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Ferienspiele Netpherland
Natur zum Anfassen

Vom Hochsitz aus haben Jäger einen guten Blick.
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sos Netphen-Salchendorf. „Jetzt seid doch endlich mal still“, sagte Marla leise, aber bestimmt zu den Jungs hinter ihr. Ihre Ansage hatte nur einen kurzen Moment Erfolg, dann wurde die Geräuschkulisse wieder lauter. „Ihr sollt nicht so schreien, hier sind Hirsche!“ Aber von denen war weit und breit nichts zu sehen. Kein Wunder, wenn rund 20 Kinder aufgeregt über Stock und Stein stapfen; natürlich war es da nicht mucksmäuschenstill. Trotzdem bekamen die Jungs und Mädchen die volle Ladung Natur mit, als sie jetzt im Rahmen der Ferienspiele mit dem Hegering Netphen durch die Wälder von Salchendorf streiften.

sos Netphen-Salchendorf. „Jetzt seid doch endlich mal still“, sagte Marla leise, aber bestimmt zu den Jungs hinter ihr. Ihre Ansage hatte nur einen kurzen Moment Erfolg, dann wurde die Geräuschkulisse wieder lauter. „Ihr sollt nicht so schreien, hier sind Hirsche!“ Aber von denen war weit und breit nichts zu sehen. Kein Wunder, wenn rund 20 Kinder aufgeregt über Stock und Stein stapfen; natürlich war es da nicht mucksmäuschenstill. Trotzdem bekamen die Jungs und Mädchen die volle Ladung Natur mit, als sie jetzt im Rahmen der Ferienspiele mit dem Hegering Netphen durch die Wälder von Salchendorf streiften.

Vorsicht vor Dachsen

Treffpunkt war am Schützenhaus, wo unter anderem Marco Schubert, musikalischer Leiter der Bläsergruppe, Hegeringleiter Werner Gräbener und Hans-Joachim Pientak als Öffentlichkeitsbeauftragter die Kinder begrüßten. Bis es losging vertrieben sich Marius und Silas die Zeit an der rollenden Waldschule, die auf dem Parkplatz Station gemacht hatte. Sie stellen sich vor, dass alle ausgestopften Tiere plötzlich lebendig würden. „Dann würde ich wegrennen, vor allem vor dem Dachs. Dachse sind aggressiver als Füchse“, sagte Marius. Er interessiere sich sehr für Tiere, erzählt er, zum Beispiel schaue er Filme oder lese Bücher. Er gehe auch gerne in den Wald, da habe er schon mal einen Bussard gesehen – und einen Wolf, da war er sicher.

Damwild ist scheu

Gemeinsam mit den Männern vom Hegering machte sich die „Sightseeing-Tour“ dann auf den Weg zum Damwild. „Die sind sehr scheu und haben wohl die Beine in die Hand genommen“, vermutete Marco Schubert, als die Gruppe durch das Gatter ins leere Gehege schaute. Doch nach einer Weile zeigte sich ein Tier, dann das nächste. Ein kleiner Erfolg.

Waldexperten mit dabei

Und weiter ging es, Johanna und die Schwestern Marla und Mia immer vorneweg. Sie kennen sich gut im Wald aus, der Vater der Schwestern, Markus Rohwetter, ist selbst Mitglied im Vorstand des Hegerings. Sie wussten genau, welchen Weg sie einschlagen mussten, und führten die Gruppe schnellen Schrittes an. „Hier ist es ja wirklich wunderschön“, fand Johanna. Mit ihren Freundinnen sei sie oft im Wald. „Manchmal erforschen wir Pflanzen“, ab und zu hätten sie auch einen Pilzkompass dabei, damit sie ja nichts Giftiges einsammeln. Später wollten die drei am Schützenhaus noch einen Vortrag zur Flora und Fauna im Wald halten, das hatten sie sich fest vorgenommen.

Die nächste Begegnung mit einem Waldbewohner ließ nicht lange auf sich warten: Kleine Kröten kreuzten den Weg der Kinder. Einige nahmen die Hüpfer vorsichtig in die Hand, ließen sie aber gleich wieder frei. 

Sandalen und Ameisen vertragen sich nicht

Kurze Zeit später legte die Gruppe den nächsten Stopp ein: An einem großen Ameisenhaufen erklärte Hans-Joachim Pientak Wissenswertes über die kleinen Insekten. „Der ist bestimmt 1,50 Meter hoch“, schätzte Jonathan anhand seiner eigenen Größe. Und das war sogar nur ein Teil des Baus, schließlich seien zwei Drittel unter der Erde verborgen, so Pientak. Wer hier meinte, an dem heißen Tag reichten Sandalen an den Füßen, der musste spätestens jetzt feststellen, dass diese Idee keine gute war.

Keine Berührungsängste

An der Jagdhütte angekommen erwartete sie Markus Rohwetter mit erfrischenden Getränken. Eine Aufgabe von Jägern sei das Schießen von Wild, sagte er. Dank der Kühlmöglichkeit an der Hütte sei es ihnen möglich, die Tiere haltbar zu machen. Er zeigte ihnen auch die Haken, an denen das erlegte Wild aufgehängt wird. Die Kinder hatten keinerlei Berührungsängste, vielmehr überlegten sie, welcher Haken wohl für welches Tier bestimmt sei.
Nach einem kurzen Besuch am Bachlauf, wo die Kinder Molche suchten, stand noch ein Programmpunkt offen: der Hochsitz. Eigentlich hätten die Mutigen und Schwindelfreien hochklettern dürfen, doch die Metallleiter war viel zu heiß – das hatte Marco Schubert am eigenen Leib erfahren, als er oben nachschauen wollte, ob Wespen ein neues Nest gebaut hatten. Deswegen blieben die Kinder unten.

Kreativität gefragt

Zurück am Schützenhaus war der Nachmittag noch nicht beendet; die Jungs und Mädchen durften nun ihre eigenen Vogelhäuschen bemalen. Nach dem langen Marsch tat das Sitzen auch ganz gut, die Bratwurst-Stärkung tat den Rest. Müde, verschwitzt und teilweise mit leichtem Sonnenbrand ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende – für viele der Kinder war es nicht das letzte Ferienspiel in diesem Sommer.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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