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Wittgenstein als Vorbild
Bonus-System startet in Neunkirchen

Bonuspunkt Wittgenstein steht als leuchtendes Beispiel für die Aktion Bonuskarte, die der Gewerbeverein „ProKunde“ jetzt in Neunkirchen startet.
  • Bonuspunkt Wittgenstein steht als leuchtendes Beispiel für die Aktion Bonuskarte, die der Gewerbeverein „ProKunde“ jetzt in Neunkirchen startet.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tile Bad Berleburg/Neunkirchen. Mit einer neuen Bonuskarte möchte der Gewerbeverein „ProKunde“ Neunkirchen ein neues Kundenbindungsinstrument einführen, um das Einkaufen vor Ort attraktiver zu machen. Bereits zum 1. Dezember – also rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft – soll das Kreditkarten-große „Sammelkärtchen“ in Umlauf kommen. Derartige mit besonderem Mehrwert für die Kunden angepriesene Systeme sind allerdings kein Selbstläufer. Oft erzielen sie nicht den gewünschten Effekt, schaffen nicht genug Anreize und geraten in Vergessenheit. Damit die „Citycard“ in der Hellerkommune nicht zum Ladenhüter wird, holen sich die Initiatoren Unterstützung aus Bad Berleburg, wo Kunden seit Jahren fleißig Punkte sammeln und profitieren – ebenso wie der lokale Einzelhandel.

tile Bad Berleburg/Neunkirchen. Mit einer neuen Bonuskarte möchte der Gewerbeverein „ProKunde“ Neunkirchen ein neues Kundenbindungsinstrument einführen, um das Einkaufen vor Ort attraktiver zu machen. Bereits zum 1. Dezember – also rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft – soll das Kreditkarten-große „Sammelkärtchen“ in Umlauf kommen. Derartige mit besonderem Mehrwert für die Kunden angepriesene Systeme sind allerdings kein Selbstläufer. Oft erzielen sie nicht den gewünschten Effekt, schaffen nicht genug Anreize und geraten in Vergessenheit. Damit die „Citycard“ in der Hellerkommune nicht zum Ladenhüter wird, holen sich die Initiatoren Unterstützung aus Bad Berleburg, wo Kunden seit Jahren fleißig Punkte sammeln und profitieren – ebenso wie der lokale Einzelhandel.

"Bonuspunkt Wittgenstein" gründet sich 2016

Ingenieur Michael Knebel hat das Kartensystem zunächst „halbdigital“ für die Odebornstadt entwickelt. Die erste Bonuskarte wurde am 4. Mai 2004 eingeführt. „Es gab nichts entsprechendes, also haben wir es selbst gemacht“, sagt der Bad Berleburger, der das System unter „meinbonus.cash“ seitdem auch deutschlandweit vermarktet. Mit Neunkirchen soll künftig ein „Nachbar“ aus der Region zum Kundenkreis zählen.
2015 stand ein technisches Update des Systems an, der perfekte Zeitpunkt für Bad Laasphe und Erndtebrück sich „dranzuhängen“: Am 4. Januar 2016 wurde der Verein „Bonuspunkt Wittgenstein“ aus der Taufe gehoben, die Reichweite der zunächst auf Bad Berleburg beschränkten Karte verdreifachte sich prompt. Nun gibt es über 60 sogenannte Akzeptanzstellen in den drei Kommunen.
Die Idee ist simpel: Für jeden ausgegebenen Euro in einem der teilnehmenden Geschäfte oder Gastro-Betriebe erhält der Kunde einen Cent geschenkt. Dieser Bonus wird während des Bezahlvorgangs elektronisch auf der Citycard gespeichert, ein digitales Guthaben wird aufgebaut – das wiederum jederzeit an einer der Akzeptanzstellen eingelöst werden kann.

Je mehr mitmachen, desto größer der Mehrwert

Aktuell sind rund 10 000 Karten im Umlauf, nach Angaben des Vereins gibt es in jedem zweiten Wittgensteiner Haushalt eine, für die eine Schutzgebühr von 5 Euro erhoben wird. Täglich würden im Schnitt 4500 Buchungen registriert. Am stärksten wird die Bonus-Card freitags genutzt.
„Die Karte wird genutzt, weil die Leute gerne Punkte sammeln – es gibt etwas ,oben drauf’“, erklärt Jens Schmidt, Vorsitzender von Bonuspunkt Wittgenstein. Ein weiterer Grund: „Das Thema Regionalität, das in den vergangenen Jahren immer wichtiger wird, spielt auch eine Rolle.“
Entscheidend dürfte auch das Engagement der Geschäftsleute vor Ort sein. Die einfache Rechnung: Je mehr mitmachen, desto größer der Mehrwert. Zusätzlich nutzt der Verein die Karte als Marketing-Tool. Es gibt immer wieder Aktionen, beispielsweise Gewinnspiele, die über die Citycard laufen.
In jüngerer Vergangenheit wurde die Produktpalette noch erweitert: Seit Anfang 2019 gibt es einen Gutschein, basierend auf QR-Codes, den man bequem zu Hause ausdrucken und auch „häppchenweise“ einlösen kann. Zu Beginn dieses Jahres macht die City-Business-Card das Angebot komplett. „Die hat ein Riesenpotenzial“, sagt Jens Schmidt. Unternehmen können anstelle von Boni über die Gehaltszahlungen hierauf zum Beispiel monatlich bis zu 44 Euro Guthaben steuer- und sozialversicherungsfrei laden. „So kommt Geld in den Handel, das hier vorher nicht ankam.“

Handel in Neunkirchen kopiert das Modell

Gründe genug für den Neunkirchener Handel, das erfolgreiche Modell zu kopieren. „Natürlich erhoffen wir uns dadurch vor allem, Kaufkraft vor Ort zu binden und zusätzliche Anreize zu schaffen, damit die Leute hier in die Geschäfte kommen“, fasst Kathrin Weber-Jud von Jud Musikalien in Zeppenfeld und Mitglied des „ProKunde“-Vorstands zusammen. Mindestens 15 Partner müssten sich finden, um die Citycard einzuführen. Parallel dazu werde man bei den lokalen Unternehmen für die Business-Card werben. 199 Euro muss jedes teilnehmende Geschäft in die Technik investieren, wobei „ProKunde“ pro Kartenleser 50 Euro zuschießt.
Die Rückmeldungen, die auch bei Sylvia Heinz, Wirtschaftsförderin der Gemeinde Neunkirchen, eingehen, sind durchweg positiv. „Aber man muss jetzt trotzdem intensiv akquirieren.“ Die relativ geringe Investition in die Technik sei aber kaum ein Hinderungsgrund. Wichtig sei, erst den Einzelhandel zu gewinnen, dann könne man auch mit guten Argumenten die Arbeitgeber von der Business-Card überzeugen.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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