Zelten mit Motorrad

Nach zehn Jahren letztes Goldwing-Treffen in Nenkersdorf

Nenkersdorf. Irgendwann hat alles einmal ein Ende. Ein letztes Mal veranstaltete der Siegener Stammtisch der Goldwing-Freunde an diesem Wochenende sein großes internationales Treffen auf dem Gelände rund um die Halle Oberes Siegtal in Nenkersdorf. In zehn Jahren war das jährliche Ereignis bekannt und beliebt geworden. Jetzt geben die Siegerländer Goldwing-Freunde auf.

Goldwing-Motorräder sind keineswegs dröhnende Rennmaschinen. Die PS-starken und überaus breiten Gefährte zeichnen sich durch eine gepflegte Fahrkultur mit Luxus-Ausstattung aus. »Goldwinger« sind länderübergreifend organisiert und finden sich immer wieder mit Kind und Kegel zu gemeinsamen Treffen zusammen – so auch in Nenkersdorf. Im vergangenen Jahr war sogar eine Gruppe Amerikaner zum Siegtal-Treffen angereist. Einige heimische Goldwing-Freunde befinden sich zurzeit auf einem Gegenbesuch in den USA.

Auch zu diesem letzten Treffen waren neben den »Stammgästen« aus verschiedenen Regionen Deutschlands wieder Goldwing-Freunde aus Belgien und Holland hinzugekommen. Viele Hotels und Gasthöfe im Umkreis von Nenkersdorf waren ausgebucht. Auch die große Wiese neben der Halle war mit Zelten voll belegt. Die wuchtigen, chromblitzenden Goldwing-Maschinen, 130 an der Zahl, die meisten mit Beifahrer unterwegs, ließen die Herzen der eingefleischten Motorrad-Fans höher schlagen. Das neueste Modell ist eine Goldwing mit 130 PS bei 1835 Kubikzentimeter Hubraum. Das örtliche DRK besuchte das Goldwing-Treffen, um über lebensrettende Maßnahmen für Zweiradfahrer zu informieren.

Der nur elfköpfige Siegener Goldwing-Stammtisch ist einem Europaverband untergeordnet. Vorsitzender Wolfgang Heye aus Walpersdorf sieht mehrere Gründe für das Aus der Treffen im Siegtal. Zum einen soll ein Teil der jetzt als Zeltplatz genutzten Wiese rund um die Mehrzweckhalle als Baugebiet erschlossen werden. Ein Ausweich auf den Giller sei nicht möglich gewesen. Zum anderen habe sich der Stammtisch eine Fortsetzung der Treffen über zehn Jahre hinaus ohnehin nicht vorgenommen.

Und schließlich sah Heye auch die Kosten als Hinderungsgrund: Die Einschreibung, Hallen- und Wiesenmiete und vor allem die Verpflegung und Imbisse seien derart teuer geworden, dass dies vor allem für Familien mit Kindern nicht mehr zumutbar sei. Bislang habe das Treffen unter tatkräftiger Unterstützung der heimischen Bevölkerung immer noch stattfinden können, und die Gäste seien stets begeistert gewesen. Dann habe man schließlich den Punkt erreicht, wo nichts mehr gegangen sei. »Irgendwann fährst du an die Wand«, stellte Wolfgang Heye fest. Was dem Siegener Stammtisch bleibt, ist die Erinnerung an zehn erfolgreiche Goldwing-Treffen.

hmw

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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