Bürgerbus Neunkirchen wird gut angenommen
15.000 Fahrgäste im Jahr

Wohin führt die nächste Fahrt? Klaus Schneider, eines der Gründungsmitglieder des BürgerBus-Vereins checkt den Fahrplan.
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  • Wohin führt die nächste Fahrt? Klaus Schneider, eines der Gründungsmitglieder des BürgerBus-Vereins checkt den Fahrplan.
  • Foto: Gemeinde Neunkirchen
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

sz Neunkirchen. Bürger fahren für Bürger. Seit 15 Jahren rollt der Bürgerbus durch Neunkirchen. Von 5539 Personen im ersten Jahr konnte die Zahl der Fahrgäste im Laufe der Zeit nach Angaben der Gemeindeverwaltung auf rund 15.000 gesteigert werden. Am Steuer sitzt – von morgens 7.45 Uhr bis abends um kurz nach 18 Uhr eine oder einer von derzeit 30 ehrenamtlichen Fahrerinnen oder Fahrern. Sie alle sind im Besitz eines gültigen Personenbeförderungsscheins. Mitfahren kann jeder: Kinder und Jugendliche, die vom Ortszentrum nach Hause fahren, Erwachsene, die ihre Einkäufe transportieren oder Senioren, die zum Arzt fahren möchten.

Bewährter Rundfahrplan

Der Bürgerbus folgt einem festen Fahrplan. „Er hat sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert und orientiert sich an den Bedarfen der Bevölkerung“, informiert Hans-Jürgen Schneider, Vorsitzender des Bügerbus-Vereins. „Um alle Ortsteile abzudecken gibt es einen Rundfahrplan der von allen Haltestellen aus immer die Ortsmitte, die Einkaufszentren und das Postamt zum Umstieg in die weiterführenden Busse erreicht.“

Ehrenamtlich und eigenwirtschaftlich

Schneider weist darauf hin, dass der Bürgerbus ein eigenwirtschaftlicher Betrieb und kein Bus der Gemeinde Neunkirchen ist. „Wir funktionieren komplett ehrenamtlich, werden aber wie ein Verkehrsunternehmen behandelt.“ Zwar werde der Bügerbus regelmäßig im Schülerverkehr eingesetzt, „wir sind aber weder im Bedarfsverkehr noch als Anruftaxi unterwegs“.

Persönlicher als Linienverkehr

Das Gros der Fahrgäste setzt sich aus Menschen zusammen, die keinen Führerschein besitzen oder Personen aus einem Haushalt mit nur einem Fahrzeug. Da ist zum Beispiel das Ehepaar aus dem Altenheim. Aufgrund einer starken Gehbehinderung kann der Mann kein Auto mehr fahren. Seine Frau hat nie den Führerschein gemacht. Der Mann ist auf einen Rollator angewiesen, der im Bürgerbus problemlos transportiert werden kann. Oder da ist Edith Edelmann. Ein- bis zweimal die Woche ist sie im Bürgerbus unterwegs und nutzt ihn beispielsweise, um zur Seniorenrunde nach Neunkirchen zu fahren. Die Zeppenfelderin zieht den Bürgerbus dem Linienverkehr vor: „Im Bürgerbus ist es einfach persönlicher“, erklärt sie.

Neue Fahrer im willkommen

„Manchmal beschweren sich die zusteigenden Personen über eine Verspätung. Aber zeitliche Verzögerungen lassen sich nicht vermeiden. Wir haben den Verkehr nicht gemacht“, so Schneider. Die Anschaffung des Fahrzeugs und entstehende Unkosten werden durch eine Pauschale des Landes NRW gefördert. Um den Fahrbetrieb zuverlässig aufrecht zu erhalten, sind neue Fahrer immer gern gesehen. Wer Interesse hat, der kann sich bei einem Fahrertreffen unverbindlich informieren. Kosten für die Erteilung eines Personenbeförderungsscheins entstehen für den Fahrer keine, sie werden vom Verein übernommen.

Gut für die CO2-Bilanz

„Sollte an einer Haltestelle jemand sitzen, der nicht mit dem Bürgerbus fährt, möge er den Bürgerbus doch kurz durchwinken. Das spart dem Wagenlenker viel Zeit“, bitten die Fahrerinnen und Fahrer. Ansonsten seien sie zuversichtlich, dass im neuen Jahr wieder rund 15.000 Personen befördert werden können. „Im Hinblick auf die Klimadebatte können wir punkten, denn unsere Passagiere haben eine wirklich gute CO2-Bilanz“, weiß Hans-Jürgen Schneider.

Einzeltickets und Vielfahrerkarten

Der Fahrpreis orientiert sich an der Preisstufe 1 im Ortsverkehr. Kinder unter sechs Jahren (und in Begleitung eines Erwachsenen) sowie Personen mit Handicap und dem entsprechenden gültigen Ausweis können kostenlos mitfahren. Für Kinder von sechs bis einschließlich 14 Jahren wird ein reduzierter Kinderfahrpreis erhoben. Vielfahrer können sich mit einer Vierer- oder Zehnerkarten ausrüsten. Sie können an folgenden Stellen erworben werden: Bürgerzentrum, DRK Altersheim, „Neue Apotheke“ und Bäckerei Hampe (im Lidl).

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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