Eiserne Sechs-Wochen-Challenge
Vom Pfundskerl zum Kilo-Terminator

Bei einem Vortrag und Treffen mit Arnold Schwarzenegger holte sich Ullrich Bandke die Extraportion Motivation.
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  • Bei einem Vortrag und Treffen mit Arnold Schwarzenegger holte sich Ullrich Bandke die Extraportion Motivation.
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tile Siegen. Dass es so nicht mehr weitergehen konnte, war Ullrich Bandke bereits im vergangenen Jahr klar. Er, der sein ganzes Leben lang Sport getrieben hat, fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Noch vor einigen Jahren lief der heute 54-Jährige Marathon (Bestzeit 3.35 Stunden in Frankfurt), doch jetzt schaffte er kaum noch fünf Kilometer. Eine Extraportion Motivation für eine Wette gegen seinen Lauftreff holte sich der Netphener daher im September bei einem Vortrag von Arnold Schwarzenegger in Berlin, schüttelte dem „Terminator“ sogar die Hand. „Er hat eine beeindruckende Energie“, sagt Ullrich Bandke begeistert. Dennoch dauerte es fast ein halbes Jahr, bis er endlich Nägel mit Köpfen machte.

Das Ziel: 12 Prozent Körperfettanteil

Noch im Februar schien das Ziel, den Körperfettanteil auf 12 Prozent zu reduzieren, abwegig. 97 Kilo brachte Ullrich Bandke, allen guten Vorsätzen zum Trotz, auf die Waage. Und dann kam Corona. Anders als viele andere, hatte der Bausachverständige während des Lockdowns viel zu tun. Morgens um 6 Uhr wurde der Computer ein- und erst abends um 22.30 Uhr wieder ausgeschaltet. Für Sport blieb kaum Zeit. Gleichzeitig eignete sich der Läufer des TVE Netphen „grausame Angewohnheiten“ bei der Ernährung an. Brownies und Schokolade bestimmten den täglichen Speiseplan.

Wetteinsatz Vier-Gänge-Menü

Ullrich Bandke drohte seine Wette zu verlieren, die „Deadline“ war Ende Juni. Es stand durchaus ein kleines Sümmchen auf dem Spiel, denn bei einem Scheitern, so hatte er es versprochen, würde er die gesamte Truppe von rund 15 Sportlern zu einem Vier-Gänge-Menü inklusive Getränken und Übernachtung einladen.

Ernährung konsequent umgestellt

Im Mai kam die Kehrtwende: Der gelernte Maurermeister stellte seine Ernährung konsequent um, strukturierte seine Tage neu. Zucker, Fertigprodukte und Nudeln wurden verbannt, „natürlich gesund“ lautete ab sofort das Motto in der Küche. Morgens ein Glas „goldene Milch“ (Hafermilch mit Kurkuma, Ingwer, Pfeffer und Honig), gegen 12 Uhr gerne ein Kohlgericht mit Ei und Süßkartoffeln oder Frikadellen aus Kidneybohnen – alles frisch zubereitet. Abends aß er selbst gebackenes Brot mit Aufstrich (Avocado mit Dill oder Petersilie), Salate und Gemüse. Tomaten vom eigenen Balkon gab es nun täglich. Zu einem guten Stück Fleisch sagt Ullrich Bandke weiterhin nicht nein, aber seine Küche ist überwiegend vegetarisch geworden. Low carb (wenig Kohlenhydrate) wurde seine Ernährung so automatisch.

Mix aus Cardio- und Krafttraining

Mit einer Sechs-Wochen-Challenge, die er in den sozialen Medien dokumentierte, setzte sich Ullrich Bandke bewusst unter Druck. Frei nach Schwarzenegger („Du hast täglich 18 Stunden Zeit, deine Ziele zu verwirklichen“) ging der 54-Jährige mit nun 94,3 Kilo und einem Körperfettanteil von 23 Prozent am 25. Mai in die Vollen: Um 5 Uhr morgens stand er auf für die erste Einheit. Bei seinem Trainingsplan setzte er auf einen Mix aus Cardio- (Laufen) und Kraft-Training. In den ersten sieben Tagen purzelten die Kilos: Nach 85 gelaufenen Kilometern, vier Einheiten im Fitnessstudio und täglich 45 bis 60 Minuten auf der Rudermaschine waren die ersten zehn Pfunde bereits runter. In den Folgewochen pendelte sich der Gewichtsverlust bei jeweils 1,5 bis 2 Kilo ein.

Neue Reize zur Halbzeit

Zwischendurch setzte Ullrich Bandke neue Reize: Er entdeckte Yoga für sich und engagierte ab der vierten Woche einen Fitness-Coach. Zu beruflichen Terminen nahm er nun stets die Sporttasche mit. Statt sich nach der Arbeit auf die Couch zu legen, ging es direkt nach Trupbach ins Studio Benefit Sport zum Functional Training. Trotz der vielen Einheiten achtete der „Challenger“ darauf, nicht über die Schmerzgrenze hinauszugehen. Beim Laufen gönnte er sich auch Gehpausen.

Der Erfolg kann sich sehen lassen

Motivationsprobleme hatte der 54-Jährige keine. Zudem brachte der ehemalige Kicker der dritthöchsten Liga der ehemaligen DDR die notwendige Disziplin auf. Inzwischen hatte sich sein ganzes Wohlbefinden und seine Laune merklich verbesserte. Er sei viel positiver als noch im Frühjahr gewesen. Auch der Heißhunger auf das abgesetzte Junk Food blieb aus. „Ich habe die Sucht nach Zucker gegen den Sport ausgetauscht“, sagt er mit einem gewissen Stolz. Der Erfolg gibt ihm recht – und kann sich sehen lassen. 81,2 Kilo zeigte die Waage am 5. Juli an, 13 weniger als sechs Wochen zuvor. Gleichzeitig hatte er deutlich Muskeln aufgebaut, sodass sich der Körperfettanteil auf die angestrebten 12 Prozent reduzierte. Wette gewonnen!

Spende ans Kinder- und Jugendhospiz Balthasar

Nun schulden die Lauffreunde Ullrich Bandke eine Grillparty. Für seinen Wetteinsatz fand der Netphener einen anderen Verwendungszweck: Für jedes verlorene Prozent Körperfett spendete er 50 Euro an das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar – insgesamt 575 Euro. Aufgrund seiner Challenge wurde auch im Benefit eine Spendendose für die Olper Einrichtung aufgestellt.

Schwarzenegger wäre stolz

Ullrich Bandke gefällt sein neuer Lebensstil, der Sport gehört weiterhin zu seinem Alltag: viermal Laufen und zweimal Fitness in der Woche müssen es nun mindestens sein. Die gesunde Küche sowieso. „Man schmeckt viel mehr und besser“, kann er die Umstellung nur empfehlen. Schwarzenegger wäre sicher stolz auf ihn.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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