100 Jahre ein starkes Team

Struthüttener Wehr feierte ihr Jubiläum mit einem dreitägigen Festprogramm

sz Struthütten. 100 Jahre als starkes Team für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich, darauf können die Blauröcke der »Ströhrer« Feuerwehr zu Recht stolz sein. Zünftig feierte man dann auch am vergangenen Wochenende drei Tage lang den 100. Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr, denn genau am 18. August 1906 wurde die beispielhafte Bürgerinitiative von damals 100 Bürgern des Ortes aus der Taufe gehoben.

Was die Sicherheit angeht, so Bezirksbrandmeister Hartmut Zierbs beim Festkommers, glaubten 98 Prozent der Bevölkerung in der EU einer Umfrage zufolge, dass der Feuerschutz bei den Freiwilligen Feuerwehren in besten Händen liege. Neben der großen Feuerwehrfamilie aus nah und fern konnte Brandinspektor Paul Ulrich Lindlein beim Festabend in der Turnhalle auch den stellv. Landrat Jürgen Althaus, den stellv. Kreisbrandmeister Uwe Saßmannshausen und den Schirmherrn, Bürgermeister Manfred Gillé, willkommen heißen.

Viele Einsätze in den 100 Jahren, von der Feuer-Bekämpfung bis hin zu technischen Hilfeleistungen, hätten die Erkenntnis der Wehrgründer 1906 bestätigt: »Struthütten braucht eine Feuerwehr«, unterstrich Brandinspektor Paul Ulrich Lindlein in seiner Laudatio. Dass auch die Feuerwehr die Kirche und umgekehrt die Kirche die Feuerwehr braucht, beleuchteten die Geistlichen beider Konfessionen ebenso wie Feuerwehrseelsorger Oliver Mehring.

Erfreulich die Feststellung, dass in den 100 Jahren Feuerwehrdienst kein Kamerad bei Einsätzen ernsthaft zu Schaden kam. Als Moderator fungierte kein Geringerer als der ehemalige Gemeindebrandmeister Günter Nassauer, der auch ein schriftliches Grußwort von NRW-Innenministers Dr. Ingo Wolf verlas, der u.a. das hohe Ansehen der Feuerwehr in der Bevölkerung lobte und für das große Engagement der Jubelwehr dankte.

Die Verlässlichkeit der bewährten Feuerwehrgruppe im Hellertal hob auch der stellv. Landrat Jürgen Althaus hervor. Dabei unterstrich er den Teamgeist, das Engagement und die Opferbereitschaft für das Wohl der Mitmenschen. Bürgermeister Manfred Gillé zeigte sich in seiner Festansprache stolz auf die Jubelwehr. Die ständige Bereitschaft, sich mit den modernen Löschgeräten aller Art vertraut zu machen, sei genauso anerkennenswert wie der Einsatz im Ernstfall und das damit verbundene Risiko für die eigene Gesundheit.

Bemerkenswert fand der Bezirksbrandmeister die Tatsache, dass die Wehr bislang immer auch Jugendliche für ihre Aufgaben hat begeistern können. Und so räumte er den Jugendfeuerwehren dann auch als Stütze des Feuerwehrdienstes einen hohen Stellenwert ein. Unter dem Beifall der großen Festgemeinde überreichte Hartmut Ziebs dem Stöhrer Löschzugführer Paul Ulrich Lindlein die Ehrenurkunde der Landesregierung zum 100. Geburtstag seines Löschzugs.

Ihre Verbundenheit mit dem Jubellöschzug brachten auch der stellv. Kreisbrandmeister Uwe Saßmannshausen, der stellv. Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Ralf Schneider, der Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Neunkirchen, Uwe Ringer, und weitere Gastfeuerwehren und Gastvereine zum Ausdruck. Gemeinsame Einsätze und Ziele führten Feuerwehr und DRK immer wieder zusammen. Von gegenseitiger Achtung geprägt, mache es immer wieder Freude, mit der hochmotivierten Truppe der Struthüttener Feuerwehrleute zusammenzuarbeiten, so der im gleichen Ort wohnende Kreisrotkreuzleiter Friedrich Wenzelmann in seinem Grußwort.

Eine computergesteuerte Präsentation ließ die 100-jährige Geschichte der Wehr noch einmal Revue passieren. Umrahmt wurde der Festabend von gesanglichen Beiträgen des MGV 1852 Struthütten und Solis von Sabine Schneider. Nach dem Kommers machte man sich auf ins Freie. Zusammen mit dem Musikverein Dermbach intonierte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Wahlbach auf dem Vorplatz der Halle den Zapfenstreich, bevor die Jubelwehr mit einem brillanten Feuerwerk den Abendhimmel in einen Lichterglanz verwandelte.

Vergangenheit und Gegenwart, Nostalgie und modernste Löschgeräte konkurrierten am Samstagnachmittag im alten Dorfkern miteinander. Übungsobjekt war das 1906 abgebrannte ehemalige Haus Spornhauer, in dem, neu aufgebaut, heute eine Ballettschule zu Hause ist. Der Malscheider Weg war gesperrt und erlebte bei der Übung ein wahres Feuerwehrspektakel. Alle funktionstüchtigen alten Fahrzeuge der Gemeindefeuerwehr Neunkirchen rückten zur fiktiven Brandbekämpfung aus und erlebten, bestaunt von vielen Schaulustigen, eine neue Generalprobe.

In alten blauen und weißen Uniformen der Veteranen rückten die Wehrleute mit ihren alten »Schätzchen« an: Hydrantenkarre aus Neunkirchen, Handdruckspritze der Zeppenfelder aus dem Jahre 1909 und aus Salchendorf aus dem Jahre 1938. Die Jubelwehr demonstrierte mit ihrer alten, für 1200 Mark im Jahre 1929 angeschafften 13 Meter hohen Leiter, das Vorläufermodell der heutigen Drehleitern, wie man bereits vor mehr als 70 Jahren aus der Höhe dem Feuer zu Leibe rückte.

Nach dieser Nostalgieübung rückten dann die übrigen Blauröcke aus Neunkirchen, Altenseelbach, Salchendorf, Zeppenfeld und Wiederstein mit den modernen Fahrzeugen und Löschgeräten an. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Zwei »Verletzte« wurden geborgen und dem DRK Neunkirchen zur weiteren Versorgung übergeben.

Zu einem weiteren Erlebnis wurde das »Spritzenfest« am Samstagabend, als DJ Burkhard die Festgäste in der Mehrzweckhalle in Stimmung brachte. Nach einem Festgottesdienst am Sonntagmorgen mit Feuerwehrseelsorger Oliver Mehring und anschließendem Frühschoppen klangen die Festtage mit einem Mittagessen aus.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.