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NRW-Minister Pinkwart in Neunkirchen
Innovationen die Antwort auf "alles"

Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart zeigt an, wohin es in Zukunft bei den Mega-Trends Globalisierung, Digitalisierung, Klimaschutz und Demographie geht.
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tile Neunkirchen. Prominenter Besuch im Otto-Reiffenrath-Haus: Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, war der Einladung der Gemeindeverwaltung gefolgt und hielt am Freitagabend einen Gastvortrag zum Jahresempfang für und vor Neunkirchens Wirtschaft und Einzelhandel. Darin setzte sich der promovierte Volks- und Betriebswirtschaftler, der von 1998 bis 2002 auch an der Universität Siegen lehrte, insbesondere mit den Themen Innovation und Digitalisierung auseinander.

"Ouvertüre" vom zweitbesten Chor im Westen
Nach zwei Liedern des „zweitbesten Chores im Westen“, des Frauenensembles Encantada, des „Chors der Herzen“, wie Bürgermeister Dr.

tile Neunkirchen. Prominenter Besuch im Otto-Reiffenrath-Haus: Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, war der Einladung der Gemeindeverwaltung gefolgt und hielt am Freitagabend einen Gastvortrag zum Jahresempfang für und vor Neunkirchens Wirtschaft und Einzelhandel. Darin setzte sich der promovierte Volks- und Betriebswirtschaftler, der von 1998 bis 2002 auch an der Universität Siegen lehrte, insbesondere mit den Themen Innovation und Digitalisierung auseinander.

"Ouvertüre" vom zweitbesten Chor im Westen

Nach zwei Liedern des „zweitbesten Chores im Westen“, des Frauenensembles Encantada, des „Chors der Herzen“, wie Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann die Sängerinnen nannte, begrüßte der Verwaltungschef die zahlreichen Gäste. Unter ihnen Landrat Andreas Müller, Bundestagsabgeordneter Volkmar Klein (CDU) und IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener, die sich das Gastspiel des Ministers nicht entgehen lassen wollten. Vor seinem Vortrag hatte der FDP-Politiker die Schäfer-Werke auf dem Pfannenberg besucht.

Vier Mega-Trends fordern Weichenstellungen

In seinem kurzweiligen wie fundierten Beitrag nannte Pinkwart vier Mega-Trends die größte Herausforderung der nächsten Jahre: Globalisierung, Digitalisierung, Klimaschutz und Demografie. Im Grunde also „alte Bekannte“, die zuletzt aber unter neuen Rahmenbedingungen zu sehen seien. Er begann mit einer Bilanz: In den vergangenen zehn Jahren habe es Deutschland gar nicht schlecht gemacht. Zu verdanken sei dies u. a. Gerhard Schröder und der Agenda 2010, die zum Teil das umgesetzt habe, was die Liberalen bereits seit Mitte der 90er-Jahre gefordert hatten. Die SPD habe es indes versäumt, zu der Agenda zu stehen – auch das habe zu der aktuell schwierigen Situation der Genossen geführt.

Politiker mit dem Herz eines Wissenschaftlers

Nach dieser im Grunde versöhnlichen politischen Brücke schlüpfte der Politiker Pinkwart in seine andere „Rolle“, die er noch authentischer ausfüllt: in die des Wissenschaftlers. Engagiert und nachvollziehbar beschrieb er, ganz Dozent, die besondere Charakteristik der Globalisierung anno 2020: die Exponentialität der Wissensentwicklung. Es gebe immer mehr „neues Wissen in kürzerer Zeit“ – und zwar durch permanenten Austausch und ständige Verfügbarkeit von Informationen. Dazu komme die zunehmende Miniaturisierung (von Technik) und Dematerialisierung (mieten statt kaufen und Sharing-Modelle).

Klimawandel ebenso Fakt wie Fachkräftemangel

Dass materielle Ressourcen immer knapper würden, könne niemand leugnen, man müsse sparsamer mit ihnen umgehen. Nicht indem man nicht mehr am Leben teilnehme, sondern durch Weiterentwicklung. „Wir müssen Fußabdrücke bei Innovationen, nicht bei Emissionen hinterlassen.“ Und die Probleme, die der Fachkräftemangel quasi im Fahrwasser des demografischen Wandels verursache, seien ohnehin bekannt (und anerkannt).

Die Antwort lautet: Innovationen

Die Lösung? „Auf alle vier Mega-Trends gibt es nur eine Antwort: Innovation!“, sagte Pinkwart. Vor allem die Digitalisierung müsse man hier als ein Werkzeug für Innovation begreifen und Hemmungen ablegen. Mit dem Optimismus des Wissenschaftlers, allerdings unter der Annahme idealisierter Voraussetzungen, blickte er in die Zukunft. Als blauäugiger Träumer entlarvte er sich indes nicht. Dem Minister ist bewusst, dass der Erhalt und die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft als Erfolgsmodell nur gelingen könne, wenn man (die Politik) die notwendigen Bedingungen schaffe.

Investition in Bildung das A und O

Die aus seiner Sicht zu gestaltenden „Kernvoraussetzungen“ nannte er sogleich beim Namen: „Weiter priorisiert in die Bildung und die Weiterbildung investieren.“ Angefangen in den Kitas und Grundschulen, den „wichtigsten Einrichtungen“, die es gebe bei der Aufgabe, „Kinder auf die neue Welt“ vorzubereiten. Denn die Digitalisierung sei die nächste Kulturtechnik. Und: Über lebenslanges Lernen spreche man schon lange, aber die Umsetzung habe man noch nicht geschafft. Es sei erforderlich, berufliche und akademische Bildung weiter zu verzahnen. Ziel sei eine „berufliche Qualifizierung auf Spitzenniveau“.

Anerkennungs- statt Neidkultur

Dafür brauche es auch den regional verwurzelten, aber weltoffenen Mittelstand, dem er im Übrigen mit Blick auf die jüngste Zuwanderungswelle eine große Integrationsleistung attestierte.
Um „beste Bildung, beste Forschung und Wissenstransfer sowie beste Chancen für Innovationen im Mittelstand“ zu erreichen, müsse aber auch Anerkennungskultur gepflegt werden, die Pinkwart gegen die aktuelle Neidkultur setzte. Dafür und für einen unterhaltsamen, weil wenig politischen Vortrag, der eher wie eine Seminarstunde anmutete, erntete der Minister viel Beifall und Sympathien.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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