SZ

Bürgerversammlung in Nenkersdorf
Zwei Windräder sollen am Hellerkopf entstehen

Im Nebel lag der Hellerkopf oberhalb von Nenkersdorf am Donnerstag. Seit den ersten Ideen, dort oben Windräder aufzustellen, hat sich die Landschaft verändert – der Borkenkäfer hat die Fichten vernichtet.
  • Im Nebel lag der Hellerkopf oberhalb von Nenkersdorf am Donnerstag. Seit den ersten Ideen, dort oben Windräder aufzustellen, hat sich die Landschaft verändert – der Borkenkäfer hat die Fichten vernichtet.
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ihm Nenkersdorf. Für die Waldgenossen ist ein Windpark womöglich der Rettungsanker in schwerer Zeit. Bietet er doch eine Möglichkeit, auf den Borkenkäfer-Schadflächen Erträge zu erzielen. Oberhalb von Nenkersdorf, am Hellerkopf, könnte das mit zwei Windrädern gelingen. Für diese beiden Anlangen hat die wpd onshore GmbH aus Bremen einen Bauvorbescheid des Kreises Siegen-Wittgenstein in der Hand. Auf einer Bürgerversammlung diskutierten die Nenkersdorfer am Donnerstagabend das Thema.
Einst war von zwölf Windrädern auf dem Hellerkopf bei Nenkersdorf die Rede
Ursprünglich, so Netphens Beigeordneter Andreas Fresen, habe das Unternehmen eine Genehmigung für fünf Anlagen beantragt.

ihm Nenkersdorf. Für die Waldgenossen ist ein Windpark womöglich der Rettungsanker in schwerer Zeit. Bietet er doch eine Möglichkeit, auf den Borkenkäfer-Schadflächen Erträge zu erzielen. Oberhalb von Nenkersdorf, am Hellerkopf, könnte das mit zwei Windrädern gelingen. Für diese beiden Anlangen hat die wpd onshore GmbH aus Bremen einen Bauvorbescheid des Kreises Siegen-Wittgenstein in der Hand. Auf einer Bürgerversammlung diskutierten die Nenkersdorfer am Donnerstagabend das Thema.

Einst war von zwölf Windrädern auf dem Hellerkopf bei Nenkersdorf die Rede

Ursprünglich, so Netphens Beigeordneter Andreas Fresen, habe das Unternehmen eine Genehmigung für fünf Anlagen beantragt. In den ersten Überlegungen, zwischen dem Sieg- und dem Werthetal eine Windkraft-Konzentrationszone einzurichten, war sogar von zwölf Anlagen gesprochen worden. Aber im Laufe der Prüfungen bei der Kreisverwaltung habe sich herausgestellt, dass drei Anlagen nicht mit den Erndtebrücker Bundeswehreinrichtungen kompatibel seien. Blieben also nur zwei Windräder übrig, für die der Kreis einen positiven Vorvescheid erteilte. Die Anlagen werden mit 247 Metern Höhe über Grund deutlich größere Ausmaße haben, als vor einigen Jahren geplant war.

Fünf Windräder am Hellerkopf beantragt

Dieser Vorbescheid, so Kreisbaudezernent Arno Wied auf Anfrage der SZ, sei noch lange keine Baugenehmigung. Artenschutz, Lärmschutz, Umweltverträglichkeit – all das müsse noch geprüft werden, bevor die Bagger rollen können. Die erforderlichen Gutachten dafür muss die Windkraftfirma vorlegen, wenn sie einen Genehmigungsantrag stellt.

Stadt Netphen nicht Herrin des Verfahrens

Nenkersdorfs Ortsbürgermeisterin Corie Hahn wollte wissen, inwieweit die Bürger an dem Verfahren beteiligt werden, ob sie ihre Meinung sagen können. Andreas Fresen sagte, bei Windparks mit bis zu 20 Anlagen könne man das Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ohne Bürgerbeteiligung durchführen. „Aber der Investor ist wahrscheinlich gut beraten, ein Umweltgutachten zu erstellen. In diesem Rahmen werden auch Träger öffentlicher Belange beteiligt.“

Ob die Stadt Netphen eine Visualisierung der hoch aufragenden Windräder plane, sodass sich die Bürger die Wirkung in der Landschaft überhaupt vorstellen können, fragte Hahn. Eine solche Projektion war vor Jahren für die niedrigeren Anlagen erstellt worden. Andreas Fresen verwies darauf, dass man ja noch gar nicht im Genehmigungsverfahren sei. Er gehe aber davon aus, dass der Kreis eine Anhörung durchführen werde, wenn das Verfahren weiter fortschreite. Aber er unterstrich auch, dass die Stadt Netphen nicht Herrin des Verfahrens sei.

Bauregeln sollen für Nenkersdorf vereinheitlicht werden

Eine weiteres Thema behandelte die Bürgerversammlung: die Gestaltungssatzung, die seit Jahren das ansprechende Nenkersdorfer Ortsbild sichern soll. Sie regelt Dachneigungen, Fassaden- und Fensterfarben und Dachformen. Allerdings nicht einheitlich im ganzen Dorf, sondern im Ortskern selbst gibt es strengere Bestimmungen als drumherum. Zwei Familien wollen nun im Ortskern bauen, sich aber nicht mit dem engen Gestaltungskorsett abfinden. Das eine Gebäude soll statt eines Satteldachs ein Krüppelwalmdach bekommen, das andere ist ein Holzhaus mit anthrazitfarbenen Fenstern. Beides ist nach der Satzung nicht genehmigungsfähig. Das Holzhaus zum Beispiel hätte zumindest im Erdgeschoss weiß gestrichen werden müssen.

Einstimmig sprachen sich die Bürger dafür aus, die Bauregeln für das komplette Dorf zu vereinheitlichen – und zwar nach der liberaleren Regelung für den äußeren Bereich. Nun wird sich der Netphener Rat mit der Gestaltungssatzung befassen und sie vermutlich neu beschließen – das Votum aus dem Dorf war überzeugend.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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