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Duo Dulabi auf literarischer und musikalischer Verbrecherjagd im Otto-Reiffenrath-Haus
Immer und überall – auch in Neunkirchen!

Heike Michaelis (l.) mit Celina Python und Regina Fischer mit Götz E. singen „Something Stupid“, wobei sich die Diva und der Dandy durchaus näherkommen.
  • Heike Michaelis (l.) mit Celina Python und Regina Fischer mit Götz E. singen „Something Stupid“, wobei sich die Diva und der Dandy durchaus näherkommen.
  • Foto: Bärbel Althaus
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

ba Neunkirchen. Tief in die Krimi-Kiste gegriffen hat am Samstagabend im Neunkirchener Otto-Reiffenrath-Haus das Duo Dulabi bei seinem literarisch ambitionierten Musikkabarett. Unterstützt im Reigen des Bösen wurden Heike Michaelis (Klavier, Gesang, Vibrafon und Percussion) und Regina Fischer (Saxofon, Klavier, Gitarre) dabei von zwei äußerst schillernden Gestalten: der extravaganten Drama-Queen Celina Python und Götz E., dem schwäbelnden Krokodil mit Nikotinleidenschaft – zwei Handpuppen mit außergewöhnlichen Talenten und dem Potenzial, ihren Besitzerinnen die Show zu stehlen.

ba Neunkirchen. Tief in die Krimi-Kiste gegriffen hat am Samstagabend im Neunkirchener Otto-Reiffenrath-Haus das Duo Dulabi bei seinem literarisch ambitionierten Musikkabarett. Unterstützt im Reigen des Bösen wurden Heike Michaelis (Klavier, Gesang, Vibrafon und Percussion) und Regina Fischer (Saxofon, Klavier, Gitarre) dabei von zwei äußerst schillernden Gestalten: der extravaganten Drama-Queen Celina Python und Götz E., dem schwäbelnden Krokodil mit Nikotinleidenschaft – zwei Handpuppen mit außergewöhnlichen Talenten und dem Potenzial, ihren Besitzerinnen die Show zu stehlen.

Ohne Krimi geht sie nie ins Bett

Denn die beiden aalen sich gerne im Scheinwerferlicht der kreativen Krimi-Show, bei der die von Heike Michaelis zum Leben erweckte Schlangendiva bereits zu Beginn offenbart, dass Celina, genau wie Mimi, ohne Krimi nie ins Bett geht. Lautstark verkündet sie auch mit Friedrich Hollaenders Lied „Die Kleptomanin“ ihre kleine Obsession fürs Klauen, so dass das Publikum gut daran tut, Taschen und Ehepartner festzuhalten. Vorsicht ist also geboten an diesem finsteren, regnerischen Abend, der das perfekte Ambiente für ein perfektes Verbrechen bietet. Die Spannung steigt mit dem Auftreten des „wunderbaren Wesens“ Götz E., das lässig, stets mit einer Zigarette in der Hand, Wedekinds „Der Tantenmörder“ rezitiert – zugegebenermaßen unterstützt von Regina Fischer.

„Das Böse ist in uns“

„Das Böse ist nicht nur in den anderen, das Böse ist in uns“, verkündet Heike Michaelis verschwörerisch, um dann –wie zum Beweis – ein Fernsehkrimi-Melodienratespiel anzustoßen. „Die Titelmelodien der Krimis sind auch teilweise etwas älter, aber ich glaube, das passt“, witzelt sie boshaft, aber berechtigt, bevor „Inspektor Clouseau“, „Der Alte“, „Miss Marple“, „Der Kommissar“ oder auch „Magnum“ musikalisch durch den Saal schleichen. Das dauert Götz E. viel zu lang. Schon bald ist er der Auffassung, die Bühne gehöre wieder ihm, und bringt mit Reinhard Meys „Der Mörder ist immer der Gärtner“ Vorurteile ins Wanken. Und während kurz darauf noch das boshafte Lachen von Celina Python im Raum nachhallt, die „Ein Weib“ von Heinrich Heine darbietet, erklingen die ersten Takte des „Kriminal-Tango“, für den sich Heike Michaelis einen Tanzpartner aus der ersten Reihe schnappt.

Duo Dulabi hat gründlich recherchiert

Natürlich dürfen ein „Gattenmord“, das Gangsterpärchen „Bonnie und Clyde“, „Ein Räuberlied“ von Schiller und mit der „Ballade vom Nachahmungstrieb“ ein durchaus makabres Werk Erich Kästners im kriminellen Sortiment nicht fehlen. Dass zudem der „Ba-Ba-Banküberfall“ der Ersten Allgemeinen Verunsicherung herausstellt, dass das „Böse immer und überall“ ist, erscheint nur logisch.
Offensichtlich hat das Duo Dulabi gründlich recherchiert, lässt in seinem Programm nicht nur James Bond mitmischen, sondern auch Mackie Messer die Klingen wetzen, die „Hells Bells“ von AC/DC erklingen und Celina Python ihrer Opern-Leidenschaft frönen. Doch Mario und „Tosca“ sind Vergangenheit, heute glänzen Celina und Götz als Duo mit „Something Stupid“. Dumm ist in der Tat, dass Götz E. feststellen muss: Die GEMA kennt keine Gnade, wenn „Alles nur geklaut“ ist. Ein Umstand, den schon die Prinzen einräumten.
Dem Publikum, das trotz Regens das Sofa verlassen hatte, um dem Verbrechen Raum zu geben, machte so viel kriminelle Energie nichts aus. Vielmehr belohnte es die durchaus eigenwillige Show mit viel Applaus.

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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