Baggern für Unken

Die Gelbbauchunke ist vom Aussterben bedroht.
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jak Zeppenfeld. Der große Kunststoffbecher war einmal mit Roter Grütze gefüllt. Jetzt schwimmen einige Gelbbauchunken in einem Liter Wasser. Dort werden sie nicht lange bleiben. Denn Michael Frede, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Rothaargebirge und Michael Gertz von der Unteren Landschaftsbehörde haben die seltenen Tiere nur eingefangen, um deren charakteristischen Bauch zu fotografieren. „Jedes Tier hat am Bauch quasi seinen ganz persönlichen Fingerabdruck“, erklärt Frede. Derzeit kümmert er sich mit seinen Kollegen um die ehemalige Tongrube in Zeppenfeld. Hier bieten sich optimale Möglichkeiten, Lebensraum für die Gelbbauchunke zu schaffen. Sie ist mittlerweile selten. Das verwundert, schließlich ist sie auf Eingriffe des Menschen in die Natur angewiesen. Und davon gibt es schließlich genug. „Sie ist eines der wenigen Tiere, das eine gewisse Unordnung braucht“, erklärt Neunkirchens Umweltberater Matthias Jung.

Als in der Tongrube noch gearbeitet und so in die Natur eingegriffen wurde, fühlten sich die Gelbbauchunken, die auf Grund ihres bevorzugten Lebensraums in Höhenlagen auch Bergunken genannt werden, „von Natur aus“ wohl. Doch als die Eingriffe des Menschen ausblieben, wurde auch die Population geringer. Nachdem zuvor bereits in kleineren Maßnahmen per Spaten neuer Lebensraum geschaffen worden war, startete die Untere Landschaftsbehörde gemeinsam mit der Biologischen Station ein Projekt zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Art. Seit 2003 nutzen die Verantwortlichen auch die Hilfe des Baggers, um noch größere Lebensräume für die Gelbbauchunke, die vier bis fünf Zentimeter lang wird, zu schaffen. Mittlerweile, so schätzt Frede, sind in dem Gebiet mindestens 20 Tiere zu finden, es könnten jedoch bis zu 50 sein. Die Tiere werden 20 bis 30 Jahre alt, allerdings können sich Gelbbauchunken ab einem bestimmten Alter nicht weiter vermehren und sind somit auf Nachwuchs angewiesen.

Durch den Einsatz von Bagger und Schaufel bilden sich Tümpel, die sich mal mit Wasser füllen und dann wieder austrocknen. „Das ist genau der richtige Lebensraum für die Gelbbauchunke“, berichtet Michael Frede. Und die ehemalige Tongrube soll es in den nächsten Jahren auch noch bleiben. Dafür sorgen Pachtverträge zwischen dem Eigentümer der Tongrube sowie der Gemeinde Neunkirchen auf der einen Seite und der Unteren Landschaftsbehörde auf der anderen Seite.

Die Gelbbauchunke ist vom Aussterben bedroht.
Michael Frede und Michael Gertz versuchen, die Gelbbauchunken-Population in der ehemaligen Tongrube in Zeppenfeld zu erhöhen.  Fotos: jak
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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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