Profile und Ziele der Stadt diskutieren

»Kommunalgespräch« der IHK in Netphen / Frage nach Zukunftsgestaltung und Leitbild

sz Deuz. Die Stadt Netphen hat seit 1980 etwa 39 Prozent ihrer Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe (bei Betrieben über 20 Mitarbeitern) verloren. Andere Branchen konnten diese Lücke nur teilweise schließen. Gleichzeitig stieg die Einwohnerzahl um 11,2 Prozent. Netphen dürfe aber langfristig nicht zur »Wohnstadt« für Pendler werden. Die Stadt müsse ihren Bürgern auch in Zukunft Arbeitsplätze bieten. Darüber habe Einigkeit beim »Kommunalgespräch« bestanden, zu dem die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) die städtische Verwaltungsspitze sowie die Fraktionsvorsitzenden nach Deuz eingeladen hatte.

Nach Einschätzung der IHK wird dem verarbeitenden Gewerbe trotz der Arbeitsplatzentwicklung auch in Zukunft eine wirtschaftliche Schlüsselrolle zukommen. Einzelne kommunale Handlungsfelder – zum Beispiel die Schaffung von Gewerbe- und Wohnbauflächen, die Zukunft des Einzelhandels, die wachsende Bedeutung von Tourismus und Rothaarsteig als Wirtschaftsfaktor sowie die Bedeutung der Dörfer - erforderten eigentlich eine grundsätzliche Standortdiskussion aller politisch Verantwortlichen, so ein Fazit der Diskussion. Die notwendigen Weichenstellungen mit langfristiger Zukunftsbedeutung für die noch junge Stadt könnten dann besonders erfolgreich sein, wenn Politik und Verwaltung außerhalb parteipolitischer Zwänge nach allen Seiten Fragen diskutierten, wie sie sich Netphen in zehn oder 15 Jahren vorstellen könnten oder welches Leitbild für Netphen gemeinsam zu entwickeln sei.

»Trotz aller bedauerlichen Abhängigkeiten von der ,großen Politik’ bleibt eine selbstbewusste kommunale Standortbestimmung und konsequente Entwicklungsstrategie unverzichtbar«, wird IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt zitiert. Und genau dies macht es nach Ansicht der Gesprächsteilnehmer notwendig, sich so schnell wie möglich über das zukünftige Profil und die Entwicklungsziele der Stadt zu verständigen. Nur so werde es u.a. auch gelingen, langfristige Perspektiven und Planungssicherheit für das Gelände des Freizeitparks zu schaffen. Gespräche über das »Leitbild« der Kommune sollen in den nächsten Wochen aufgenommen werden.

Gleichzeitig betonte die IHK die Notwendigkeit, in Abstimmung mit den Nachbarkommunen Standorte für neue Gewerbeflächen zu suchen und diese zur Aufnahme in den Gebietsentwicklungsplan anzumelden. Derzeit erfolgt die Fortschreibung des Plans durch die Bezirksregierung. Die Verständigung über ein gemeinsames »interkommunales« Gewerbegebiet ist laut IHK unabhängig davon, ob und inwieweit die ausgewiesene Fläche im eigenen Stadtgebiet liegt. Es habe sich vielfach bewährt, über Gewerbeflächen zu verfügen, wenn sich ein Investor meldet. Stehe der Investor erst vor der Tür, sei es für den Planungsbeginn zu spät.

Was die Staus in der Ortsdurchfahrt Dreis-Tiefenbach angeht, so entstehen diese laut Stadt in erster Linie morgens und am späten Nachmittag durch die Berufspendler. Verbesserungen seien bereits erreicht worden. Das Thema bleibe aber auf der Tagesordnung, wenngleich eine Patentlösung nicht in Sicht sei. Eine Entspannung könnte sich, das ergab die Diskussion, auch dann abzeichnen, wenn ein Teil des Durchgangsverkehrs den Weg vom Autobahnanschluss über Wilnsdorf in das Johannland suche. Allerdings gebe es keinen Hinweis auf Netphen an der Autobahnabfahrt. Bisher seien Initiativen zur Neuausschilderung gescheitert.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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