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Westnetz stellt von L-Gas auf H-Gas um
Hickengrund gibt Gas

Neues Gas für den Hickengrund: Stephan Birtner, Bernhard Baumann Thomas Leyener und Christian Müller (v. l.) bei der Präsentation an der Gasnetzstation in Zeppenfeld.
  • Neues Gas für den Hickengrund: Stephan Birtner, Bernhard Baumann Thomas Leyener und Christian Müller (v. l.) bei der Präsentation an der Gasnetzstation in Zeppenfeld.
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carlo Neunkirchen. Thomas Leyener hat die frohe Kunde mit zur Gasnetzstation in Zeppenfeld gebracht. „Es hat anscheinend alles geklappt“, lacht der Fachbereichsleiter im Burbacher Rathaus, „bei uns hat es keine Anrufe gegeben.“ Leyeners Aussage hat Gewicht, schließlich ist am Dienstag morgen das neue Erdgas H (H-Gas) als erstes im Siegerland in den Haushalten im Hickengrund angekommen.

Wirklich überraschend ist das nicht. Jedenfalls nicht für Stephan Birtner, bei der Westnetz GmbH Leiter der Betriebssteuerung im Gasnetz, und Christian Müller, Leiter des Westnetz-Gasbetriebs Süd. Sie sind zuständig für die Anlage im Wald oberhalb der Lindenstraße in dem Neunkirchener Ortsteils. Sie haben zwei Jahre diesen 6.

carlo Neunkirchen. Thomas Leyener hat die frohe Kunde mit zur Gasnetzstation in Zeppenfeld gebracht. „Es hat anscheinend alles geklappt“, lacht der Fachbereichsleiter im Burbacher Rathaus, „bei uns hat es keine Anrufe gegeben.“ Leyeners Aussage hat Gewicht, schließlich ist am Dienstag morgen das neue Erdgas H (H-Gas) als erstes im Siegerland in den Haushalten im Hickengrund angekommen.

Wirklich überraschend ist das nicht. Jedenfalls nicht für Stephan Birtner, bei der Westnetz GmbH Leiter der Betriebssteuerung im Gasnetz, und Christian Müller, Leiter des Westnetz-Gasbetriebs Süd. Sie sind zuständig für die Anlage im Wald oberhalb der Lindenstraße in dem Neunkirchener Ortsteils. Sie haben zwei Jahre diesen 6. Juli vorbereitet, an dem der Wechsel bei der Gasversorgung von Erdgas L (L-Gas) auf Erdgas H in Neunkirchen und Burbach über die Bühne gehen sollte.

In 5500 Haushalten neue Gasdüsen

Kurz nach 8 Uhr in der Frühe erreichte die neue Variante des flüssigen Brennstoffs durch die „Frankfurt-Leitung“ von Haiger aus zunächst Burbach, eine Stunde später die Station in Zeppenfeld. In 5500 Haushalten und bei 29 Industriekunden mussten neue Gasdüsen an den Geräten eingebaut werden, erklärt Bittner, weil die Flammen von H-Gas eben heißer brennen.

In Haushalten sind beispielsweise Herde, Thermen oder gasbetriebene Wäschetrockner betroffen, in Unternehmen Zinkbäder wie bei der Firma MHP in Holzhausen, Glühöfen, Deckenstrahler oder auch Duschanlagen in Sanitärräumen.

"Der Preis wird steigen,
aber der Verbrauch wird sinken."

Stephan Birtner
Westnetz GmbH

Größter Industriekunde von Westnetz in Neunkirchen sind die Schäfer-Werke. Wenige Geräte sind für den Austausch nicht geeignet. Nur fünf Haushalte hätten sie für die Umstellung nicht erreicht, sagt Birtner. Mit weitreichenden Konsequenzen: „Da mussten wir aus Sicherheitsgründen das Gas sperren.“
Die Vorkommen an L-Gas vornehmlich in den Niederlanden gingen allmählich zur Neige, sagt Birtner. Deshalb werde nun auf H-Gas umgestellt. Das kommt aus Skandinavien und Russland. H-Gas enthält mehr Methan als L-Gas und hat einen um rund zehn Prozent höheren Brennwert.

Gas-Umstellung kostet rund 100 Millionen Euro

Die Umstellung im gesamten Westnetz-Gebiet in Südwestfalen kostet rund 100 Millionen Euro. Kosten, die nicht von den Kunden bezahlt werden müssen, sondern von der Bundesnetzagentur.

Am Preis ändere sich für die Kunden jedoch nichts, betont Birtner: „Der Preis wird steigen, er wird nach dem Brennwert berechnet.“ Andererseits werde der Verbrauch dank des verbesserten Brennwerts sinken. Ein Nullsummen-Spiel für den Verbraucher. Profitieren wird die Umwelt: „Weniger Verbrauch bedeutet auch weniger Kohlendioxid in der Atmosphäre.“

Siegen und Netphen im April 2022 dran

Für Siegen sowie die Kernstadt von Netphen bis nach Brauersdorf bereiten die Siegener Versorgungsbetriebe (SVB) die Umstellung an zwei Terminen im April 2022 vor. Betroffen seien rund 33000 Anschlüsse, sagt der Technische Prokurist der SVB, Bernd Dieter Ferger, auf Anfrage. In Kirchhundem, Wenden, Lennestadt und Drolshagen stellt wiederum Westnetz Mitte 2022 um. Freudenberg mit seinem Netzbetreiber Rhenag ist ebenfalls 2022 an der Reihe.

Das Wittgensteiner Land ist in Sachen H-Gas übrigens dem Siegerland weit voraus. Seit vielen Jahren schon werden die Haushalte in Bad Berleburg, Erndtebrück und Bad Laasphe mit H-Gas versorgt, sagt Müller. Die Wittgensteiner Gemeinden werden schon immer aus Richtung Osten beliefert, das restliche Kreisgebiet aus westlicher liegenden Vorkommen. Der Rothaarkamm ist offenbar nicht nur eine Wasserscheide bei Sieg und Eder, augenscheinlich auch eine Gasscheide zwischen West und Ost.

Gelungene Umstellung auf das H-Gas

Einmal bei den Energie-Experten vor Ort, hatte auch Bernhard Baumann an der Gasnetzstation in Zeppenfeld eine Frage, aber eher privater Natur. Neunkirchens Bürgermeister wollte wissen, was denn bei ihm daheim beim Gas-Kamin zu tun sei. Birtner beruhigte ihn: „In einem neuen Haus könnte die Düse schon für L- und H-Gas ausgelegt sein.“

Betriebsleiter Müller kann unterdessen nach der ersten gelungenen Umstellung zuversichtlich in die Zukunft schauen. Er wohnt in Wilnsdorf, und für die Gemeinde am Fuße der Kalteiche steht, ebenso wie für Hilchenbach, Kreuztal und die restlichen Ortsteile von Netphen, das H-Gas für Frühjahr 2022 in seinem Aufgabenheft. Insgesamt werden dann 17 500 Haushalte umgestellt.

Heizung umrüsten? Was Sie wissen müssen Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitungszeit fließt nun H-Gas statt L-Gas durch die Leitungen der Neunkirchener und Burbacher Gasgeräte. Für die Umstellung mussten rund 5500 Modelle angepasst werden (siehe Hauptbericht). Was dabei genau zu erledigen war und wer die Kosten dafür trägt, weiß Karl-Friedrich Bublitz, Obermeister der Fachinnung Sanitär-Heizung-Klima (SHK) Siegen-Wittgenstein. „Bei vielen Geräten wurden die Düsen ausgetauscht“, erklärt Bublitz. Moderne Gerätschaften stellten sich sogar von ganz allein auf das neue Gas ein. Doch nicht bei allen Anlagen sei die Umrüstung so unkompliziert verlaufen: „Zum Teil waren die Geräte einfach zu alt, die Typenschilder nicht mehr vorhanden oder es gab den Hersteller nicht mehr“, erläutert der Obermeister. Des Öfteren habe dann ein komplett neues Gerät angeschafft werden müssen. Die Kosten seien (größtenteils) vom Verbraucher selbst zu tragen. Aber: Die neuen Modelle seien deutlich sparsamer als die älteren, betont Karl-Friedrich Bublitz. Die Umstellung habe jedoch keine Ersparnis auf der Jahresendabrechnung zur Folge. „H-Gas hat einen höheren Heizwert, dadurch braucht man von der Menge zwar weniger“, erläutert der Fachmann, „aber abgerechnet wird in Kilowatt. Unterm Strich zahlt man dasselbe.“
Autor:

Carsten Loos

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