Mit Unterschriften gegen geplante Notdienstregelung

Elisabeth und Hubert Hähner mit Bürgermeister Paul Wagener (v. l.), der gestern die erste Unterschrift auf die Unterstützerliste setzte und somit ein Zeichen gegen die geplante Neuregelung des Notfalldienstes in Netphen.  Foto: kano
  • Elisabeth und Hubert Hähner mit Bürgermeister Paul Wagener (v. l.), der gestern die erste Unterschrift auf die Unterstützerliste setzte und somit ein Zeichen gegen die geplante Neuregelung des Notfalldienstes in Netphen. Foto: kano
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kano Netphen. Die erste Unterschrift setzte gestern Mittag Bürgermeister Paul Wagener auf die Liste von Elisabeth und Hubert Hähner. Die beiden Grissenbacher hatten sich einen Termin bei Netphens Stadtoberhaupt geben lassen, um bei ihm um Unterstützung für die neu gegründete Bürgerinitiative „Jede Sekunde zählt – es geht um unsere Gesundheit“ zu werben.

Nach der ausführlichen Berichterstattung in der SZ zur geplanten Neuregelung des Notfalldienstes in Netphen durch die Kassenärztliche Vereinigung, gegen die sich die Mehrzahl der niedergelassenen Hausärzte wehrt, hatten sich die Eheleute gemeinsam mit Brigitte und Walter Kotzian zu diesem Schritt entschlossen. „Wir sind der Meinung, dass man da unbedingt etwas unternehmen muss“, erklärte Elisabeth Hähner. „Unser funktionierendes System soll durch Bürokraten außer Kraft gesetzt werden. Wir wollen uns so nicht behandeln lassen, das ist unzumutbar.“

Vermutlich ab Anfang 2011 sollen notleidende Patienten an Wochenenden und Feiertagen nicht mehr von der Ärzteschaft der Keiler-Kommune versorgt werden, sondern müssten im Ernstfall eine neu eingerichtete Notfallpraxis in Siegen ansteuern. Ein Vorgang, den die engagierte Grissenbacherin äußerst bedenklich findet: „Als Patienten, die in einer Flächengemeinde mit 21 Ortsteilen leben, denen eine Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln an Wochenenden mangels Angebot oftmals nicht möglich ist, sind wir auf einen ortsnahen Notfalldienst angewiesen.“ Rund 10 000 Unterschriften hoffen die Mitglieder der Bürgerinitiative nun bis Mitte Januar zusammen zu bekommen, die ihr Ziel, den bewährten Notfalldienst in der Keiler-Kommune zu erhalten, untermauern. Sie sollen an das Land NRW und den Bund weitergeleitet werden. „Die Listen liegen bei Apotheken, Ärzten, allen Ortsvorstehern und in Geschäften aus“, berichtete Elisabeth Hähner weiter.

Unterstützt wird die Aktion der Bürgerinitiative auch von allen Parteien des Netphener Stadtrates – erst kürzlich wurde einstimmig eine entsprechende Resolution verabschiedet –, und von Bürgermeister Paul Wagener selbst: „Wir sind der Meinung, dass hier eine Rechtsaufsicht, das Gesundheitsministerium, gefordert ist.“ Den Handlungsspielraum der Stadt sieht er allerdings eher als begrenzt an: „Das ist mehr eine Selbstverwaltungsangelegenheit der Ärzteschaft.“ Deren Mitglieder müssen im kommenden März ihr Votum abgeben. Bis dahin aber sind vor allem die Stimmen der Netphener gefragt. Und das die sie nicht im Stich lassen werden, sind sich Elisabeth und Hubert Hähner sicher: „Damals konnten wir rund 10 000 Unterschriften für den Erhalt der Netphener Polizeiwache sammeln. Diesmal werden das mehr“, sind sie sich sicher. Durch die bevorstehenden Feiertage werde das Vorhaben zwar erschwert, aber: „Wir bleiben am Ball!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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