die Genehmigung zu erteilen. Zu 100 Prozent aus regenerativen Energien soll sich der Kreis bis 2040 speisen, meinte Laura Kraft.

Bezahlbares Wohnen

Ob ein möglicher Neubau für die Kreisverwaltung nötig wird, muss sich zeigen. Die Pläne liegen coronabedingt auf Eis. Laut Andreas Müller gibt es den Bedarf. Arne Fries sieht diesen nicht. Vielmehr müsse eine Aufgabenkritik quer durch alle Ämter durchgeführt werden. Beim Wohnungsbau sieht Arne Fries Bedarf an bezahlbaren Wohnungen, hier müsse auch die öffentliche Hand mitwirken. Laura Kraft verwies auf den enormen Leerstand, der vor der Neuausweisung von Bauland in den Blick genommen werden solle. Andreas Müller sieht die KSG in Zusammenarbeit mit den Kommunen als hilfreiches Instrument.
Das vollständige Interview gibt es auf der Facebook-Seite der SZ.

Andreas Müller (l.) will Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein bleiben, Arne Fries und Laura Kraft möchten ihm das Amt streitig machen. Im Druckhaus der Siegener Zeitung stellte sich das Trio den Fragen unserer Redaktion.
Per Live-Stream wurde das Gespräch im Internet übertragen.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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