Liebe ist wie wildes Wasser

Beim Konzert in Netphen begeisterten alle Akteure: der Männerchor des NGV, der Frauenchor , das Ensemble fun4voices, die Sopranistin Angela Koob und der MGV Frohsinn 1875 Elz.  Foto: hmw
  • Beim Konzert in Netphen begeisterten alle Akteure: der Männerchor des NGV, der Frauenchor , das Ensemble fun4voices, die Sopranistin Angela Koob und der MGV Frohsinn 1875 Elz. Foto: hmw
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hmw Netphen. Unter das Motto „Chor und Solo“ hat der Netphener Gesangverein (NGV) 1861 mit seinem Frauenchor sowie dem Ensemble fun4voices sein Frühjahrskonzert gestellt, und trotz des fast schon warmen Frühlingswetters war am Samstagabend die Georg-Heimann-Halle gut gefüllt. Der NGV hatte auch wieder etwas Besonderes zu bieten und als Gastchor den MGV Frohsinn 1875 Elz sowie die Sopranistin Angela Koob eingeladen. Der NGV-Vorsitzende Hubert-Rudolf Groos begrüßte dazu viele Ehrengäste und die Vertreter aus Rat und Politik.

Mit lebendiger Anmut machte der NGV Frauenchor unter dem Dirigat von Ute Lingerhand-Hindsches den Auftakt. Frisch beschwingt die Melodie „A New Day“, der passend zum kommenden Wonnemonat die Weise „Süße liebt den Mai“ folgte. Pfiffig und verschmitzt brachten die Damen zum Abschluss dieses ersten Teils noch „Erlaube mir, feins Mädchen“ zu Gehör.

Danach waren erst einmal die Gäste dran. Der MGV Frohsinn 1875 Elz unter Chorleiter Mario Siry ist sehr populär und zählt zu den starken sowie renommierten Männerchören in Hessen. U. a. pflegt er Gesangsliteratur in heimischer Mundart. Seine Darbietungen wurden von Martina Seidel, der Vorsitzenden des NGV Frauenchores, angesagt. Dabei zog sich das immer wieder so schöne Thema „Liebe“ wie ein roter Faden durch die Darbietungen. Mit so schönen Weisen wie „Vorspruch“ oder „Oh du schöner Rosengarten“ und „Wo die roten Rosen blühen“ vermochten die Sänger das Publikum zu beeindrucken.

Mit Spannung wurde der Auftritt der Sopranistin Angela Koob erwartet. Die freiberufliche Westerwälder Sängerin arbeitet auch als Chorleiterin und Stimmbildnerin und beeindruckt stets mit ihrer eindringlichen Stimme, die von einer gewissen herben Reife geprägt ist. Gerade dadurch überzeugte sie mit „Mi chiamano Mimi“ sowie auch der „Ballade der Senta“ aus dem „Fliegenden Holländer“. Begleitet wurde sie dabei auf dem Flügel von Chorleiter Mario Siry, der ebenfalls ein renommierter Musiker ist und das Amt des Bundeschorleiters beim FDB übernommen hat.

Beschwingt und flott hieß es anschließend „Bühne frei“ für das Ensemble NGV fun4voices, das zunächst Spirituals interpretierte: „May God Bless My Living“ sowie „Give Me Jesus“. Mit der witzigen Melodie „Mein kleiner grüner Kaktus“ sowie dem augenzwinkernd dargebrachten „I’m Walking“ heimste das Ensemble reichlich Beifall ein.Populär und bekannt sind die Melodien „Mister Sandman“ sowie „La Paloma“, mit denen nach der Pause zunächst der kleine Chor des MGV Frohsinn 1875 aufwartete. Etwas derb, aber trefflich die Weise „Gabi und Klaus“, bei dem der MGV kein Blatt vor den Mund nahm: „Gabi ist ein Schwein“. Danach ging es in voller Besetzung weiter, mit Liedern wie „Soon Ah Will Be Done“ und „Das Morgenrot“. Als Zugabe entführte die Sopranistin Angela Koob charmant die Zuhörerschaft in das Reich der Operette: „Vilja-Lied“ aus der „Die lustige Witwe“ sowie „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“.Sehnsucht nach Geborgenheit besang später dann der NGV 1861 unter der Leitung von Alexander Weber bei seinem einzigen Auftritt des Abends mit „Ecce, concipies“, einer Komposition, der jedoch bald wieder spritzige Liebesmelodien nachgeschoben wurden: „Zum Tanze da geht ein Mädel“. Davongerannt, so wie es in dieser Weise vorkommt, wären die Männer den Damen des NGV Frauenchors aber bestimmt nicht! Dazu ist ihr Gesang viel zu lieblich, was diese mit immer wieder beliebten Volksweisen wie „Kein schöner Land“ oder „Der Jäger längs dem Weiher ging“ unter Beweis stellten.„Liebe ist wie wildes Wasser“, lautete der Titel der Zugabe, und dies ist wohl wirklich wahr. So bezeichnete NGV-Vorsitzender Hubert Rudolf Groos in seinem Schlusswort das Konzert als „Abschied von der Dunkelheit“, was auch in jeder Form gelungen war.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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