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Erstmals Ratssitzung aus Netphen live auf Youtube übertragen
„Net-Stream“ zum Abgewöhnen

So sah der Bildschirm während der eineinhalbstündigen öffentlichen Ratssitzung in Netphen oft aus. Der Text wurde immer dann eingeblendet, wenn ein Redner sprach, der sich nicht filmen lassen wollte.
  • So sah der Bildschirm während der eineinhalbstündigen öffentlichen Ratssitzung in Netphen oft aus. Der Text wurde immer dann eingeblendet, wenn ein Redner sprach, der sich nicht filmen lassen wollte.
  • Foto: sob
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

ihm Netphen.  Zwei Kameras, 35 Ratsmitglieder und eine Handvoll Verwaltungsmitarbeiter – das war die Versuchsanordnung für die Premiere am Donnerstagabend im Netphener Rathaus. Eine Ratssitzung live und in Farbe. Kommunalpolitik aus erster Hand sollte es geben. Die dreiköpfige Filmcrew der Firma Siegfilm war mit Bild und Ton am Start. Anders als ein Teil der Stadtverordneten. Elf Ratsmitglieder nämlich wollten sich nicht filmen lassen. Aber reden wollten einige von ihnen schon. Während sie sprachen, bekamen die Zuschauer weder Ton noch Bild geliefert. Stattdessen erschien dieser Text: „Der aktuelle Wortbeitrag wird aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht übertragen.“
Ich glaube, die haben zu viele Geheimnisse
vor dem Bürger.

ihm Netphen.  Zwei Kameras, 35 Ratsmitglieder und eine Handvoll Verwaltungsmitarbeiter – das war die Versuchsanordnung für die Premiere am Donnerstagabend im Netphener Rathaus. Eine Ratssitzung live und in Farbe. Kommunalpolitik aus erster Hand sollte es geben. Die dreiköpfige Filmcrew der Firma Siegfilm war mit Bild und Ton am Start. Anders als ein Teil der Stadtverordneten. Elf Ratsmitglieder nämlich wollten sich nicht filmen lassen. Aber reden wollten einige von ihnen schon. Während sie sprachen, bekamen die Zuschauer weder Ton noch Bild geliefert. Stattdessen erschien dieser Text: „Der aktuelle Wortbeitrag wird aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht übertragen.“

Ich glaube, die haben zu viele Geheimnisse
vor dem Bürger.
Kommentar
auf der Netphener
Facebook-Seite

Beide Kameras im Ratssaal waren fest ausgerichtet. Eine zeigte Paul Wagener und Andreas Fresen, die andere das extra aufgebaute Rednerpult. Normalerweise bleiben die Redner in Netphen am Platz sitzen und sprechen ins Mikrofon. Am liebsten hätte die Filmcrew mit beweglichen Kameras gearbeitet und auf den jeweiligen Redner geschwenkt. Wegen der zahlreichen Widersprüche gegen die Aufnahme der eigenen Person aber ging das nicht. Siegfilm-Geschäftsführer Dr. Volker Loos: „Wir hätten nicht garantieren können, dass da nicht einer im Bild ist, der das nicht will.“

CDU und Grüne trauen sich

Also Reden am Pult. Der erste, der sich nach vorn traute, war CDU-Fraktionssprecher Sebastian Zimmermann. Selbstbewusst auch Grünen-Chefin Silvia Glomski. Aber der größte Teil der Debattenteilnehmer blieb auf den Plätzen sitzen. Und wurde demzufolge ausgeblendet. Daher konnten die rund 100 Zuschauer, die – wenigstens zu Beginn – die Sitzung online sahen, den Inhalten kaum folgen. Debattenbeiträge fehlten, Antworten darauf blieben demzufolge ohne Bezug. Mitunter wurde noch nicht einmal deutlich, worüber abgestimmt werden sollte.

Enttäuschte Zuschauer

Die Kommentare, die das Rathaus-Fernsehen in den sozialen Medien begleiteten, waren denn auch von Enttäuschung geprägt: „Langweilige Standbilder“, „Ich glaube, die haben zu viele Geheimnisse vor dem Bürger“, „Wirklich schlecht gemacht“, „Intensiver kann man an Kommunalpolitik interessierte Bürger nicht vergraulen“. Ins Nachdenken sind vermutlich auch die Kommunalpolitiker in den anderen Städten und Gemeinden des Kreises gekommen. Etliche wollten die Netphener Premiere beobachten, denn vielerorts will man ebenfalls mehr Bürgernähe durch digitale Teilhabe ausprobieren.

Wer sich den Auftritt im Nachhinein anschauen möchte, hat übrigens Pech. Es gab nur die Chance, live zuzuschauen. Eine Speicherung der Aufnahmen hatten die Netphener ausgeschlossen. Aber es soll weitergehen. Die nächsten beiden Ratssitzungen werden ebenfalls gestreamt – als Test.

Chance vertan
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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