Friedhofsgebühren steigen 2004 auch in Neunkirchen

Mehrheit im Gemeinderat sieht keine andere Wahl

dibi Neunkirchen. Die Friedhofsgebühren der Gemeinde Neunkirchen steigen nun doch. Mit 15 Ja- und 12 Nein-Stimmen fand sich im Rat eine Mehrheit für den Vorschlag der Verwaltung. Wenn man die Steuerhebesätze nicht antasten wolle, komme man um diese Erhöhung nicht herum, machten Bürgermeister Manfred Gillé und Kämmerer Karl-Heinz Braun zu Beginn der Debatte noch einmal deutlich. Die SPD stimme mehrheitlich zu, unterstützte Fraktionschef Heinz-Werner Feuring die Verwaltung: »Wir wollen auf keinen Fall die Standards weiter reduzieren, denn wir haben ja so auch schon keine Luxus-Friedhöfe, deshalb ist die Anpassung unumgänglich.«

»Keine andere Wahl« sah auch Bernd-Wilbert Müller (CDU), man versuche ja nur, den Deckungsgrad der Ausgaben auf 80 Prozent zu erhöhen. Seiner Meinung nach müsse aber über die Standards nachgedacht werden: »Benötigen wir die vielen Hecken auch im Innenbereich, oder können wir den Pflegeaufwand nicht im Laufe der nächsten Jahre durch Zäune reduzieren?«

Auch für Fritz Fünfsinn (FDP) war die Situation klar: »Wir müssen erhöhen, wenn wir nicht noch mehr Schulden machen wollen!«

Die Meinungen waren quer durch die Fraktionen geteilt. Jürgen Diekert (UWG) erneuerte seine Kritik aus dem Hauptausschuss und hielt mit Blick auf andere Kommunen wie sein Kollege Hartmut Pfeifer die Höhe der Gebührensteigerung »für nicht vertretbar«. Daran änderte auch die erneute Erklärung des Kämmerers nichts, man könne nicht einfach die Zahlen miteinander vergleichen, weil jede Kommune andere Kalkulationsgrundlagen zugrunde lege.

Welche Kosten in Zukunft auf die Neunkirchener Bürgerschaft bei einem Todesfall zukommen, zeigen folgende Beispiele: Die Beerdigung in einem Reihengrab soll statt bislang 1761 künftig 2266 Euro kosten. Darin enthalten sind die Grabbereitung, das Nutzungsrecht, die Hallenbenutzung und eine erstmals anfallende Genehmigungsgebühr von 17 Euro. Die Kosten für eine Urnenbeisetzung sinken von 1031 auf 894 Euro, für ein Wahlgrab werden bei Erstbelegung dann 2724 statt bislang 2004 Euro fällig.

Das Ende der Fahnenstange ist mit dieser Erhöhung aber noch nicht erreicht. Der neue Friedhof in Struthütten wird die Gebührenkalkulation in den kommenden Jahren erheblich belasten. Bisher fließen die Grundstücke mit einem Wert von rund 40000 Euro in die Kalkulation ein. Alleine dieser Wert wird sich um 140000 Euro steigern. Ähnliches bei den Friedhofshallen. Die derzeitigen Restwerte von rund 320000 Euro werden mit Hinzunahme der neuen Halle in Struthütten um 300000 Euro ansteigen.

Fazit der Verwaltung: »Der enorme Wertanstieg des Anlagevermögens führt dann zu einer überproportionalen Steigerung der Abschreibung und Verzinsungskosten. Eine ähnliche Erhöhung ist im Bereich des Nutzungsrechtes zu erwarten, da sich die Verzinsung der Grundstücke negativ auf die Kalkulation niederschlägt.« Im Bezug auf die Gebühr für die Friedhofshallenbenutzung ergäbe sich demnach bei kostendeckender Kalkulation eine Erhöhung von derzeit 420 Euro auf rund 585 Euro.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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