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Alternativen zum Auto
Was ist in Netphen möglich?

Das Rad kann eine echte Alternative zum Auto sein - aber nicht für jeden und nicht für alle Strecken. Wie kann die Mobilität also im ländlichen Raum verbessert werden?
  • Das Rad kann eine echte Alternative zum Auto sein - aber nicht für jeden und nicht für alle Strecken. Wie kann die Mobilität also im ländlichen Raum verbessert werden?
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sos Netphen. Was für Städte mit 100.000 Einwohnern gilt, gilt noch lange nicht für solche mit gut 24.000 Einwohnern und vielen kleinen Dörfern. Darin waren sich in der jüngsten Sitzung des Netphener Stadtentwicklungsausschusses wohl alle einig. Und auch wenn Andreas Falkowski vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg versuchte, die Vorteile des Zukunftsnetzes Mobilität NRW, in dem Netphen seit Anfang des Jahres Mitglied ist, mit Videos und Grafiken schmackhaft zu machen, so blieben die Kommunalpolitiker skeptisch.
Klimaveränderungen entgegenwirkenDas Ziel aller sie doch eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung, stellte Falkowski zu Beginn fest. So sei es möglich, den Klimaveränderungen entgegenzuwirken. Während die Industrie schon auf dem Weg sei, „dümpelt der Verkehr noch so vor sich hin“.

sos Netphen. Was für Städte mit 100.000 Einwohnern gilt, gilt noch lange nicht für solche mit gut 24.000 Einwohnern und vielen kleinen Dörfern. Darin waren sich in der jüngsten Sitzung des Netphener Stadtentwicklungsausschusses wohl alle einig. Und auch wenn Andreas Falkowski vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg versuchte, die Vorteile des Zukunftsnetzes Mobilität NRW, in dem Netphen seit Anfang des Jahres Mitglied ist, mit Videos und Grafiken schmackhaft zu machen, so blieben die Kommunalpolitiker skeptisch.

Klimaveränderungen entgegenwirken

Das Ziel aller sie doch eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung, stellte Falkowski zu Beginn fest. So sei es möglich, den Klimaveränderungen entgegenzuwirken. Während die Industrie schon auf dem Weg sei, „dümpelt der Verkehr noch so vor sich hin“. Die Frage sei: Wie wollen wir eigentlich leben? Seine Antwort: mehr Mobilität mit weniger Kfz-Verkehrsbelastung.

Alternativen zum Auto nutzen

Distanzen von bis zu 3 Kilometer könne man auch gut zu Fuß, mit dem Pedelec oder mit dem ÖPNV zurücklegen, wobei dann die Wege bzw. Fahrten auch attraktiv gestaltet werden müssten. Dazu gehörten unter anderem die dynamische Fahrgastinformation, verschiedene Systeme wie Bürgerbus, Dorfauto oder Carsharing und sichere Radabstellanlagen. Das Netzwerk biete auch Fußverkehr-Checks an, bei dem die Wege vor Ort bewertet und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Um all das innerhalb einer Verwaltung zu koordinieren, sei ein Mobilitätsmanager jedoch von Vorteil.
Niemand wolle das Auto verteufeln; stattdessen gehe es darum, eine „positive Erzählung“ zu schaffen, die zeige, dass es gute Gründe für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung gebe: mehr Sicherheit, weniger Lärm, mehr Platz, weniger Stau. Als Beispiel nannte er die Offenlegung des Siegufers in Siegen, für die ein Parkplatz weichen musste. „Ja, da sind Millionen reingeflossen, aber so etwas geht auch im Kleinen“, betonte Falkowski.

Der ÖPNV ist das Problem

Das höre sich zwar alles positiv an, so Ausschussvorsitzender Alfred Oehm (CDU), doch habe die Kommune auf den ÖPNV keinen Einfluss. Und genau der laufe schlecht. Wenn Fahrten früh morgens wegfielen und Busse in Taxibusse umgewandelt würden, „drängt man die Leute weg vom ÖPNV“. Das Netzwerk solle „die Leute beim ZWS und Kreis mal richtig beraten“, forderte Oehm. Diesen Schuh wollte Andreas Falkowski sich bzw. dem ZWS, der einer der Träger des Zukunftsnetzes ist, nicht anziehen: „Sie sitzen im Kreistag, und Sie gestalten die finanzielle Ausstattung des ÖPNV. Wenn man wenig zahlt, kann man nicht viel erwarten.“

Konzept für den ländlichen Raum fehlt

Die Lösung für ein 300-Einwohner-Dorf sei hier nicht gezeigt worden, kritisierte Sozialdemokrat Manfred Heinz. Ein Mobilitätsmanager sei schön und gut, doch der müsse gefunden und bezahlt werden. „Schicken Sie uns Geld, dann machen wir kombinierte Verkehrswege durchs ganze Tal“, appellierte er. Auch Helga Rock (Grüne) hätte sich ein Konzept für den ländlichen Raum gewünscht. Zudem seien 3 Kilometer lange Wege nicht für jeden zu Fuß zu bewältigen.
Der Weg zum Bäcker aber sei machbar, fand Falkowski. Carsharing und gute Radwege seien weitere Möglichkeiten in diesem Bereich. Bei dem Netzwerk gehe es auch darum, Beispiele auszutauschen, aus Fehlern zu lernen und Vorbildern zu folgen. Und: Bald könnten Kommunen auf einer Online-Plattform auf einfache Art und Weise erfahren, wofür welche Fördergelder infrage kommen.
Zum Schluss dankte Alfred Oehm dem Vertreter des Netzwerks für die Ausführungen mit dem Hinweis: „Nehmen Sie’s nicht persönlich.“

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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