Vielzahl evangelischer Gemeinschaftsformen
Gemischtwarenladen der Frömmigkeit

Quantitativ und qualitativ gebe es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bei den verschiedenen Gemeinden in Neunkirchen, sagt Pfarrer Elkar. Eine besondere Rolle spielt die Bibel als Heilige Schrift.
  • Quantitativ und qualitativ gebe es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bei den verschiedenen Gemeinden in Neunkirchen, sagt Pfarrer Elkar. Eine besondere Rolle spielt die Bibel als Heilige Schrift.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

sz Neunkirchen. In Orten des Freien Grundes gibt es eine besondere Vielzahl an evangelischen Gemeinschaftsformen, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede Außenstehenden wenig sagen. „Spontan fällt mir nichts dazu ein. Die in den Freikirchen singen und tanzen und sind ungezwungener. Bei der Kirche arbeiten studierte Theologen, bei den Freikirchen sind das Prediger. Die Freikirchen wirken liberal, sind aber viel fundamentalistischer und militanter. Die Leute in den Freikirchen haben ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Alten gehen in die Kirche – die Jungen in die Freikirche.“

Die Aufzählung gibt in O-Tönen einen Ausschnitt der Antworten von Außenstehenden zu ihren Vorstellungen bezüglich der Spielarten des Evangelischen wieder. Im Rahmen der Reihe „Theologie mach AH!“ versuchte Pfarrer Dr. Tim Elkar in seinem Vortrag in der ev. Kirche in Neunkirchen den gordischen Knoten zu entwirren.

Betonung der Unterschiede vorbei

In Neunkirchen gibt es einen besonders konzentrierten Frömmigkeitsgemischtwarenladen an evangelischen Gemeinschaftsformen. Aber was macht genau Baptisten, Brüdergemeinden, Calvary Chapel und ev. Landeskirche aus? In einem jenseits von (Vor-)Urteilen geleiteten Blick wagte Elkar eine Entschlüsselung. „Aus meiner Sicht gibt es quantitativ wie qualitativ mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.“ Aus Gesprächen mit aktuellen Vertretern der unterschiedlichen Gemeinschaftsformen meint der Neunkirchener Pfarrer zudem herausgehört zu haben, dass die unbedingte Betonung der Unterschiede, die früher selbst zu Rissen innerhalb von Familien führten, vorbei sind.

Gemeinsam ist allen Gemeinschaftsformen, dass sie sich (mehr oder weniger) auf die Einsichten der Reformation gründen. Die Göttlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist sei unbestritten. Jesus Christus sei wahrer Mensch gewesn und wahrer Gott und habe durch seinen Tod und seine Auferstehung die Erlösung des Menschen ermöglicht.

Bibel als Heilige Schrift besondere Rolle

Jesus Christus werde auf die Erde wiederkommen. Die Bibel spiele als Heilige Schrift eine besondere Rolle. Zum Glauben gehörten die guten Werke, die je nach Gemeinschaftsform unterschiedlich stark akzentuiert werden. Taufe und Abendmahl erachte man als Sakramente.

Das Gemeindeverständnis ist different zwischen den Gemeinschaftsformen. Eigenständige landeskirchliche Gemeinden seien an die Kirchenordnung der jeweiligen Landeskirche gebunden. Mitglied werde man durch die Säuglingstaufe. Bei den Baptisten habe die Autonomie der einzelnen Gemeinden oberste Priorität. Mitglied werde man in der Regel durch Taufe beim Eintritt.

Auch die Calvary Chapel verzichte auf übergeordnete Leitungsstrukturen. Ein besonderes Kennzeichen der Aufnahme gebe es nicht. Die Brüdergemeinden hätten keine ausgewiesenen Ämter und Hierarchien. Zudem blieben die geschlossenen Brüder eher für sich und lehnten meist die evangelische Allianz ab.

Wie aber könnte die Zukunft aussehen? „Wenn wir als Christen weniger werden, dann sollten wir nicht noch die Häuser vermehren. Die kirchentrennenden Sachen hätten längst überwunden werden können“, schloss Dr. Tim Elkar.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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