Sozialminister Karl-Josef Laumann zeichnet Projekt aus
"Hilda" ist Leuchtturm in der Seniorenarbeit

Die Gemeinde Neunkirchen hat einen Preis für ihr Projekt „Hilda“ bekommen. Melanie Schmidt fährt zu Seniorinnen und Senioren, die Hilfe benötigen.
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  • Foto: Gemeinde
  • hochgeladen von Marc Thomas

ap Neunkirchen. Mit fortschreitendem Alter brechen die sozialen Kontakte immer weiter weg. Und auch Corona trägt seinen Teil dazu bei: keine Vereinstreffen, keine Veranstaltungen, kein Kaffeeklatsch. Viele ältere Menschen fühlen sich allein, drohen zu vereinsamen. Dabei wünschen sie sich doch nur, dass jemand ein bisschen Zeit mit ihnen verbringt oder sie bei ganz alltäglichen Dingen unterstützt – kurzum: Sie wollen einfach ein wenig Hilfe daheim.

Hilfe daheim – dafür steht die Abkürzung „Hilda” und meint ein Projekt in der Gemeinde Neunkirchen, bei dem sich Senioren kostenlos und unverbindlich Unterstützung einfordern und dadurch wieder aktiv am Leben teilhaben können.

"In der Regel macht ,Hilda’
in der Woche fünf bis sechs Besuche."

Bettina Großhaus-Lutz
Senioren-Beraterin in Neunkirchen

Für dieses Angebot wurde die Initiative aus dem südlichen Siegerland jetzt sogar von Sozialminister Karl-Josef Laumann im Rahmen von „NRW – hier hat alt werden Zukunft“ ausgezeichnet. „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet”, zeigt sich Bettina Großhaus-Lutz von der Neunkirchener Senioren-Service-Stelle völlig überrascht. Gesucht wurden Angebote in Städten und Gemeinden, die zeigen, wie vielfältig das ehrenamtliche Engagement von und für ältere Menschen in Nordrhein-Westfalen ist. Knapp 100 Vorschläge wurden in den vergangenen Monaten beim Ministerium eingereicht.

"Hilda" ist ein Vorzeigeprojekt

„Es haben sich so viele Städte mit großen Anlaufstellen und Generationennetzwerken beworben”, weiß die Sozialpädagogin. „Wir hingegen sind eine relativ kleine Kommune mit nur 14 000 Einwohnern. Ich hätte nicht gedacht, dass wir da überhaupt berücksichtigt werden.” Aus Sicht der Fachjury scheint das aber gar keine Rolle zu spielen. „Hilda” trifft den Nerv beziehungsweise die Bedürfnisse der Zeit und ist damit ein Vorzeigeprojekt, das auch für andere Kommunen einen Anreiz schaffen könnte, selbst aktiv zu werden.

„Aber wie kommen die Leute eigentlich dahinter, dass es Angebote für sie gibt?”, fragt Minister Laumann. Ganz einfach. Auch darauf bietet „Hilda” eine Antwort: Die Kontakt- und Vermittlerperson Melanie Schmidt informiert, stellt erste Kontakte her und kümmert sich dabei ganz besonders um alleinstehende ältere Menschen aus der Region.

Durchgehender Kontakt während Pandemie

Und der Bedarf ist da: „In der Regel macht ,Hilda’ in der Woche fünf bis sechs Besuche”, erklärt Großhaus-Lutz. Während der Pandemie-Zeit hätten die persönlichen Treffen zwar nicht stattfinden können – einen durchgehenden Kontakt per Telefon habe es aber immer gegeben. „Unsere Hilda hat regelmäßig angerufen und nachgehört, ob alles in Ordnung ist”, versichert die Senioren-Beraterin.

15 Gewinner gekürtBei der Auswahl der 15 Gewinner hat sich die Jury auf verschiedene Kategorien berufen, deren Übergänge teils fließend sind. Ausgezeichnet wurden beispielsweise Projekte, die der Alltagshilfe dienen oder eine persönliche Begegnung ermöglichen. Prämiert wurden zudem Netzwerkangebote, aber auch Treffpunkte und Plattformen, die den Austausch fördern – wie zum Beispiel das Projekt „Gemeinsam schmeckt es besser”, bei dem zusammen gekocht und gegessen wird. Auch Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in Form von Sport, kultureller Teilhabe oder Handarbeit sowie Lern-, Informations- und Beratungsangebote wurden als Kriterien zur Auswahl der Preisträger herangezogen.
Autor:

Alexandra Pfeifer

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