»Star Trek« in Eckmannshausen

Erstes Mitglied der Siegerländer Enterprise-Crew gefunden

dima Eckmannshausen. »Eine verrückte Geschichte ist das«, grinst Andreas Wernecke. »Seit Tagen habe ich mich auf mein neues Mountainbike gefreut, heute ist es angekommen und ich komme nicht zum Fahren.« Statt durch die Eckmannshausener Mountains zu radeln, telefonierte der 35-Jährige gestern seit den frühen Morgenstunden mit sämtlichen Medien im Umkreis von mindestens einer Tagesradfahrt. Der Grund: Andreas Wernecke hat seine Stimme verliehen. Bereits vor rund fünf Jahren synchronisierte er gemeinsam mit ein paar Kumpels fünf komplette »Star Trek«-Folgen. Und zwar auf »Sejerlänner Platt«, aus Spaß und inkognito.

Gerne hätten die Fans des Siegerländer Weltraumklassikers den Haubergs-Helden die Hände geschüttelt. Der Haken: Niemand wusste bisher, wer sich die Arbeit gemacht hatte. Am Mittwoch eröffnete die Siegener Kulturabteilung schließlich die multimediale Fahndung nach den Machern von »Sdarrr Dräk«.

Zur Belohnung wurden zwei Kinokarten, freie Getränke und Popcorn ausgesetzt. Woraufhin sich mit Andreas Wernecke der erste und bislang einzige von insgesamt vier Synchronsprechern meldete.

»Auf die Idee kamen wir an einem verregneten Samstag Nachmittag. Im Fernseher lief »Star Trek«. Ohne Ton. Wernecke weiter: »Dabei fiel uns auf, dass einige der Charaktere nicht zu ihren Synchronstimmen passten.« Das sollte sich ändern. Mit einem guten Videorecorder und Mikrofonen ging es in der Wohnung eines Siegener Kumpels an die Arbeit. Ohne Drehbuch und vollkommen spontan. So wurde aus dem »Fehlenden Fragment« innerhalb einer vierstündigen Samstagnachmittagssitzung ein Siegerländer Mopedrennen. Wernecke entlockte dabei der Figur des Weltraumopas lippensynchron völlig neue Charakterzüge.

Rund ein Jahr beschäftigten sich die bekennenden Enterprise-Fans mit ihrer intergalaktischen Kulturarbeit. Nach fünf komplett synchronisierten und einigen angefangenen Szenen verlor man sich und die herrlich seltsamen Synchronfassungen aus den Augen. Wernecke: »Keiner glaubt es mir, aber ich bin scheinbar einer der wenigen Siegerländer, der keine einzige der Aufnahmen besitzt.« Ursprünglich auf Video gebannt, verbreiteten sich die Synchronisationen mit Beginn des CD-Brenner-Zeitalters wie ein Lauffeuer quer durch das Siegerland.

Fast jeder Besitzer eines Laufwerkes scheint mittlerweile mindestens eine der Folgen sein Eigen zu nennen. Die Popularität der Mundart-Abenteuer dürfte nach dem heutigen Abend noch mal exponentiell ansteigen. Spätestens wenn das Raumschiff bei »Siegen ist filmreif« (Beginn 21.30 Uhr) über die riesige Open-Air-Leinwand auf dem Platz des Unteren Schlosses segelt.

Wernecke, der im Interview betonte, nicht der Hauptinitiator gewesen zu sein, hofft jetzt, beim heutigen Open-Air-Kino-Abend, auf Zeichen der übrigen Siegerländer Enterprise-Besatzung.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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