Planungen für Stadthalle in Netphen
Voraussetzungen für Neubau sollen geschaffen werden

Weil die Georg-Heimann-Halle marode ist, leitet die Stadt Netphen nun weitere Schritte ein, um eine ganz neue Stadthalle im Bereich "An der Braas" zu bauen.
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sos Netphen. Ziemlich „unglücklich“ fand Rüdiger Bradtka (CDU) die Tatsache, dass die Verwaltung vor der Vorstellung ihrer Pläne für die Stadthalle nicht mit den Vereinen gesprochen habe. „Das ist ein sensibles Thema, sie müssen sich mitgenommen fühlen“, betonte er. Ja, die Zeichnungen sähen schon sehr konkret und fertig aus, erklärte Stadtplaner Bernd Wiezorek im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss. „Aber das sind nur die ersten Gedanken, ein Konstrukt.“

Georg-Heimann-Halle ist marode

Weil die Georg-Heimann-Halle in Netphen etliche Mängel aufweist, die nur mit großem finanziellen Aufwand behoben werden können, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, eine ganz neue Stadthalle zu bauen, und zwar an einem neuen Standort im Bereich „An der Braas“ (die SZ berichtete). Detailliert beschreibt die Verwaltung das Gebäude mit gebogenen Außenwänden, das in drei Zonen aufgeteilt und zweigeschossig gebaut werden soll. Beispielsweise befinde sich im Obergeschoss „auf der Empore eine kleine Sektbar und, durch eine Glaswand abgetrennt, eine Sitztribüne mit rund 90 Sitzplätzen für die Halle“. Die Halle selbst solle mit Holzwänden und -boden ausgestattet sein, hier fänden 450 Besucher Platz. Die Baukosten – ohne Innenausstattung – belaufen sich nach ersten Schätzungen auf 5,4 Mill. Euro.

Wünsche von Vereinen abwarten

Bradtka vermute jedoch, dass die Anforderungen und Wünsche der Vereine sich auf die Gestaltung der Halle auswirken könnten. „Und das könnte auch das Zahlenwerk noch mal ändern.“ Er bat darum, die Vorlage zurückzuziehen und zunächst die Vereine ins Boot zu holen.

Startschuss muss endlich fallen

Tiefbauamtsleiter Rainer Schild sah das anders. „Irgendwie müssen wir die Geschichte mal ans Laufen kriegen.“ Und dafür müsse das Gremium den Startschuss geben und klar sagen, dass die Verwaltung in diese Richtung weiter arbeiten solle. „Geben Sie uns grünes Licht, dann sprechen wir mit den Vereinen und preschen nach vorn.“ Außerdem, so Wiezorek, hätte das Gremium sich wahrscheinlich auch beschwert, wenn zunächst die Vereine und erst dann die lokalen Politiker informiert worden wären.

Vereine müssen Beitrag leisten

Wie viele Vereine, die jetzt die Georg-Heimann-Halle nutzen, denn berücksichtigt worden seien, wollte Wolfgang Decker (CDU) wissen. Kämmerer Hans-Georg Rosemann betonte, dass dieses Gebäude für die gesamte Stadt Netphen zur Verfügung stehen werde. „Wenn Vereine ein zusätzliches Raumprogramm wollen, müssen sie einen Beitrag leisten – das ist auf den Dörfern auch so.“ Klaus-Peter Wilhelm (UWG) sah die Vereine ebenfalls in der Pflicht: „Über finanzielle Dinge unterhalten wir uns später. Dann werden auch die Vereine zur Kasse gebeten; die können jetzt schon mal anfangen zu sparen.“

Nach alternativen Standorten suchen

Raimund Arns (FDP) gefiel der Entwurf. Was ihm jedoch Sorge bereitete, war der letzte Absatz der Vorlage, in dem die Verwaltung beschreibt, dass noch „viele Unwägbarkeiten“ zu erkennen seien, „die im Rahmen weiterer Planungen identifiziert und schließlich gelöst werden müssten“. Da solle man doch lieber im Vorfeld recherchieren, appellierte Arns. Zudem würde für eine Stadthalle an dieser Stelle eine Fläche zunichte gemacht, auf der sich eigentlich Gewerbe ansiedeln sollte. „Mir wäre eine andere Stelle lieber.“ Fraktionskollege Klaus Kopetzki stimmte ihm zu; vielleicht könne man noch nach alternativen Standorten suchen, beispielsweise am Bernstein.

Konsequenzen für andere Hallen

Sozialdemokrat Manfred Heinz wies darauf hin, dass der Bau dieser großen Stadthalle auch Folgen für die Investitionen in andere Veranstaltungsstätten haben könne. In der folgenden Sitzung des Hauptausschusses wurde dies erneut thematisiert, als Alexandra Wunderlich (CDU) sich von der Verwaltung bestätigen lassen wollte, dass die restlichen Hallen von nun an aber nicht stiefmütterlich behandelt oder gar geschlossen würden. In den sozialen Medien habe es entsprechende Beiträge gegeben.

Stadthalle braucht Akzeptanz

So habe er das auch nicht gemeint, betonte Heinz. Seiner Meinung nach müsse die Stadthalle aber von allen Ortsteilen akzeptiert werden, „sonst wäre das Projekt schon jetzt misslungen“. In der Tat sei es wohl nicht möglich, auch die anderen Hallen für Großveranstaltungen ab 200 Personen auszurüsten, so Hans-Georg Rosemann. „Das wären erhebliche Investitionen“, beispielsweise in Sachen Brandschutz. Die Hauptsache sei doch, dass die Hallen in den Dörfern für Vereine und Feiern erhalten blieben, fasste Klaus-Peter Wilhelm zusammen. „Da gehen wir d’accord“, so Bürgermeister Paul Wagener.

Verwaltung geht die nächsten Schritte an

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses stimmten mehrheitlich dafür, die Planungen für die Halle „An der Braas“ weiter zu verfolgen. Lediglich Günther Hachenberg enthielt sich und Tobias Glomski stimmte dagegen (beide Grüne). Im Hauptausschuss gab es eine Enthaltung bei den Grünen, eine bei der CDU, ansonsten votierten alle dafür.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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