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Schließung der Johannlandhalle
Stadt Netphen äußert sich

Schon seit Jahren muss die Johannlandhalle gesperrt werden, wenn durch Schnee oder Starkregen die Dachlast zu hoch zu werden droht. Nun aber zieht die Stadt die Reißleine und untersagt das Betreten völlig.
  • Schon seit Jahren muss die Johannlandhalle gesperrt werden, wenn durch Schnee oder Starkregen die Dachlast zu hoch zu werden droht. Nun aber zieht die Stadt die Reißleine und untersagt das Betreten völlig.
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ihm Netphen. Schockierte Vereinsvorstände und -mitglieder, eine völlig überraschte Ortsbürgermeisterin und ein Bürgermeister, der die Verantwortung für die Statik nicht übernehmen kann und will – das beschreibt die Situation in Netphen-Salchendorf. Am Montag erfuhren die Vorstände der Ortsvereine per Mail von der Stadt, dass der Nutzungsbetrieb der Johannhalle bis auf Weiteres eingestellt wird. Das Betreten der Halle ist untersagt.

Die Begründung aus dem Rathaus: „Eine statische Begutachtung des Hallendachs hat ergeben, dass dessen Tragfähigkeit nach heutigen Maßstäben ungeeignet ist, um einen bedenkenlosen Weiterbetrieb der Halle zu gewährleisten.

ihm Netphen. Schockierte Vereinsvorstände und -mitglieder, eine völlig überraschte Ortsbürgermeisterin und ein Bürgermeister, der die Verantwortung für die Statik nicht übernehmen kann und will – das beschreibt die Situation in Netphen-Salchendorf. Am Montag erfuhren die Vorstände der Ortsvereine per Mail von der Stadt, dass der Nutzungsbetrieb der Johannhalle bis auf Weiteres eingestellt wird. Das Betreten der Halle ist untersagt.

Die Begründung aus dem Rathaus: „Eine statische Begutachtung des Hallendachs hat ergeben, dass dessen Tragfähigkeit nach heutigen Maßstäben ungeeignet ist, um einen bedenkenlosen Weiterbetrieb der Halle zu gewährleisten. Nicht zuletzt angesichts der verheerenden Ausmaße unvorhergesehener Unwetterkatastrophen sieht sich die Stadt Netphen in ihrer Verantwortung für die Bevölkerung veranlasst, die Halle bis auf Weiteres zu schließen.“

Über 300 Menschen nutzen Halle regelmäßig

Fünf Vereine meldeten sich am Dienstag mit einer Pressemitteilung zu Wort und erklärten, dass die knappe Mitteilung der Stadt den SV Germania Salchendorf, die Musikkapelle, den Chor „Treue“, den Heimatverein und die Wurstekommission „bis ins Mark“ treffe. „Die Halle ist für das gesamte Dorf ein zentraler und oft genutzter Treffpunkt. Über 300 Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren nutzen die Halle regelmäßig.“

Stadt Netphen macht Johannlandhalle dicht

Ortsbürgermeisterin Alexandra Wunderlich ist entsetzt: „Wo sollen die vielen Sportler hin? Es sind ja nirgends mehr Hallenzeiten zu bekommen.“ Die Johannlandhalle sei nicht nur der Ort für sportliche Aktivitäten, sondern „sie ist auch für das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Dorf immens wichtig“. Seit der Gasthof Horbes geschlossen habe, könne man für Proben und Vereinstreffen dorthin nicht mehr ausweichen.

Verantwortung für Weiterbetrieb nicht übernehmen

Wie es zu der dramatischen Lage gekommen ist, erläuterte Netphens Bürgermeister Paul Wagener gegenüber der SZ. Er sei zwar nicht fachlich zuständig – für Bauangelegenheit hat die Stadt ja mit Andreas Fresen einen eigenen Dezernenten –, aber die Stadt könne die Verantwortung für den Weiterbetrieb nicht übernehmen. Die statischen Probleme seien keineswegs neu, so Wagener. Schon in den vergangenen Jahren musste die Halle bei Schneefall oder Starkregen gesperrt werden. Das Hallendach könne zusätzliche Last nicht tragen.

"Wo sollen die vielen Sportler hin?
Es sind ja nirgends mehr Hallenzeiten zu bekommen."

Alexandra Wunderlich
Ortsbürgermeisterin
von Netphen-Salchendorf

Am 8. Juli noch hatte es einen Ortstermin zwischen Stadtverwaltung und Vereinen gegeben. Benedikt Büdenbender als 2. Vorsitzender des SV Germania berichtet, dass die städtischen Mitarbeiter erklärt hätten, „dass der Sportbetrieb in der Halle weiterhin ohne Probleme möglich sei. Aufgrund einer nicht mehr funktionierenden Belüftungsanlage dürften sich allerdings nicht mehr als 200 Personen gleichzeitig in der Halle aufhalten.“

Neue Bewertung durch die Stadt Netphen

Zwischen dem 8. und dem 19. Juli ist die Stadt also offenbar zu einer neuen Bewertung gekommen. Zum Teil hängt das vermutlich mit den schockierenden Ereignissen in den Hochwassergebieten zusammen. Paul Wagener verweist jedoch auch auf einen Bauantrag, „den wohl jemand gestellt hat“. Da gehe es um einen Anbau an die Halle. „Und in einem solchen Fall wird das ganze Gebäude noch einmal auf den Prüfstand gestellt“, sagte der Bürgermeister.

„Ja, wir wollen einen Raum an die Halle anbauen“, bestätigte Alexandra Wunderlich. Die Musikkapelle brauche dringend einen Probenraum. „Wir haben eine Zeichnung eingereicht und ein Förderprogramm dafür vorgeschlagen.“

Keinerlei Transparenz 

Für die Vereine steht „außer Frage, dass eine Halle bei nachweisbaren Sicherheitsmängeln nicht genutzt werden darf“. Die fehlende Kommunikation der Stadtverwaltung löste bei den Vereinen aber großen Ärger aus. Es gebe keinerlei Transparenz, ein persönliches Gespräch mit Bürgermeister und Beigeordnetem hätte man zumindest erwartet. Das Vorgehen erwecke den Eindruck, „dass die Verwaltung die Johannlandhalle kaputtschreiben möchte“.

Schnell sanieren „Man kann die Dörfer doch nicht austrocknen!“ Ortsbürgermeisterin Alexandra Wunderlich (CDU) will Schadensbegrenzung betreiben und auf eine schnelle Sanierung der Johannlandhalle drängen. Das Heizungs- und Lüftungssystem muss erneuert werden, dazu ist ein geänderter Dachaufbau erforderlich. Den Förderantrag für die Sanierung – Kosten: über eine halbe Million Euro (Bürgermeister Paul Wagener: „Im Minimum!“) – hat die Stadt gestellt. Das Projekt wurde aber in die B-Kategorie eingestuft, bislang also noch nicht bewilligt. Nun werde man mit Hochdruck daran arbeiten, die Gelder lockerzumachen, sagte Paul Wagener.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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