Letzter Tag des Jubiläumswochendes
Vom Ober- bis zum Niederdorf

Pfarrer Thomas Naumann rechnete vor, dass in 675 Jahren etwa 27 Generationen in Unglinghausen gelebt haben.
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  • Pfarrer Thomas Naumann rechnete vor, dass in 675 Jahren etwa 27 Generationen in Unglinghausen gelebt haben.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sos Unglinghausen. Da mussten die Besucher der Jubiläumsfeier am Sonntag schon etliche Meter zurücklegen, damit sie sich alle Aktionen anschauen konnten – und das bei der Hitze: Vom Nieder- bis zum Oberdorf gab es in Unglinghausen an verschiedenen Punkten immer wieder etwas zu sehen, die Bandbreite erstreckte sich von Tieren über Sport bis hin zum alten Handwerk.

Gottesdienst und Friedenstauben

Traditionell begann der Tag zunächst mit einem Gottesdienst im Festzelt, den Pfarrer Thomas Naumann leitete. Gemeinsam gingen die Unglinghausener anschließend zum Mahnmal, wo sie der Verstorbenen gedachten. „Warum geht man an einem solchen Geburtstag auf den Friedhof?“, fragte Naumann, und klärte gleich auf: „Er ist nicht nur ein Ort des Schmerzes sondern auch der Verbundenheit.“ In den 675 Jahren, die es Unglinghausen mindestens schon gibt, hätten etwa 27 Generationen im Ort gelebt, rechnete er vor, eine ganze Menge. Und jedes einzelne Menschenleben sei kostbar, das werde noch einmal besonders deutlich, wenn man sich an einem Mahnmal versammele. So hängten einige Dorfkinder als Zeichen des Friedens selbstgebastelte weiße Tauben in die Bäume. „Sie zeigen, dass Gott zu seiner Welt steht“, so Pfarrer Naumann.

An der Backesecke wurde geschmiedet

Schon aus der Ferne machte sich nach dem Mittagessen – ja, es gab Erbsensuppe und ja, sie wurde trotz sengender Hitze gegessen – Hufschmied Johannes Schmidt bemerkbar. An der Herzhausener Straße zeigte er Simon Bruch gerade an seiner rauchenden Feldschmiede, wie man mit zwei Hämmern eine Vierkantspitze streckt: „Es geht jetzt erst mal nicht um das Tempo …“ – „ …sondern um den Takt“, ergänzte der 15-Jährige schnell, der sich schon ziemlich gut auskennt. Johannes Schmidt gab den Rhythmus mit seinem kleineren Hammer vor, Simon zog nach. „Ambosssprache“ heißt das. Nur wenige Meter weiter hatte die Nachbarschaft an der Backesecke einen „Selfie-Point“ auf Heuballen eingerichtet; die Generation Instagram ließ grüßen.

Bus pendelte zwischen Ober- und Niederdorf

Zu Fuß oder per Hübbelbummler ging es von dort weiter Richtung Bürgerbegegnungsstätte, geografisch gesehen dem Mittelpunkt des Festes. Hier kamen die Besucher immer wieder zum Essen, Trinken und Klönen zusammen. Sie flanierten an verschiedenen Ständen vorbei, an denen sie beispielsweise Holzarbeiten kaufen oder sich über Vereinsarbeit informieren konnten. Am begehrtesten waren jedenfalls die Plätze im Schatten. Im Festzelt gab es, wie es sich gehört, ab 15 Uhr Kaffee und selbstgemachten Kuchen. Gerade bei den Sahnetorten war Eile geboten; „die müssen schnell gegessen werden“, forderten die Damen vom Frauenkreis Unglinghausen die Gäste auf.
Musik war zwischendurch immer wieder von der Natur- und Jagdhorn-Bläsergruppe Siegerland-Wittgenstein zu hören. Sie hatten auch ihr selbst entwickeltes Rothaarsteighorn dabei. Das längste „Gerät“ messe ganze 9 Meter, berichtete Gregor Kölsch vom Verein.

Sport und Spiel an der Dorfstraße

Sportlich ging es an der Dorfstraße zu. Streetsoccer oder -tennis, Rundballen-Wettrollen, Hockey – wer noch nicht genug ins Schwitzen gekommen war, der durfte hier gerne ran. Als Belohnung gab es an der Milchbar einen Erdbeer- oder Schokomilchshake.

Dorfkinder können feiern

Viel Arbeit haben die Unglinghausener in ihre Geburtstagsfeier gesteckt und mit dem Ergebnis haben sie allen bewiesen, dass Kinder aus dem Dorf denen aus der Stadt in nichts nachstehen – vor allem nicht im Feste feiern.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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