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Anlieger in Oelgershausen wollen Straßenausbau stoppen
Widerstand formiert sich

Die Straßen "Vorm Seifchen" (im Bild) und "Auf der Schütze" in Oelgershausen sollen ausgebaut werden. Unter den Anliegern regt sich jedoch Widerstand.
  • Die Straßen "Vorm Seifchen" (im Bild) und "Auf der Schütze" in Oelgershausen sollen ausgebaut werden. Unter den Anliegern regt sich jedoch Widerstand.
  • Foto: sos (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sos Oelgershausen. Die Anlieger zweier Straßen in Oelgershausen sind sauer. Sie beziehen klar Stellung gegen den Ausbau von „Auf der Schütze“ und „Vorm Seifchen“, denn sie sind nicht einverstanden damit, wie die Wege später aussehen sollen. Ihrer Meinung nach sind sie mit 5,50 Metern viel zu breit geplant. Nachdem ihre Vorschläge, die Pläne dem Bürgerwillen anzupassen, jedoch keine Zustimmung gefunden hatten – weder bei Verwaltung noch bei Politik –, formiert sich nun ein Widerstand. „Ich bin bereit, dagegen vorzugehen“, macht der Oelgershausener Gerhard Schmallenbach jetzt Druck auf die Stadt.
Knackpunkt ist die StraßenbreiteSo weit würde Ortsbürgermeister Dieter Bruch, der vor Kurzem zu einer erneuten Versammlung der Betroffenen eingeladen hatte, nicht gehen wollen.

sos Oelgershausen. Die Anlieger zweier Straßen in Oelgershausen sind sauer. Sie beziehen klar Stellung gegen den Ausbau von „Auf der Schütze“ und „Vorm Seifchen“, denn sie sind nicht einverstanden damit, wie die Wege später aussehen sollen. Ihrer Meinung nach sind sie mit 5,50 Metern viel zu breit geplant. Nachdem ihre Vorschläge, die Pläne dem Bürgerwillen anzupassen, jedoch keine Zustimmung gefunden hatten – weder bei Verwaltung noch bei Politik –, formiert sich nun ein Widerstand. „Ich bin bereit, dagegen vorzugehen“, macht der Oelgershausener Gerhard Schmallenbach jetzt Druck auf die Stadt.

Knackpunkt ist die Straßenbreite

So weit würde Ortsbürgermeister Dieter Bruch, der vor Kurzem zu einer erneuten Versammlung der Betroffenen eingeladen hatte, nicht gehen wollen. Er sieht zwei Möglichkeiten: Die Oelgershausener schicken erneut ein Schreiben an alle Fraktionen und den Bürgermeister mit der Forderung nach einer Breite von 4,50 Metern und Haltebuchten oder der Ausbau wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Argument aus dem Rathaus, dass zwei Lkw aneinander vorbei passen müssten, halte er jedenfalls für unsinnig. „Das passiert vielleicht zweimal im Jahr – wenn es hoch kommt!“

Straßenbau bietet sich laut Stadt an

Kein Anlieger habe den Straßenbau in Auftrag gegeben, warum also bestehe man darauf, fragte Willi Olschewski. Baudezernent Erwin Rahrbach hatte diesbezüglich bereits in einer Ausschusssitzung erklärt, dass die Stadt folgepflichtig sei: „Wir haben gesagt, wenn mehr als eine Leitung verlegt wird, dann bauen wir die Straße.“ Das sei nirgendwo verankert, aber eben doch „gute Übung“. Denn bei solchen Maßnahmen sei von der Straße bzw. dem Wirtschaftsweg ohnehin nicht mehr viel übrig, erklärte er noch einmal auf Nachfrage der SZ.

Die Planung ist bereits beschlossene Sache

Dieter Bruch fehlt dafür das Verständnis. Er geht davon aus, dass es hier ums Geld geht: „Die Planung ist jetzt fertig. Wenn die noch mal neu gemacht wird, kostet das wieder.“ Tatsächlich würden hier neue Kosten auf die Stadt zukommen, so Rahrbach. Im Moment bestehe aber schlichtweg kein Anlass dafür, neu zu planen, denn die Rathausmitarbeiter müssten sich an den bestehenden Beschluss halten.

Einige Anlieger müssen Teile der Grundstücke verkaufen

Einigen Eigentümern sei bereits mitgeteilt worden, dass sie für die Umsetzung Teile ihres Grundstückes verkaufen müssten, berichtete Bruch. „Die kriegen gar nix von mir“, rief ein Oelgershausener und bekam gleich Rückendeckung von einer Handvoll weiterer Anlieger: „Von uns auch nicht!“ Die Verwaltung habe diesbezüglich jedoch bereits einige positive Rückmeldungen von Anliegern bekommen, die Teile ihrer Grundstücke verkaufen würden, so Erwin Rahrbach. Falls sich andere dagegen wehren, müsse die Straße gegebenenfalls an der ein oder anderen Stelle eingeengt werden. Um große Flächen handle es sich nämlich nicht.

Parken und Winterdienst

Ein Zuhörer machte darauf aufmerksam, dass an einer schmalen Straße, wie sie teilweise gewünscht wird, keine Autos parken können; auch bekomme der Winterdienst Schwierigkeiten. Dieter Bruch sah hier keine Probleme, die meisten Grundstücke seien große genug für Pkw. Und im Winter könnten Schilder aufgestellt werden, die das Parken verbieten.

Schlechter Zeitpunkt?

Über 35 Jahre habe man damit gewartet, die Straße zu bauen, rechnete ein Bürger vor. „Jetzt herrscht Hochkonjunktur bei den Unternehmen“, verwies er auf die hohen Baukosten. Das passte zu dem Text, den Gerhard Schmallenbach mitgebracht hatte, Thema: antizyklische Fiskalpolitik. Demnach sollten öffentliche Investitionen nur in konjunkturellen Schwächephasen getätigt werden, in einer „Boomphase“ hingegen sollten Ausgaben gekürzt werden. Der Zeitpunkt sei einfach schlecht.
„Müssten wir nichts bezahlen, wären schon x Briefe an die Stadt gegangen, weil die Straßen in einem unzumutbaren Zustand sind“, meinte der Anlieger, der bereits auf die Parksituation und den Winterdienst hingewiesen hatte. Dass sich etwas tun müsse, darin seien sich vermutlich alle einig, so Willi Olschewski. Aber weil es sich hier teilweise um Summen im fünfstelligen Bereich handle, „sollten wir das alle schön finden“. Überhaupt: Wie sähe eine 5,50 Meter breite Straße im Ort denn aus?

30 Unterschriften gegen den geplanten Ausbau

Von den 38 Anliegern, die an dem Abend ins Bürgerhaus gekommen waren, unterschrieben 30 den Vorschlag von Dieter Bruch, den Brief an die Fraktionen zu schicken, berichtete der Ortsbürgermeister im Nachgang. Dass sie damit Erfolg haben, bezweifelt Dezernent Erwin Rahrbach allerdings. In zwei Sitzungen habe sich der Stadtentwicklungsausschuss für eine Breite von 5,50 Metern ausgesprochen. „Die Beschlussfassung ist eindeutig.“

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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