Nächstes Ziel: Jerusalem!

Bernhard Ott steckt mitten in den Vorbereitungen für seine Wanderung. Foto: kano

kano Deuz. Beim Wandern muss man sich ein Ziel setzen“, ist Bernhard Ott überzeugt. Ganz einfach eigentlich. Nur dass sich das Ziel des Deuzers nicht mal eben um die Ecke befindet. Ganz im Gegenteil: Es liegt über 4200 Kilometer, sieben Länder und diverse Hindernisse entfernt vom heimischen Netpherland und heißt: Israel.

Vielen SZ-Lesern ist Bernhard Ott inzwischen bekannt. Die Strecken, die er sich für seine Wanderungen aussucht, sind meist alles andere als gewöhnlich. „Man könnte auch 420 mal um die Obernau-Talsperre laufen, aber irgendwie macht das ja niemand“, meint der Pensionär mit Blick auf seine wohl anspruchvollste Tour. Seine Route plant er von Deuz aus über Gießen, Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg, Regensburg, die Donau abwärts bis Wien und dann südlich durch Ungarn, Serbien, Bulgarien, die Türkei, Syrien, Jordanien, Palästina bis nach Ost-Jerusalem.

Ein halbes Jahr, so kalkuliert der 66-Jährige, wird er dafür brauchen. Rund 30 Kilometer pro Tag will er durchschnittlich zurücklegen und hofft dabei Länder und Leute näher kennen zu lernen, oder die eine oder andere fremde Pflanze betrachten zu können. Denn Bernhard Ott ist auch begeisterter Hobbybotaniker.

Etwa 15 Deutsche wählen jährlich seine liebste Fortbewegungsart, um nach Israel zu gelangen: die eigenen zwei Beine. Bernhard Ott hat einige von ihnen angeschrieben und sich ausgetauscht. Der Weg nach Jerusalem ist übrigens eine von drei alten christlichen Pilgerrouten, die dem Deuzer bekannt sind. Nach dem Jakobsweg und seiner Wanderung nach Rom (die SZ berichtete jeweils) wird er die Strecke nun ebenfalls erkunden. „Ich mache das auch ein bisschen, um die Christen im Nahen Osten allein durch Anwesenheit zu unterstützen und die Gastfreundschaft im Orient besser kennenzulernen“, begründet er die Wahl seiner außergewöhnlichen Tour. Außerdem wolle er einen Eindruck gewinnen, vom Zusammenleben der Christen und Moslems. „Andere Länder, andere Kulturen.“

Sein Weg, z. B. durch manchen Mittelmeer-Anrainer im Nahen Osten, könnte dabei nicht ganz ungefährlich werden. Aber der Pensionär hat vorgesorgt: „Ich habe mir eine deutsche Flagge auf den Rucksack genäht, weil man mir gesagt hat, das sei sicherer. Und ich habe im letzten halben Jahr ein wenig Arabisch gelernt, um mich durchzuschlagen.“ Außerdem ließ sich Ott ein Pilgerschreiben ins Arabische übersetzen, das sein Vorhaben kurz erläutert. Mit ihm will Ott gegebenenfalls um Hilfe bitten, falls er in eine Notlage geraten sollte. Angst davor hat er aber nicht: „Entführungen sind unwahrscheinlich, und politisch ist es nicht gefährlich.“ Viel mehr Sorge bereitet dem Deuzer da das reine Wandern auf den endlosen Straßen ab Wien. „Da kommen einem relativ viele Lastwagen entgegen – ich weiß nicht, ob ich das so durchhalte.“Seit Weihnachten hat er fleißig trainiert und den Körper fit gehalten. Am 29. Juni wird das Abenteuer beginnen, von dem die Siegener Zeitung exklusiv und etappenweise berichten wird. Von seinem Heimatort Deuz aus will Bernhard Ott zunächst zum Netphener Rathaus wandern, wo ihn Bürgermeister Paul Wagener verabschiedet. Und dann bleibt nur noch zu wünschen: „Assalâmn alaikum (Segen sei mit Dir)!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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