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Anwalt "geigt" der Polizei die Meinung
Solch einen Vorgang in 21 Berufsjahren nicht erlebt

So stellte sich die Unfallsituation am 18. Mai in Müsen dar. Die Beamten vor Ort bewerteten im Rahmen der Unfallaufnahme die Skoda-Fahrerin (links) als Unfallverursacherin. Der Sachbearbeiter der Polizei im Innendienst sah dies jedoch anders.
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  • So stellte sich die Unfallsituation am 18. Mai in Müsen dar. Die Beamten vor Ort bewerteten im Rahmen der Unfallaufnahme die Skoda-Fahrerin (links) als Unfallverursacherin. Der Sachbearbeiter der Polizei im Innendienst sah dies jedoch anders.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

kalle Dreis-Tiefenbach. Die Berichterstattung über einen relativ harmlosen Unfall in Müsen, der aber nach Bewertung durch die Redaktion verschiedene Fragen offen lässt, hat in der Leserschaft für großes Interesse gesorgt. 
Polizist ändert Unfallbericht zugunsten einer Kollegin
Die Siegener Zeitung legte daher die ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen in der Unfallsache vom 18. Mai in Müsen dem Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, Daniel Nierenz, für eine neutrale Bewertung vor. Mitte Mai war es im Bereich der Hauptstraße, Ecke Poststraße, zu einem Unfall gekommen. Drei Beamte hatten vor Ort einer Skoda-Fahrerin die Schuld an der Kollision gegeben.

kalle Dreis-Tiefenbach. Die Berichterstattung über einen relativ harmlosen Unfall in Müsen, der aber nach Bewertung durch die Redaktion verschiedene Fragen offen lässt, hat in der Leserschaft für großes Interesse gesorgt. 

Polizist ändert Unfallbericht zugunsten einer Kollegin

Die Siegener Zeitung legte daher die ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen in der Unfallsache vom 18. Mai in Müsen dem Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, Daniel Nierenz, für eine neutrale Bewertung vor. Mitte Mai war es im Bereich der Hauptstraße, Ecke Poststraße, zu einem Unfall gekommen. Drei Beamte hatten vor Ort einer Skoda-Fahrerin die Schuld an der Kollision gegeben. Ein Innendienstbeamter hatte dann nachträglich vom Büro aus die Unfallmitteilung korrigiert und eine Corsa-Fahrerin zur Unfallverursacherin erklärt. Die Unfallbeteiligte soll ebenso wie ihr Mann bei der Kreispolizeibehörde in Olpe arbeiten.

Rechtsexperte sieht keine Schuld der 19-Jährigen

Aus Sicht des Rechtsexperten ist aufgrund der vorliegenden Akten der Klassiker „gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen“ festzustellen. Die Skoda-Fahrerin habe nach seiner Bewertung eine Ordnungswidrigkeit begangen. Ein Mitverschulden der 19-Jährigen Unfallbeteiligten erkenne er nicht, vor allem, weil sie nach Angaben einer unabhängigen Zeugenaussage ihr Auto bereits zum Stillstand gebracht hatte.
Der Unfallzeuge schreibt in seiner Stellungnahme, die der SZ vorliegt: „Ich wunderte mich, dass die Fahrerin des Skoda nicht langsamer wurde oder bremste, obwohl sie auf die Kreuzung zufuhr und deutlich zu sehen war, dass eine Fahrerin im Opel Corsa gerade in die Poststraße einbiegen wollte. Da die Fahrerin im Skoda sehr mittig gefahren ist, stoppte die Fahrerin des Corsa den Abbiegevorgang und hielt an, um einen Unfall zu vermeiden.“ Die Fahrerin des Skoda, so der Augenzeuge weiter, hatte noch genug Zeit um zu bremsen, ist aber stattdessen in das stehende Auto gefahren und hat selbst nach dem Aufprall weiterhin auf das Gaspedal getreten.

So etwas in 21 Jahren Berufsjahren noch nicht erlebt

Daniel Nierenz: „Ich habe in meiner 21-jährigen Berufserfahrung als Anwalt und Strafverteidiger noch niemals erlebt, das ein Beamter im Innendienst gleich drei seiner Kollegen aus dem Außendienst ohne Stellungnahme einseitig ,verbessert’.“
Wie der Pressesprecher der Siegener Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss, gegenüber der Siegener Zeitung bestätigte, ist bei seiner Behörde in der Sache eine Anzeige eingetroffen.  Genauere Details lagen dem Oberstaatsanwalt zurzeit nicht vor.

Rückmeldung an aufnehmende Beamte

Die Siegener Zeitung wollte von der Polizei weitere Details aus dem Bereich Unfallaufnahme erfahren. Wie Pressesprecher Michael Zell ausführte, werde in der Regel den aufnehmenden Beamten eine Rückmeldung gegeben, wie es auch bei dem besagten Unfall der Fall gewesen ist. Die Beweisgrundlage erfolge aus den der Polizei vorliegenden Unterlagen (Unfallmitteilung, ggf. Unfallanzeige, Lichtbilder, Skizze), Sachbeweisen (soweit vorhanden) sowie den Einlassungen der Beteiligten und ggf. Zeugenaussagen. Diese Dinge würden geprüft und mit der bestehenden Gesetzeslage und Rechtsprechung verglichen.

So stellte sich die Unfallsituation am 18. Mai in Müsen dar. Die Beamten vor Ort bewerteten im Rahmen der Unfallaufnahme die Skoda-Fahrerin (links) als Unfallverursacherin. Der Sachbearbeiter der Polizei im Innendienst sah dies jedoch anders.
Der Fachanwalt für Strafrecht, Daniel Nierenz, bewertet nach Aktenstudium den Unfall völlig anders als der Unfallsachbearbeiter der Polizei in Kreuztal.
Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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