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Mobile Umluftsysteme gegen Corona und Co.
Die Luft ist rein

Vertriebsleiter Jens Klappert zeigt das Innere des Umluftsystems.
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  • Vertriebsleiter Jens Klappert zeigt das Innere des Umluftsystems.
  • hochgeladen von Marc Thomas

tile Neunkirchen. „Aerosole“ gehörte bis vor einem Jahr eher nicht zum allgemeinen Sprachgebrauch. Jetzt steht der Begriff irgendwie als Synonym für „die unsichtbare Gefahr“. Jedenfalls ist der Bevölkerung die infektiöse Verbindung der partikelkleinen Schwebeteilchen in der Luft (Aerosole) mit dem Corona-Virus – anders als die schützenden Vakzine – seit Beginn der Pandemie permanent eingeimpft worden.

Mit zwei neu entwickelten Kompakt-Gebläsen verspricht der Hersteller Fischbach Luft- und Ventilatorentechnik aus Neunkirchen, die Luft in Räumen bis zu einer Größe von 2400 bzw 3700 Kubikmetern (das entspricht etwa 100 bzw. 170 Quadratmetern) zu 99,9 Prozent von Viren, Bakterien und Feinstaub zu befreien und somit sicher(er) zu machen.

tile Neunkirchen. „Aerosole“ gehörte bis vor einem Jahr eher nicht zum allgemeinen Sprachgebrauch. Jetzt steht der Begriff irgendwie als Synonym für „die unsichtbare Gefahr“. Jedenfalls ist der Bevölkerung die infektiöse Verbindung der partikelkleinen Schwebeteilchen in der Luft (Aerosole) mit dem Corona-Virus – anders als die schützenden Vakzine – seit Beginn der Pandemie permanent eingeimpft worden.

Mit zwei neu entwickelten Kompakt-Gebläsen verspricht der Hersteller Fischbach Luft- und Ventilatorentechnik aus Neunkirchen, die Luft in Räumen bis zu einer Größe von 2400 bzw 3700 Kubikmetern (das entspricht etwa 100 bzw. 170 Quadratmetern) zu 99,9 Prozent von Viren, Bakterien und Feinstaub zu befreien und somit sicher(er) zu machen.

Gedacht sind die mobilen Türme als „schnelle Antwort zum sicheren Wiedereinstieg der sozialen Gegebenheiten, also dort, wo Menschen zusammenkommen“, erklärt Vertriebsleiter Jens Klappert. „Das vergangene Jahr hat zu einer hohen Sensibilisierung für die Lüftungs- und Luftqualität geführt. Vorher war die Technik eher Beiwerk, das kaum beachtet wurde.“

Praktikable Lösung im Klassenzimmer

Vor allem für das Klassenzimmer wollte das Unternehmen auf dem Hellerberg eine praktikable Lösung anbieten, gerade zur Winterzeit, um das vorgeschriebene Stoßlüften auf die Pausenzeiten zu reduzieren. Bisher aber übten sich Schulträger noch in Zurückhaltung. Zu den Kunden zählen ferner Gastronome, Theater, Büros, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und Betriebe, die die Umluftsysteme über Großhändler oder direkt in Neunkirchen bestellen. Vereine und Kirchengemeinden gehören ebenfalls zur Zielgruppe.

Das Lüften mit frischer Luft ersetzen die Geräte nicht. Anders als fest verbaute Raumluft-Temperieranlagen, wie sie etwa in Supermärkten oder in der Industrie eingesetzt werden, erfolgt weder ein Austausch der Luft noch eine Nutzung der Abwärme. „Es ist eine zusätzliche Luftwäsche“, räumt Jens Klappert ein. Die Raumluft wird angesaugt und bis zu zwölfmal in der Stunde „gewechselt“, d. h. gefiltert. Der TÜV fordert sechs Durchläufe.

Höchster Filter-Standard

Fischbach setzt hierfür den höchsten Filter-Standard ein (Hepa 14), der in Reinräumen (Labore) sowie in Flugzeugen eingesetzt wird. Das synthetische Material bleibt auch bei erhöhter Luftfeuchtigkeit schimmelfrei. Einmal im Jahr muss der Filter erneuert werden, nach Unterweisung kann das jeder Eigentümer selbst machen. Zwei Vorfilter, je einer für Grob- und Feinstaub, sind jedes halbe Jahr zu wechseln.

Etwas Platz muss man für das System schon einplanen. Am besten werden die 60 x 60 x 160 (B x T x H) oder 75x 75 x 170 Zentimeter großen Kästen an Wandflächen aufgestellt. Zwei der vier Ansaugflächen müssen freibleiben, drei wären optimal. „Die gefilterte, oben ausströmende Luft verteilt sich am besten entlang der Wände und Decken im Raum“, so Jens Klappert. Zum Betrieb reicht eine einfach 240-Volt-Steckdose.

Möglichst leiser Betrieb

Mit über 60 Jahren Markterfahrung war die technische Entwicklung eines solchen „Kompaktgerätes“ für das mittelständische Unternehmen kein Hexenwerk. Die Herausforderung lag vielmehr darin, einen möglichst leisen Betrieb zu gewährleisten, schließlich soll die Technik in Räumen mit Menschen zum Einsatz kommen. Im Normalbetrieb werden 40 bis 55 Dezibel erreicht, vergleichbar mit einem Flüstern bzw. dem Brummen eines Kühlschranks. Im „Turbo“ (20 Filterungen pro Stunde, etwa in Pausenzeiten) wird lauter Staubsaugerlärm erreicht.

Rund 300 Geräte wurden seit Markteinführung im August verkauft. Das neue Produkt machte 2020 etwa 10 Prozent des Jahresumsatzes von 3,8 Millionen Euro aus (davon 55 Prozent Exportgeschäft). Es wäre mehr geworden, wenn der zweite Lockdown die Nachfrage aus der Gastronomie und anderen Branchen nicht ausgebremst (aber nicht gestoppt) hätte, sagt Jens Klappert.

Allein sei man mit den Mobilgeräten, die nur ein Zwischenschritt hin zu flächendeckend einsetzbaren festen Lösungen sein sollen, nicht im Markt unterwegs. Fischbach sei aber einer der wenigen Hersteller, die von der Entwicklung bis zur Herstellung alles aus einer Hand produzierten, die Filter ausgenommen, erklärt der Vertriebsleiter. Die Produkte der Neunkirchener Firma werden u. a. in den USA, in Israel, Asien und innerhalb der EU sowie in der Schweiz vertrieben.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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