Großes Interesse am Gesundheitsforum der SPD

In Neunkirchen: Ausgewogene Konzepte sind unabdingbar

sz Neunkirchen. Zu einer Diskussion zum Thema Gesundheitspolitik hatten die SPD Neunkirchen und der heimische Bundestagsabgeordnete Willi Brase jetzt ins Rathaus nach Neunkirchen eingeladen. Neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern nahmen Vertreter der Ärzteschaft, der AOK und der Politik an der Veranstaltung teil. In seiner Einführung machte der Vorsitzende der SPD-Fraktion Neunkirchen, Heinz Werner Feuring, deutlich, dass die Vielzahl von Vorschlägen zur Reformierung und Einsparung im Gesundheitswesen, die jeden Tag auf den ersten Seiten der Presse zu lesen seien, für »den Bürger zu einem undurchschaubaren Dickicht werden und daher der heutige Abend nicht nur dem Austausch der verschiedenen Interessengruppen, sondern darüber hinaus auch den Versicherten als Information dienen soll«.

Ein von den beiden in Neunkirchen niedergelassenen Allgemeinmedizinern Dr. Martin Müller und Dr. Frank Lohmar vorgestelltes Modell sieht als zusätzliche Säule im Gesundheitswesen eine Beteiligung des Patienten nach dem Verursacherprinzip vor, denn nur so lasse sich die bis heute »hervorragende Versorgung der Patienten in unserem Gesundheitssystem auf Dauer sicherstellen«.

Natürlich müsse auch die Auslastung von Krankenhausbetten und der Diagnostikprozess in den Krankenhäusern auf den Prüfstand. »Hier gibt es sicher Verbesserungsmöglichkeiten, die Kliniken sinnvoll zu Kompetenzzentren auszubauen«, befand Dr. Thomas Gehrke, Chefarzt der Chirurgie im Kreiskrankenhaus Siegen. Eike Hovermann, MdB und Mitglied im gesundheitspolitischen Ausschuss der Bundesregierung, stellte die Vielzahl zu berücksichtigender Aspekte bei einer Gesundheitsreform dar, zum Beispiel eine aussagefähige Chipkarte für die Patienten, die Daten bündelt, damit eine Behandlungskette effizienter und kostengünstiger wird. Hierfür müssten bundesratsfähige Gesetze geschaffen werden, in denen sich die Interessen aller Vertreter widerspiegelten. Die Kompromissfähigkeit sollte sich zu Gunsten der Versicherungsnehmer niederschlagen, aber »dies ist ein Haifischbecken, und das ist noch gelinde ausgedrückt, Piranhas gibt es auch noch«, so Eike Hovermann zu mehrheitsfähigen Beschlüssen.

Willi Brase stellt dazu klar, dass die paritätische Versicherung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber erhalten werden müsse und die Kosten nicht einseitig auf die Versicherten abgewälzt werden dürften. »Die Ausgewogenheit der Kostenverteilung auf alle Beteiligten muss gewährleistet bleiben, sonst verfehlt eine Reform ihr Ziel«, forderte Brase.

»Die Ideen heute abend könnten schon ausreichen, viele Probleme zu lösen, wir müssen über Interessenkonflikte hinausgehen und manchmal auch unliebsame Entscheidungen treffen, ansonsten laborieren und reparieren wir nur an den Symptomen herum«, bilanzierte Bertram Müller, Geschäftsführer der AOK Siegen-Wittgenstein-Olpe den Abend.

Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer beteiligten sich lebhaft an der Diskussion. Für alle Teilnehmer war laut SPD am Ende klar, dass nur eine finanziell ausgewogene Gesundheitsreform das qualitativ hohe Gesundheitssystem für alle erhalten könne.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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