Gegen die „weißen Flecken“

Zahlreiche Menschen versammelten sich gestern vor dem Neunkirchener Rathaus, um ein Zeichen gegen die NPD zu setzen.  Foto: jak
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jak Neunkirchen. Es war kurzfristiges Handeln nötig gewesen, als vorgestern bekannt geworden war, dass die NPD eine Kundgebung in Neunkirchen plante. Doch es bedurfte keiner großen Aufforderung, verschiedenste Gruppierungen rund um das Rathaus der Gemeinde zu versammeln und eine Kundgebung unter dem Motto „Bündnis für Solidarität“ auf die Beine zu stellen. Über 150 Menschen kamen gestern zu der Veranstaltung, die beweisen sollte, dass auch im Freien Grund kein Platz für die Parolen der NPD ist.

Die Partei hatte in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, auf sich aufmerksam zu machen, indem sie kurzfristig Kundgebungen in den Kommunen des Siegerlandes angemeldet hatte. Bislang gab es stets auch eine Gegenveranstaltung – so auch gestern in Neunkirchen.

„Wir schämen uns für rechtsradikale Parolen“, sprach die stellvertretende Bürgermeisterin Annegret Lück (SPD) den Anwesenden aus dem Herzen: „Wir wollen in Neunkirchen keine Nazis.“ Lück mahnte, dass man sich mit allen zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln gegen den Radikalismus zur Wehr setzen müsse.

Dass die NPD immer mehr den Geschmack junger Leute treffe, sah Martin Ditthardt als großes Problem an. „Wir müssen dafür sorgen, dass dieses Vakuum nicht entsteht“, warnte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendrings mit Blick auf den Rückzug von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden aus einigen Bereichen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: „Die Rechten nutzen die weißen Flecken auf der Landkarte.“ Schließlich forderte Ditthardt die Menschen vor dem Rathaus auf, auch im Alltag Farbe zu bekennen: „Beziehen Sie Stellung gegen Stammtischparolen!“

Werner Leis vom Deutschen Gewerkschaftsbund trat vehement für ein Verbot rechter Gruppierungen ein und begründete dies folgendermaßen: „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“Pfarrer Rainer Klein setzte der NPD das Christentum entgegen. Schließlich grenze die Partei Menschen aus und strebe ein „Leben der Starken auf Kosten der Schwachen“ an. Man dürfe dem Rechtsradikalismus keinen Zentimeter Boden überlassen. Dieses Bild übertrug er auf die gestrige Kundgebung: „Wir stehen hier gemeinsam, um ein Zeichen gegen die zu setzen, die eigentlich hier eine Kundgebung geplant haben.“Allen Rednern – egal ob mit politischem Hintergrund oder nicht – war eines gemeinsam: Sie warben dafür, wählen zu gehen. Denn jede nicht abgegebene Stimme nutze den radikalen Kräften in unserem Land.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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