Mehr Ortsvereine – weniger Mitglieder

Arbeiterwohlfahrt:

Kreiskonferenz bestätigte Vorsitzende Elke Temel-Völkel – Kreisverband darf jetzt selbst prozessieren

Deuz. Ganz im Zeichen des neuen Jahrtausends, den Blick in die Zukunft gerichtet, stand die Kreiskonferenz des AWo-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein/Olpe im Speisesaal der AWo-Werkstätten.

Rund 250 Mitarbeiter, Delegierte und Gäste hatten sich eingefunden, um dem Geschäftsbericht zu lauschen, den Vorstand neu zu wählen und um den Vortrag des stellv. Bundesvorsitzenden, SPD-MdB Wilhelm Schmidt, zu sozialpolitischen Belangen anzuhören. „Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir eigentlich leben”, stellte die Kreisvorsitzende Elke Temel-Völkel ein Zitat von Theodor Fontane ihren Grußworten voran. Dies treffe sowohl generell auf die Gesellschaft als auf den Aufbau der AWo zu. Die Kreiskonferenz sei als Parlament des Kreisverbandes ein Gremium, das wichtige Entscheidungen fälle und sich an Diskussionen zu aktuellen Themen und Fragestellungen rund um die AWo und die Sozialpolitik beteilige. Sie freute sich, uneingeschränkt sagen zu können, dass mit Hilfe der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter viel bewegt worden sei und die AWo sich auf dem richtigen Weg befinde, was sich nicht zuletzt am öffentlichen Ansehen der Institution ablesen lasse.

Mit einem Kompliment an den gastgebenden Verband eröffnete der stellv. Bundesvorsitzende seine Rede. Er kenne viele Einrichtungen der AWo, aber selten habe er eine erlebt, die solch einen positiven Eindruck mache, wie die hiesige. In Anlehnung an die Ansprache von Elke Temel-Völkel sagte Wilhelm Schmidt, dass sich nicht nur die AWo, sondern alle Menschen vor neuen Herausforderungen befänden. Es sei viel los in Deutschland, wie man an der Rentenreform, der Bundeswehrdebatte und anderen Punkten erkennen könne.

Angesichts der Verbundenheit der AWo mit der Basis sei es gut, dass es Leute im Bundesvorstand der SPD gäbe, die die Politik und die Arbeit der AWo einander näher brächten. Diese Verknüpfung ergebe ein wirkungsvolles Frühwarnsystem. So habe die AWo eine Stellungnahme zur Rentenreform abgegeben, die berücksichtigt sehen wollte, dass man nicht unbegrenzt die Beitragszahlungen in die Höhe schrauben könne. Auch müsse dort noch mal stabilisiert werden, wo bislang Menschen außen vor gestanden haben. Gedacht sei hier an einen Solidaritätsbeitrag von Nicht-Einzahlern wie Beamte, Minister und freischaffende Künstler. Des Weiteren mahnte der Politiker an, dass man neue Formen finden müsse, um Menschen ins ehrenamtliche Engagement einbinden zu können. Hier gelte es, neue Pfade zu beschreiten, das Ehrenamt attraktiver für die nachwachsenden Generationen zu gestalten. Auszüge aus dem Geschäftsbericht des Kreisverbandes stellte Kreis-Geschäftsführer Hans-Georg Fey vor. Die Zahl der Ortsvereine habe zwar zugenommen, dafür seien aber die Mitgliederzahlen gesunken. Man müsse sich die Frage stellen, wie man diese Tendenz umkehren könne. Ein Mittel dagegen sei bereits mit dem „Aktivbüro” geschaffen worden. Man wolle versuchen, zum Ehrenamt bereite Menschen gemäß ihren Interessen zu vermitteln. Herausgehoben wurde auch die Beteiligung der AWo an Hilfsgütertransporten in den Kosovo, die Gründung der Bürgerstiftung Kreuztal und ihre Preisverleihung an ehrenamtlich Tätige sowie die Einrichtung eines Internet-Cafés für Jung und Alt nebst anderen Punkten.

Die Vorstandswahlen bestätigten Elke Temel-Völkel als Vorsitzende. Manfred Lehwald (Wiederwahl) und Peter Eberlein wurden zu ihren Stellvertretern gewählt. Neuer/alter Schriftführer ist Jürgen Sawahn. Zu den insgesamt elf Beisitzern wurden neu hinzugewählt: Hans-Ulrich Kuppert, Kerstin Rex, Gerhard Kneppe und Erika Mernizka. Als Revisoren wurden bestimmt Hans Grote, Horst Willi Kiel und Hilmar Felle.

Es gab auch eine Satzungsänderung: Der Kreisverband als nicht eingetragener Verein konnte bisher nicht eigenständig in arbeitsrechtlichen Prozessen auftreten, sondern musste solche Angelegenheiten über den Bezirksverband abwickeln. Durch die Satzungsänderung ist er nun prozessfähig. Einstimmig verabschiedet wurden auch zwei Anträge des AWo-Stadtverbandes Kreuztal. Der eine richtete sich darauf, herauszufinden, welche politischen Vertreter auch gleichzeitig Mitglieder der AWo sind, um diese Namen den Vorsitzenden der Ortsvereine und Stadtverbände zugänglich zu machen. Die zweite „Entschließung” zielte darauf ab, dass Kreis-, Bezirks- und Bundesverband sich dafür einsetzen, den Gesetzgeber zu bewegen, die restriktiven Auflagen bei der Pflegeversicherung zurückzunehmen.

sib

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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