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Begehung der Ortsmitte
Fußverkehrs-Check in Neunkirchen

Zu Fuß und mit dem Rollstuhl machten sich die Teilnehmer ein Bild von den Mängeln und Möglichkeiten der Fußwege in der Ortsmitte.
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  • Zu Fuß und mit dem Rollstuhl machten sich die Teilnehmer ein Bild von den Mängeln und Möglichkeiten der Fußwege in der Ortsmitte.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

tile Neunkirchen. Die neue, elektrifizierte Liebe zum Fahrrad hat andere Fortbewegungsmethoden planerisch abgehängt – das Auto als weiterhin unumstrittener Herrscher der Straßen einmal ausgenommen. Die gesündeste und mutmaßlich günstigste Art, um von A nach B zu kommen, hinkt in Konzepten häufig hinterher: das Zufußgehen. Neunkirchen will das ändern. Nach der erfolgreichen Bewerbung um einen professionellen Fußverkehrs-Check beim Zukunftsnetz Mobilität NRW ist die Gemeinde eine von landesweit zwölf Kommunen, die nun in den Genuss einer kostenlosen externen Fachberatung kommen. In Südwestfalen hat sich sonst nur Lüdenscheid erfolgreich um diese Unterstützung bemüht.

tile Neunkirchen. Die neue, elektrifizierte Liebe zum Fahrrad hat andere Fortbewegungsmethoden planerisch abgehängt – das Auto als weiterhin unumstrittener Herrscher der Straßen einmal ausgenommen. Die gesündeste und mutmaßlich günstigste Art, um von A nach B zu kommen, hinkt in Konzepten häufig hinterher: das Zufußgehen. Neunkirchen will das ändern. Nach der erfolgreichen Bewerbung um einen professionellen Fußverkehrs-Check beim Zukunftsnetz Mobilität NRW ist die Gemeinde eine von landesweit zwölf Kommunen, die nun in den Genuss einer kostenlosen externen Fachberatung kommen. In Südwestfalen hat sich sonst nur Lüdenscheid erfolgreich um diese Unterstützung bemüht.

Per pedes durch die Ortsmitte

Nach einem Auftaktworkshop ging es per pedes durch die Ortsmitte zwischen Rathaus und Frankfurter Straße sowie in den alten Ortskern bis hinauf zum Wohnheim Klotzbach, um die Wegebeziehungen unter die Lupe zu nehmen. Über zwanzig örtliche Akteure schlossen sich der Begehung an. Damit wollte die Verwaltung sicherstellen, dass so viele Zielgruppen wie möglich beteiligt werden. Und so folgten Vertreter der Gemeinde, des Heimatvereins, der Grundschule, der Alten- und Wohnheime, des Jugendtreffs, des Kreises, der Verkehrswacht, aber auch der Rollstuhlfahrer und der Arbeitsgruppe Rad Pascal Wolff von Planersocietät auf dem Rundgang. Das Dortmunder Planungsbüro ist mit der Beratung betraut worden.Allgemeines Ziel der Gemeinde sei es, „uns im Bereich Mobilität besser aufzustellen“, erklärte Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann vor dem Start am Rathaus. „Wir wollen mehr attraktive Anreize für Fußgänger schaffen.“ Aber: „Wir werden die Welt nicht von heute auf morgen verändern können“, warb er bei der Umsetzung von Maßnahmen um Geduld.


Teilnehmer loben neuen Übergang

Das Potenzial für den Fußverkehr bei Strecken unter 2 Kilometern sei hoch, sagte Pascal Wolff. Als gutes Beispiel verwies er etwa auf den gerade drei Wochen alten Übergang vom ehemaligen Bahnhof über die Gleise zum östlichen Rathausplatz. Dieser verhindert künftig einen Umweg von 500 Metern und wurde von den Teilnehmern gelobt. „Der erste Schritt zur Neugestaltung der Ortsmitte“, nannte Neunkirchens Mobilitätsbeauftragte Sylvia Heinz die neue Verbindung.Bei den Angeboten für Fußgänger spiele die Aufenhaltsqualität eine wesentliche Rolle, verdeutlichte Pascal Wolff gleich am Startpunkt angesichts des trist-grauen Parkplatzcharmes. Bei der Forderung nach mehr Grün brachte er die Idee der „Aneignung des öffentlichen Raums“ durch Privatleute ins Spiel, Stichwort „urban gardening“, was eine höhere Identifikation und Sorgfalt mit dem Stadtbild zur Folge haben könne. Weiter ging es auf dem Weg entlang der Gleise Richtung Medi+Vital. Manch einem war dieser sogar völlig unbekannt. Hier könne die Ausweisung bzw. Kommunikation, dass es den Weg gibt, verbessert werden (Leitsystem), wurde angeregt. Kritisiert wurde die geringe Breite des Wegs. Insbesondere wenn Fußgänger und Radfahrer sich begegneten, komme es zu Konflikten. Eine Lösung: Ausweichbuchten. Ferner fehlten Sitzgelegenheiten zum Ausruhen. Die angrenzenden Parkflächen und fehlende Bepflanzung wurden ebenfalls angesprochen.

Parkplätze müssten aufgegeben werden

Hier kamen gleich zwei Hauptprobleme zutage: „Wenn wir schöner gestalten wollen, müssen wir Parkplätze aufgeben“, kündigte Sylvia Heinz an. Die Verwaltung wisse sehr wohl um die Brisanz in dieser Angelegenheit. Und zweitens: die Platzsituation. Komplexe Eigentumsverhältnisse schränkten an vielen Bereichen den gewünschten Handlungsspielraum ein.Entlang der Frankfurter Straße und zurück der Kölner Straße folgend ging es wieder Richtung Rathaus. Frequenz, Lautstärke, Gestaltung, Querungshilfen, Sicherheitsaspekte – vieles wurde angesprochen.
Abschließend ging es durch das alte (und wohltuend ruhige) Dorf am idyllischen alten Marktplatz vorbei hinauf zur Klotzbach. Hier war vor allem Barrierefreiheit ein bestimmendes Thema.

Zweite Begehung

Die Anregungen dieser und der zweiten Begehung am 7. Oktober (Schwerpunkte sind dann Bahnhof, Jugendtreff und Grundschulen) sowie Ideen aus einem weiteren Workshop fließen in den Bericht der Planersocietät ein, der Lösungsvorschläge und Handlungsempfehlungen (mit Zeithorizont aber ohne Kostenkalkulation) zur weiteren Entscheidungshilfe für Verwaltung und Politik bieten soll.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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