Mehr Aktion im Rathaus gefordert

dima Netphen. Von 25 663 Einwohnern, die noch im Jahr 2002 innerhalb Netphens Grenzen lebten, ist die Zahl mittlerweile auf 24 030 geschrumpft. Diese Zahlen sprechen für sich, aber nicht unbedingt gegen die Keilerkommune, denn schließlich liegt man damit rein statistisch betrachtet bundesweit im Trend.

Dennoch setzten sich die Netphener Fraktionen von Grünen, FDP und CDU – die seit der vergangenen Kommunalwahl koalieren und gemeinsam die Mehrheit im Rat innehaben – jetzt an einen Tisch, um maßgeschneiderte Konzepte gegen die schwindenden Einwohnerzahlen zu entwickeln.

Die Verwaltung, so Helga Rock (Grüne), Klaus Kopetzki (FDP), Iris Cremer (CDU) und Bernd Schäfer (CDU) in einem Pressegespräch am Montagnachmittag, begegne dem Problem zu passiv. „Eine aktive Beteiligung der Stadt fehlt“, sagte zum Beispiel Bernd Schäfer mit Blick auf den Ausbau der U3-Betreuung. Zwar habe man noch bis 2013 Zeit – bis dahin fordert der Gesetzgeber Vollzugsmeldungen in Sachen Kindergartenausbau – doch schon jetzt müsse man in Netphen den tatsächlichen Bedarf ermitteln und „in die Strümpfe kommen“, so Helga Rock am Montag. Auch Iris Cremer hat den Eindruck, „dass die Stadt hier noch keinen Überblick hat“.

So soll die Keilerkommune attraktiver für junge Familien werden. Iris Cremer: „Wir müssen mehr Einwohner bekommen oder zumindest die Einwohnerzahl halten.“ Obwohl die Entscheidung, einen Kindergarten für die Betreuung der unter Dreijährigen auszubauen, beim jeweiligen Träger liege, müsse die Stadt bei den notwendigen Aktivitäten moderieren, so Bernd Schäfer. Ergänzend zu den bestehenden Einrichtungen soll auch die Jugendbetreuung ergänzt werden. Vor allem mit Jugendlichen, die nicht in Vereinen organisiert sind, müsse man ins Gespräch kommen, so die drei Fraktionen.

Ein Konzept fehle der Stadt Netphen auch in puncto Stadtplanung. Die Stadt müsse beim Erhalt und Ausbau der Gewerbestandorte stärker als bisher tätig werden. Die Leerstände seien besorgniserregend. Ein Blick nach Wilnsdorf, Burbach oder Olpe, wo die Industrieansiedlung forciert wurde, sei deshalb für die drei Fraktionen besonders schmerzhaft. „Wir wollen Netphen als Zentralort stärken“ so Bernd Schäfer. „Die Ortsmitte blutet aus.“ Vor allem Kleinunternehmen müssten angesprochen werden, rät Schäfer der Stadtverwaltung. Auch an Bekleidungs- und Schuhgeschäften sowie an Discountern fehle es. „Noch mehr Abwanderungen können wir uns nicht erlauben“, so das CDU-Ratsmitglied.Stichwort Freizeitpark: Helga Rock sieht hier Entwicklungspotenzial. In Sachen „Wandertourismus“ müsse die Stadt „noch Einiges auf den Weg bringen“. Zum Beispiel Stellplätze für Wohnmobile. Irgendwo zwischen Freizeitpark und Freizeitbad. Vielleicht auch ein Hüttendorf? Aber nicht in landschaftlich sensiblen Bereichen, so Rock.Jedenfalls müsse die Region attraktiv für Investoren gemacht werden. Schließlich wünschen sich Grüne, FDP und CDU eine Diskussion zur Weiterentwicklung des Schulsystems. Um die Menschen in der Kommune zu halten, solle die Verwaltung einen Verbund von Haupt- und Realschule in Erwägung ziehen, sagte schließlich Iris Cremer.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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