SZ

Deutlicher Anstieg der Sendungsmengen
Paketdienste im Dauereinsatz

Paketzusteller haben auch nach dem Weihnachtsgeschäft gut zu tun. Insgesamt ist die Anzahl der Sendungen seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Mancherorts führt das zu Verzögerungen.
  • Paketzusteller haben auch nach dem Weihnachtsgeschäft gut zu tun. Insgesamt ist die Anzahl der Sendungen seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Mancherorts führt das zu Verzögerungen.
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tile Dreis-Tiefenbach. Volle Depots, Pakettürme in manchen Filialen und Zusteller im Dauereinsatz. Vielerorts ist zu beobachten, dass die Paketdienste alle Hände voll zu tun haben. Mehr als üblich. Das führt bei dem einen oder anderen Anbieter zu Problemen und „Sendungsstaus“. Die Reaktionen auf die hohe Auslastung sind verschieden.

Bernd Sensenschmidt ist treuer DHL-Kunde. Gerade jetzt wünscht er sich einen verlässlichen Service, seine Frau liegt in Duisburg in einer Klinik und wartet auf „Päckchen“ von zu Hause. Zuletzt aber musste er feststellen, dass seine Sendungen immer langsamer ihre Adressaten erreichen als früher.

tile Dreis-Tiefenbach. Volle Depots, Pakettürme in manchen Filialen und Zusteller im Dauereinsatz. Vielerorts ist zu beobachten, dass die Paketdienste alle Hände voll zu tun haben. Mehr als üblich. Das führt bei dem einen oder anderen Anbieter zu Problemen und „Sendungsstaus“. Die Reaktionen auf die hohe Auslastung sind verschieden.

Bernd Sensenschmidt ist treuer DHL-Kunde. Gerade jetzt wünscht er sich einen verlässlichen Service, seine Frau liegt in Duisburg in einer Klinik und wartet auf „Päckchen“ von zu Hause. Zuletzt aber musste er feststellen, dass seine Sendungen immer langsamer ihre Adressaten erreichen als früher. Die Schwierigkeiten begännen in den Filialen: „Mehrmals habe ich, im Zuge der Sendungsverfolgung, feststellen müssen, dass vormittags in der Postagentur Dreis-Tiefenbach eingelieferte Paketsendungen die Agentur erst am folgenden Tag, also etwa 30 Stunden später, verlassen haben.“ Dass die Post bzw. DHL nach dem Jahreswechsel Probleme habe, sei nicht neu. „Aber jetzt ist ein Zustand erreicht, der das Versenden unwägbar macht.“

Bis 30 Prozent mehr Paketsendungen

Die Deutsche Post DHL Group räumt Schwierigkeiten ein. Wegen der erhöhten Mengen könne es vereinzelt dazu kommen, dass Sendungen einen Tag später abgeholt würden, weil sie nicht mehr in den Transporter passten, teilt eine Sprecherin mit. Einige Filialen kämen demnach an ihre Kapazitätsgrenze. Seit der Adventszeit würden zusätzliche, entlastende Fahrten eingesetzt. Das Paketaufkommen liege seit einigen Monaten auf Rekordniveau, heißt es weiter. Im Kreis Siegen-Wittgenstein gebe es bis zu 30 Prozent mehr Paketsendungen als üblich.

Im vergangenen Frühjahr hatte Bernd Sensenschmidt wegen der Lockdown-bedingten hohen Auslastung noch Verständnis. „Dass neun Monate später aber Ähnliches wieder und noch ausgeprägter passiert, wirft die Frage auf, ob man den Rest des Jahres 2020 verschlafen hat.“

Kurz- und mittelfristig plant DHL einen massiven Ausbau seiner Packstationen. Bis Ende 2023 soll die Zahl bundesweit von 6500 auf 12 000 Automaten nahezu verdoppelt werden. Im SZ-Verbreitungsgebiet befinden sich derzeit über 30 Packstationen. In Dreis-Tiefenbach gibt es (noch) keine. Bernd Sensenschmidt müsste derzeit nach Netphen oder Weidenau fahren. Generell könne er sich die Paketaufgabe am Automaten vorstellen.

Lieferzeiten zu 99 Prozent eingehalten

Ein hohes Sendungsaufkommen registriert auch DPD Deutschland, das u. a. ein Paktezentrum in Wilnsdorf betreibt. Dort ist das Paketvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gestiegen. Die Lieferzeiten würden dennoch zu 99 Prozent eingehalten, sagt ein Sprecher. Pakete würden binnen ein bis zwei Tagen zugestellt. Zur Ausbau-Strategie äußert sich das Unternehmen nicht. Man beobachte fortlaufend die Entwicklung. Zuletzt wurde der Standort Hamm ausgebaut, neue Depots in Mannheim, Augsburg und im Allgäu wurden eröffnet. In den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und Altenkirchen gibt es aktuell 37 Pickup-Paketshops, wobei Wittgenstein laut DPD-Shopfinder ein weißer Fleck auf der Landkarte ist.

Nach dem „Rekord-Weihnachtsgeschäft“ liegen auch die Sendungsmengen bei Hermes deutlich über den Vorjahreszahlen. Vom 1. bis 29. Januar wurden in den drei hiesigen Landkreisen 610 000 Sendungen transportiert, im Vergleichszeitraum 2020 waren es 558 000. Handlungsbedarf, in der Region nachzujustieren, sieht man nicht, das Zustellnetz sei trotz der Mengen „sehr stabil“. 111 Paketshops stünden hier zur Verfügung. Trotz des Lockdowns seien bundesweit 80 Prozent aller Shops geöffnet. Stattdessen sollen die Zustellprozesse weiter digitalisiert und somit optimiert werden.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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