Radweg in Beienbach
Naturschutzverbände lehnen Umsetzung ab

Auch eine Ampelanlage soll als Querungshilfe im Zuge des Radwegebaus installiert werden.
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sz/sos Netphen/Beienbach. Noch immer wurde der Radweg in Beienbach nicht umgesetzt. Mehrfach durften die Einwohner des idyllischen Dorfes hoffen, weil sich die Maßnahme schon oft kurz vor der Umsetzung befand – zumindest dem Anschein nach. Die Netphener Grünenfraktion hakte per Anfrage für die Ratssitzung am 26. September nun noch einmal bei der Verwaltung nach dem aktuellen Stand.

Stellungnahme des BUND

Die Grünen verweisen auf eine Stellungnahme des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) von vor einigen Wochen, in der der Verein die Maßnahme ablehnt. Der Grund: „Wertvollste Freilandflächen“ würden „zerstört bzw. dauerhaft gestört“. Weil es „vielleicht zwei Veranstaltungen im Jahresverlauf“ gebe, „die nennenswert Radverkehr anziehen“, sei es nicht vertretbar, diese Flächen zu opfern.
Die Fraktion möchte nun wissen, wie die Verwaltung ihre Aussage aus März 2018 erklärt. Damals hatte es geheißen, dass die Trasse mit Vertretern der Höheren und Unteren Naturschutzbehörde sowie der Vorsitzenden des Landschaftsbeirates ausgewählt und abgestimmt worden sei.

Drei Naturschutzverbände gegen Umsetzung

Beide Behörden seien derzeit dabei, die Einwände abzuwägen – auch NABU und LNU hätten den Bau des Radwegs übrigens abgelehnt, erklärt Verwaltung dazu in ihrer Vorlage zum Rat. In Kürze werde ein Ortstermin mit allen Verbänden stattfinden. Der Vorschlag des BUND, den Radweg auf der anderen Straßenseite zu planen, sei nicht umsetzbar; sowohl aus technischen als auch aus verkehrlichen Gründen hatten Straßenbaulastträger, Straßenverkehrsbehörde und Polizei dies bereits abgelehnt.
Die Grünen fragen weiter nach, ob die Verwaltung von schützenswerten Arten in dem besagten Bereich weiß. Der Eingriff sei abgewogen, bilanziert und die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen seien dargestellt worden, betont die Verwaltung. „Um den Belangen der möglicherweise vorhandenen Ameisenbläulinge gerecht zu werden, wird bereits seit 2017 ein eigens aufgestellter Mähplan abgearbeitet.“
Es sei zugesagt worden, dass die Auftragsvergabe in der Ratssitzung am 26. September erfolgen solle, so die Grünen. Das müsse bedeuten, dass alle planerischen Schritte abgeschlossen seien und die erforderlichen Genehmigungen vorlägen. „Ist dies bei der vorliegenden – seit 2013 – in Arbeit befindlichen Planung der Fall? Wenn nein, warum nicht?“
Man sei davon ausgegangen, dass nach Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden auch seitens der Umweltverbände keine nennenswerten Einwände vorgebracht würden, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Mittel stehen zur Verfügung

Wann und ob überhaupt mit einer Anbindung von Beienbach an das bestehende Radwegenetz zu rechnen ist, haken die Grünen nach. Das liege nun an den beiden Naturschutzbehörden, die prüfen und abwägen müssten, erläutert die Verwaltung. Ob es eine Verzögerung gebe, sei nicht absehbar. Die Mittel stünden laut Landesbetrieb Straßen NRW jedoch in diesem Jahr zur Verfügung, sodass die Maßnahme im Falle der Genehmigung sofort ausgeschrieben werden könne. 
Die Ampelanlage werde indes nur installiert, wenn auch der Radweg umgesetzt werde, antwortet die Verwaltung auf eine weitere Frage der Grünen. Und: „Die Verwaltung setzt nach wie vor alle Bemühungen daran, den Ortsteil Beienbach so schnell wie möglich an das bestehende Radwegenetz anzubinden.“

Beteiligung der Beienbacher nicht notwendig

Auch im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss war der Radweg kurz Thema. Vorsitzender Alfred Oehm (CDU) hatte vorgeschlagen, auch Beienbachs Ortsbürgermeisterin Rosel Flender zu dem Termin mit den Verbänden einzuladen. Tiefbauamtsleiter Rainer Schild erklärte, dass es bei diesem Treffen nur um Naturschutzbelange gehe, eine Beteiligung des Orts sei deswegen eigentlich nicht notwendig. Er werde den Vorschlag aber weitergeben.

Auch eine Ampelanlage soll als Querungshilfe im Zuge des Radwegebaus installiert werden.
Im August 2018 hatten Beienbacher Radfahrer den Landesbetrieb Straßen NRW aufgefordert, den Radweg endlich zu bauen. Jetzt sind die Mittel da, doch Naturschutzverbände lehnen die Umsetzung ab.
Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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