Wenn Kindern die Schule schmeckt

Verlässliche Halbtags-Grundschule Niedernetphen will Offene Ganztagsschule werden

matz Netphen. Christopher schmeckt es, das sieht man. Mit Vergnügen lädt sich der Siebenjährige noch einmal den Teller voll. 28 andere Kinder auch in der Grundschule Niedernetphen. Gitta Wickel und Ellen Seelbach bekochen die Kinderschar. Sie sorgen dafür, dass die Nachmittagsbetreuung mit einer ordentlichen Grundlage beginnt.

Denn die Grundschule Niedernetphen ist eine der ganz wenigen im Kreisgebiet, die dieses Angebot überhaupt offeriert. Und das schon seit dem Schuljahr 2000/2001. »Wahrscheinlich sogar die einzige, die ab dem kommenden Schuljahr eine Offene Ganztagsschule sein könnte«, meint Schulleiter Karl-Wilhelm Nowak. Vorausgesetzt, der Schulausschuss stimmt dem Konzept heute Nachmittag zu. Doch da sieht Nowak keine großen Probleme: »Unser jetziges Betreuungskonzept kommt dem der Ganztagsschule schon sehr nahe.«

Den Eltern kommt das Angebot gelegen. Und so teuer ist es auch nicht. Für die verlässliche Betreuung von 8 bis 16.30 Uhr müssen Eltern mindestens 75 e berappen, nach freiwilliger Selbsteinschätzung mehr. Allein 2,30 e kostet das Mittagessen. »Wir müssen haushalten und auf günstige Preise achten«, erzählt Gitta Wickel. »Für das Geld bekommen wir auch etwas aus einer Großküche geliefert«, berichtet Nowak. »Aber nicht die Qualität.« Es schmeckt eben wie bei Muttern. Was Gitta Wickel und Ellen Seelbach oft genug für die Kinder sind. »Manchmal kommen sie und weinen sich hier aus.« Kinder schätzen die Großfamilien-Atmosphäre.

Angeschafft wurde die Küche vom Förderverein der Schule. Ebenso die Tische und Bänke, auf denen die Kinder im Sommer auf dem Schulhof essen und auch Hausaufgaben machen können. Wegen dieses Angebots schicken Eltern aus fremden Schulbezirken ihre Kinder an die Frohnhausener Straße. Hier werden nicht nur Familie und Beruf vereinbart, sondern auch Förderdefizite ausgeglichen. Und das alles schon ab morgens.

Falls in den ersten beiden Stunden kein Unterricht auf dem Stundenplan steht, beschäftigen in der Regel zwei Betreuerinnen die Kinder mit Spielen und Basteln. In der dritten und vierten Stunde ist für alle Kinder Unterricht angesetzt. In der fünften und sechsten Stunde werden sie je nach Bedarf wieder betreut. Danach steht das Mittagessen an. Gewissermaßen als Nachtisch sollen sich die Kinder erst auf dem Schulhof oder in den Betreuungsräumen austoben, bevor sie ihre Hausaufgaben machen. »Die geht so lange, bis auch der letzte fertig ist«, so Nowak. Wer aber fertig sei, dürfe natürlich spielen. »Nach der Betreuung soll eine Eltern-Kind-Beziehung entstehen. Da sollen die Kinder keine Hausaufgaben mehr machen müssen.«

Die derzeit sieben Betreuungskräfte setzen sich zusammen aus einer Kindergärtnerin, einer Ernährungswissenschaftlerin und ausgebildeten Übungsleiterinnen des TV Einigkeit Netphen, die verschiedene sportliche Aktivitäten anbieten. Hinzu kommen eine Chorleiterin, eine Flöten- und eine Klavierlehrerin. Allesamt werden sie aus dem Topf des Fördervereins bezahlt. Der sorgte auch für die Präsenzbücherei, für Kickboards oder für den Beamer, mit dem in der Aula schon mal ein Film gezeigt werden kann.

»Eigentlich müsste es auch an den weiterführenden Schulen das Angebot der Nachmittagsbetreuung geben«, so Nowak. So dass sich Kinder und Eltern auch weiterhin darauf verlassen könnten. Die Offene Ganztagsschule geht sogar weiter: »Es ist ihre Pflicht, möglichst mit den Partnern aus der Nachbarschaft zusammen zu arbeiten, um ein möglichst umfangreiches Angebot anzubieten.« Bereits jetzt könnten Kinder von außerhalb mitmachen. Somit würden sie nicht nachmittags in Verwahrung gegeben, sondern als Beitrag zur sozialen Erziehung betreut. Christopher jedenfalls gefällt das Konzept.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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