St.-Andreas-Kapelle wie leergefegt

Eschenbacher Gotteshaus wird von Grund auf renoviert / Alte Eichentafel wieder aufgetaucht

ph Eschenbach. Stumm steht die Orgel auf der Empore. Eine Plane schützt sie vor Schmutz und Staub. Ansonsten ist das Gotteshaus leergefegt. Aber nicht menschenleer, obgleich die Eschenbacher vorübergehend zum Gottesdienst in die Hauptkirche nach Netphen ausweichen müssen. Der Grund ist schnell genannt: Das innere der St.-Andreas-Kapelle wird von Grund auf renoviert.

Mehr noch: Sie erhält einen Anbau, in dem eine (behindertengerechte) Toilette sowie ein Heizungs-/Abstellraum untergebracht werden. Binnen einer guten Woche stand der komplett in Eigenleistung errichtete Rohbau, flatterten die Richtbänder. Bislang, erinnert sich Kapellenvereins-Vorsitzender Bruno Zeppenfeld, schleppten die Frauen das Putzwasser in Eimern von zu Hause mit. Auch die Leitung vom Anbau zum Kanal liegt bereits. Eine moderne Wasser-Warmluftheizung wird die alten Elektroheizungen ersetzen. Geheizt wird mit Gas.

Die auf etwa 300000 Euro geschätzte Renovierung ist die zweite Großmaßnahme nach 1998. Damals war der Außenbereich an der Reihe. Isolierungs- und Drainagearbeiten waren notwendig geworden. Dach und Kirchturm erhielten eine neue Eindeckung, das Eingangsportal ein schützendes Vordach. Schon damals erledigten die Eschenbacher viele Aufgaben selbst.

Auch diesmal erfährt der Kapellenverein viel Unterstützung aus dem Dorf, sei es in Form von Spenden oder aktive Mitwirkung. Sämtliche Maßnahmen laufen über die »Muttergemeinde« Netphen in enger Abstimmung mit dem Erzbistum Paderborn als Zuschussgeber.

Jede Menge Vorarbeiten leistete der Kapellenverein in den Sommerwochen. Die alten Heizungen wurden ebenso herausgerissen wie der Fußboden und die wurmstichige Holztreppe zur Empore. Auch der aus Beton gegossene und mit Marmorplatten verklinkerte Altar ist verschwunden. Sein Nachfolger aus Naturstein fällt laut Wolfgang Töppel, Kassierer im Kapellenverein, etwas kleiner aus und wird ein Stück weiter zur Chorraum-Wand platziert.

Vor wenigen Tagen wurde der Untergrund für den Fußboden aus Naturstein und Parkett aufgetragen: ein Gussasphalt-Estrich, der bereits am darauffolgenden Tag betreten werden konnte. Die Bänke lagern derweil in Bruno Zeppenfelds Garage. Am Mittwoch erschien einer von drei Künstlern im Netphetal, um die Fenster in Augenschein zu nehmen. Denn auch sie sollen ausgetauscht werden. Die einzelnen Vorschläge werden der Paderborner Kunstkommission vorgelegt. Die Wände sollen einen frischen Anstrich erhalten. Einen neuen Platz im Eingangsbereich hat der Grundstein aus dem Jahr 1954 gefunden.

Die Überraschung schlechthin befindet sich momentan noch bei Gottfried Weber. Es handelt sich um eine alte Eichentafel der 1731 erbauten und 1957 abgebrochenen Vorgängerkirche. Das schwere Holzstück samt Inschrift landete im Zuge des Abrisses im Bachbett. Ein Westerwälder fand die Tafel und nahm sie mit. Seit etwa einem halben Jahr befindet sich das Erinnerungsstück wieder in Eschenbach und demnächst in der Kapelle, die ihren schlichten optischen Charakter auch nach der Neugestaltung bewahren soll.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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