Verschnaufpause für Angehörige

»Familienunterstützender Dienst« der Lebenshilfe leistet pädagogischen Beistand

Hainchen. Ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderung und eine Entlastung pflegender Angehöriger sind Ziele, denen sich die Lebenshilfe widmet. Das »Institut für Betreuung, Familienunterstützung und Selbstbestimmtes Leben« in der Wasserburg Hainchen stellte gestern in einem Pressegespräch seine Arbeit vor. Besonders der Familienunterstützende Dienst lag Institutsleiter Volker Reichmann dabei am Herzen.

Die Lebenshilfe unterhält in Hainchen eine gesetzliche Betreuungsstelle: Drei pädagogische Mitarbeiter vertreten in diesem Rahmen die Anliegen von 75 Erwachsenen mit Behinderung. Als »Bildungs- und Erholungsstätte« verfügt die Wasserburg außerdem über 26 Betten. 6000 Übernachtungen zählt der Verband hier jährlich für Fortbildungsmaßnahmen, Seminare und Fremdvermietungen. Für den »Famlienunterstützenden Dienst« schließlich stehen zwei studierte Sozialpädagogen zur Verfügung, Volker Reichmann und Sebastian Schreiber. Ihr Anliegen ist es, betreuende Angehörige in ihrer pädagogischen Arbeit zu entlasten und ihnen Freiräume zu schaffen für eine »weitgehend normale Teilnahme« am gesellschaftlichen Leben.

Möglich ist Hilfe bei allen Behinderungen. Sie reicht von einer stundenweisen Vertretung bis zur tageweisen Betreuung, auch an Abenden und Wochenenden. Darüber hinaus werden Freizeiten in der Nähe und der Ferne für Menschen mit Behinderungen angeboten, ebenso Urlaubsbegleitungen, um Angehörige während der Ferien in der Betreuung zu unterstützen. »Leider ist das Angebot noch zu wenig bekannt«, so Sebastian Schreiber. Auch sei gerade im ländlichen Bereich die Hemmschwelle für Angehörige groß, die Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Familienunterstützende Dienst gibt sich Mühe, für jeden Einzelfall eine passende Honorarkraft zu finden. Nach dem ersten telefonischen Kontakt treffe man sich zum Gespräch mit der Familie. Dann werde eine Betreuungskraft vorgeschlagen und der hilfsbedürftigen Person vorgestellt. »Erst wenn alles passt, beginnt der Dienst«, so Reichmann. Die eingesetzten Kräfte kommen »alle irgendwie aus dem sozialen Bereich«: Sozialpädagogik-Studenten, Erzieherinnen und Ruheständler mit einschlägiger Ausbildung zählten dazu. »Wir haben auch ein paar Leute, die keine Vorbildung haben«: Die würden dann innerhalb des Hauses für ihren Einsatz geschult.

Der Familienunterstützende Dienst in Hainchen betreut kreisweit zehn Familien als »Stammkunden« und viele weitere vereinzelt. Ein entsprechendes Angebot macht im Kreisgebiet auch der Kreuztaler Verein »Invema«. Die Leistungen werden entweder privat bezahlt, oder über die Pflegeversicherung bzw. die Eingliederungshilfe des Sozialamtes. Bis Ende kommenden Jahres wird dieser Dienst als »offene Hilfe« in gewohnter Umgebung von der Landesregierung mit einem Personalkostenzuschuss von rund 40 Prozent gefördert. Wie sich danach die Kosten entwickeln und ob die Kommunen einsteigen, ist noch offen.

avb

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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