Neunkirchener Jubiläumswochenende
Fest von der Sonne geküsst

Hotspot Rathaus-Vorplatz. Hier spielte sich am Wochenende ein großer Teil des abwechselungsreichen Programms und Angebots ab.
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  • Hotspot Rathaus-Vorplatz. Hier spielte sich am Wochenende ein großer Teil des abwechselungsreichen Programms und Angebots ab.
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tile Neunkirchen. Vera und Winnie waren die Überraschungsgäste beim Jubiläumswochenende in Neunkirchen. Und obwohl oder gerade weil sich die beiden Hochdruckgebiete von ihrer besten Seite präsentierten, hatte ihr Besuch einige wenige Schattenseiten. Wobei, für den einen oder anderen hätten es derer angesichts der Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke gerne noch ein paar mehr sein dürfen. Der positiven Grundstimmung der Sause zum 50. Geburtstag der Großgemeinde tat dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Hellerkommune blickt auf ein überaus gelungenes Fest zurück.

Organisatoren legten sich mächtig ins Zeug

Natürlich, mit dem Familienbad Freier Grund vor der Haustür, hat man sich Dank Petrus’ Gnaden irgendwie selbst Konkurrenz gemacht. Vor allem am Samstag lief die Veranstaltung zwischen Bitzegarten und Bahnhofstraße mit dem Rathaus als Dreh- und Angelpunkt schleppend an und fand zunächst weniger Aufmerksamkeit als sie es verdient gehabt hätte. Denn Verwaltung, Vereine, Ortsgruppen, Ehrenamtler, Parteien, Kirchengemeinden, Unternehmen, Einzelhandel und Co. hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Doch die ungeschützte Kölner Straße lud nur wenige Besucher zum Flanieren ein.

Ein Potpourri, das allen schmeckte

Viele kleinere und größere Aktionen summierten sich zu einem bunten Potpourri, bei dem jeder etwas nach seinem Geschmack fand. Dabei lohnten sich auch Abstecher in Seitengässchen, hinter abrissreife Gebäude, auf den Schulhof, in die Grundschulturnhalle, ins Otto-Reiffenrath-Haus oder (am Sonntag) in die ev. Kirche. Auf der Bühne gaben sich verschiedene Chöre, Musik- und Tanzgruppen sowie Sportler das Mikro in die Hand. Im Rathaus wurde ein eigens für das Fest gebrautes, malzig-rauchiges Ratssaalbier ausgeschenkt (lecker!), während historische Filme von den „Rebellen aus dem Untergrund“ und ihren Erben über die Leinwand flimmerten. Derweil übte sich Kämmerer und 1. Beigeordneter Marco Schwunk in der Kunst, die Gemeindekasse wie von Zauberhand erklecklich zu füllen und druckte falsche Fünfziger, während die jüngsten Bürger Neunkirchens für ein Erinnerungsfoto auf dem Stuhl des Bürgermeisters Platz nehmen durften.

Bürgermeister tanzte mit Bienen

Der „echte Chef“ war als Gastgeber voll eingespannt. Ein Pflichttermin: Gemeinsam mit der spontan erwählten „Glücksfee“, dem Landtagsabgeordneten Jens Kamieth (CDU), die Auslosung und Preisübergabe der Rathaus-Rallye durchführen. Anschließend versuchte sich Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann – mit sichtlichem Respekt – als Imker. Gastwirt und Unikum Dimitrios „Dimi“ Zafiropoulos zeigte dem Verwaltungschef, wie man die Waben entnimmt, die Bienen vorsichtig abstreift und schließlich den Honig herausschleudert. Letzteres unter neugierigen Blicken in der Grundschulturnhalle.

"Einheizerin" lud zur Mitsing-Party ein

Je später der Abend desto zahlreicher die Gäste. Als die Zeppenfelderin Conny Sander zur Sportschauzeit von der Bühne aus zur Mitsing-Party einlud, hatte sich der Rathaus-Vorplatz schon deutlicher gefüllt, doch drückten sich die meisten Gäste noch in die schattigen Plätze an den „Randgebieten“, die an beiden Tagen quasi zu den Zuschauermagneten gehörten. Andere wiederum ließen es sich bei alkoholfreien Cocktails, süßem Naschwerk oder deftigen Speisen rund um den Brunnen gutgehen und verfolgten den charmanten Bühnenauftritt der „Einheizerin“ aus sicherer Entfernung. Dennoch fanden sich einige Hartgesottene, die tapfer mit der heimischen Musicaldarstellerin in Songs von Abba, Bryan Adams, Mark Forster und 4 None Blondes und anderen einstimmten.
Das Konzert von „ekkuM Mukke“ – verzögert angefangen, aber dafür mit vielfach überzogener Spielzeit – geriet dafür zum Selbstläufer. Bis in die subtropische Mitternacht spielte die lokale Cover-Band, danach feierten viele Festbesucher noch weiter. Erst gegen 2 Uhr traten die Standhaftesten den Heimweg an, wie Ordnungsamtsleiter Johannes Schneider verriet. Was einigen sauer aufstieß: Bereits gegen 21.30 Uhr waren die öffentlichen Toiletten verschlossen. Ansonsten hörte man nur Gutes über die abendliche Party.

Gottesdienst traditionell und modern

Familiär ging es am Sonntag weiter. Schon um 10 Uhr war der Rathaus-Platz zum ökumenischen Gottesdienst trotz unerbittlicher Morgenhitze voll besetzt. Lieder wurden ob der Temperaturen kurzerhand gekürzt. Inhaltlich stand die Andacht, die von den Pfarrern Dr. Tim Elkar, Martin Schreiber, George Kalapurackal und Martin Kölli gehalten wurde, unter dem Motto „Sucht das Beste für die Stadt“ (Jeremia 29,7). Unter Mitwirkung des Posaunenchors, des Kinderchors „Tonbande“ und der Tanzgruppe „Dance 4 Jesus“ war es eine gelungene Mischung aus traditionellen und modernen Elementen.

Gewerbeschau eine tolle Visitenkarte

Tag zwei des Festes war von Anfang an besser besucht. Selbst in das große Zelt der Gewerbeschau, in dem gefühlt Sauna-Temperaturen erreicht wurden, strömten am Sonntag zahlreiche Besucher, um sich über die Branchenvielfalt der Neunkirchener Unternehmerschaft zu informieren. Organisator Gerd Gudelius (Thomas Magnete) war froh, dass sich der Aufwand der fast 60 Firmen, die eine fulminante Visitenkarte abgaben, schließlich doch noch gelohnt hatte. Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann ließ es sich auch deshalb nicht nehmen, jedem Aussteller die Hand zu schütteln.

Panoramablick aus 55 Metern Höhe

Bleibende Eindrücke hinterließen beim Jubiläumsfinale neben den Fahrten im 55-Meter-Kran, die einen imposanten Panoramablick auf Neunkirchen ermöglichten, auch ein Besuch in der renovierten ev. Kirche, das von Jugendlichen des Jugendtreffs designte Graffiti zum Thema „70 Jahre Grundgesetz“ sowie viele liebevolle Angebote der Ortsgruppen, insbesondere die abwechslungsreichen Aktionen für Kinder.
Auffällig: Immer wieder wurden Wir-Gefühl, Zusammenhalt, gute Nachbarschaft und Integration beschworen, sodass ein entsprechender Geist der gesamten Veranstaltung innewohnte. Vielleicht hatten sich auch deshalb Vera und Winnie besonders viel Mühe gegeben.
Eine umfangreiche Fotostrecke zum Neunkirchener Jubiläum gibt es in der Galerie.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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