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Algorithmus von Simon Plasger hilft in Corona-Zeiten
Kirchenbank online "buchen"

Simon Plasger hat in 40 Arbeitsstunden einen Algorithmus geschrieben, mit dem sich die Kirchenbänke in Neunkirchen in Pandemie-Zeiten optimal und Corona-gerecht besetzen lassen.	Foto:
  • Simon Plasger hat in 40 Arbeitsstunden einen Algorithmus geschrieben, mit dem sich die Kirchenbänke in Neunkirchen in Pandemie-Zeiten optimal und Corona-gerecht besetzen lassen. Foto:
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

roh/tile Neunkirchen. Auch während des Lockdown-Light sind Gottesdienste weiter erlaubt – unter verschärften Corona-Bestimmungen. Das bedeutet einen hohen organisatorischen Aufwand. Die Kirchengemeinden sind daher froh, wenn engagierte Menschen in den eigenen Reihen pfiffige Ideen haben und komfortablere Lösungen schaffen. So etwa in Neunkirchen. Presbyter Simon Plasger schrieb einen Algorithmus als Web-Programmierung, um die Kirchenbänke unter Einhaltung der Abstandregeln optimal zu besetzen. In den drei Kirchen in Neunkirchen ist es jetzt möglich, sich online über die Seite der Kirchengemeinde einzubuchen und per E-Mail einen Platz zugewiesen zu bekommen.

roh/tile Neunkirchen. Auch während des Lockdown-Light sind Gottesdienste weiter erlaubt – unter verschärften Corona-Bestimmungen. Das bedeutet einen hohen organisatorischen Aufwand. Die Kirchengemeinden sind daher froh, wenn engagierte Menschen in den eigenen Reihen pfiffige Ideen haben und komfortablere Lösungen schaffen. So etwa in Neunkirchen. Presbyter Simon Plasger schrieb einen Algorithmus als Web-Programmierung, um die Kirchenbänke unter Einhaltung der Abstandregeln optimal zu besetzen. In den drei Kirchen in Neunkirchen ist es jetzt möglich, sich online über die Seite der Kirchengemeinde einzubuchen und per E-Mail einen Platz zugewiesen zu bekommen.

Stau bei Datenerfassung

Nach der Wiedereröffnung der Kirchen im Mai hatte man in Neunkirchen die Datenerfassung der Gottesdienstbesucher vor Ort über Zettel organisiert. „Das hat bei manchmal über 100 Besuchern zu Staus geführt. Ich habe mir gedacht: Das muss schneller gehen“, beschreibt Simon Plasger den Auslöser. Gesagt, getan. Während seines Urlaubs machte es sich der Informatiker im heimischen Garten gemütlich und schrieb in etwa 40 Arbeitsstunden den Algorithmus. Für die Umsetzung mussten zudem Daten der drei Neunkirchener Kirchen erfasst werden: Nummern der Kirchenbänke, deren Länge, Positionsbeschreibungen und ob sie oben oder unten in der Kirche stehen.

Anmeldung übers Internet

So funktioniert es: Der Besucher meldet sich über das Internet (möglichst eine Woche im Voraus) mit der gewünschten Personenzahl (Mitglieder eines Haushalts) an. 80 Prozent der Corona-bedingt zur Verfügung stehenden Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung von vorn nach hinten vergeben, die Personendaten werden erfasst.
Beispiel: Ein Ehepaar möchte den Gottesdienst am folgenden Sonntag besuchen und dabei unten im Kirchenschiff sitzen. Der Algorithmus sucht die nächste verfügbare Bank, in der ein Meter Platz ist (pro Platz und Person sind 50 Zentimeter vorgesehen) und rechnet: Banklänge (z. B. 4,50 Meter) abzüglich des verbuchten Platzes minus 1,50 Meter Abstand. Das ergibt einen Rest-Platz auf der jeweiligen Bank von 2 Metern, der weiterhin zur Verfügung steht. Je nach Besucherstruktur finden zwischen 88 (nur Einzelpersonen angemeldet) und 250 Besucher (wenn jede Bank optimal genutzt wird) in der Neunkirchener Kirche einen Platz.

QR-Code einscannen

Per E-Mail meldet der Algorithmus die vergebenen Plätze an die potenziellen Besucher. Das Ticket im Anhang der Mail kann man ausdrucken oder auf dem Smartphone vorzeigen. Vor Ort wird der QR-Code beim angemeldeten Kirchenbesuch eingescannt. Damit ist das Ehepaar aus dem Beispiel registriert und das Gesundheitsamt für vier Wochen in der Lage, die Struktur der Besucher nachzuverfolgen, ehe die Daten wieder gelöscht werden.
20 Prozent der Plätze sind für Spontanbesucher am Gottesdienst-Tag zurückgestellt (und ab 45 Minuten vor Beginn auch online buchbar), bei denen manuell die Daten erfasst, eingescannt und ein Platz im Einbahnstraßenverfahren zugewiesen wird, um anhand der Bogennummer die Nachverfolgbarkeit realisieren zu können.

Keine freie Platzwahl

„Im Durchschnitt haben wir jetzt 60 Voranmeldungen online und 20 bis 30 weitere vor Ort“, nennt Simon Plasger das aktuelle Verhältnis digitale Registrierungen zu Spontanbesuchen, der „Offline“-Variante, wie er es nennt. Die freie Platzwahl gibt es nun nicht mehr, das hat einige treue Kirchgänger zunächst gestört. „Aber als wir ihnen erklärt haben, dass so mehr Leute an den Gottesdiensten teilnehmen können, haben sie es akzeptiert.“
Simon Plasger hat für die ev. Kirchengemeinde Neunkirchen also ein Instrument geschaffen, das mit wenig Aufwand eine optimale Besucherzahl unter Einhaltung der Corona-Regeln unterbringt. Das blieb anderen Kirchengemeinden natürlich nicht verborgen. Einige informelle Gespräche hätten bereits stattgefunden, sagt der Zeppenfelder. Konkret plane aber noch keine Kirchengemeinde, seinen Algorithmus zu übernehmen.

Anmeldung für Weihnachtsgottesdienst ab 3. Advent

Inklusive Einweisung sei das eine Sache von zwei Abenden, sagt Simon Plasger. Erforderlich seien lediglich ein QR-Code-Scanner, WLAN in der Kirche und ein Server, auf dem die persönlichen Daten der Besucher zur Nachverfolgung für das Gesundheitsamt temporär gespeichert werden können. Vorab müssten natürlich auch die Kirchen bzw. Bänke vermessen, ausgezeichnet und erfasst werden.
Übrigens: Für die sieben Gottesdienste an Heiligabend in Neunkirchen und Salchendorf kann man sich ab dem 3. Advent online anmelden, in diesem Fall wird es auch keine 20 Prozent Reserveplätze geben. Wer keinen Onlinezugang hat, hat die Möglichkeit, sich ebenfalls am 3. Advent telefonisch im Pfarrbüro anzumelden, empfiehlt Simon Plasger.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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