Drei junge Turmfalken
Mächtig Spektakel im Gebälk

Auch wenn die Jungen das Nest verlassen haben, werden sie noch eine Weile von den Eltern begleitet und gefüttert.
  • Auch wenn die Jungen das Nest verlassen haben, werden sie noch eine Weile von den Eltern begleitet und gefüttert.
  • Foto: Friedhelm Adam
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

adaf Struthütten. Turmfalken bevorzugen hochgelegene Brutplätze und brüten deshalb oft an und in Gebäuden mitten in Städten und Dörfern – unbemerkt von vielen Menschen. In seiner Heimatgemeinde Neunkirchen sind dem Naturfotografen und Ornithologen Friedhelm Adam lediglich zwei Bruten in hohen Gebäuden bekannt. Wählerisch sind die Falken bei der Auswahl ihrer Brutmöglichkeiten im Hellertal nicht. So werden Strommasten, alte Krähennester, Beleuchtungsmasten von Skipisten und sogar lange Zeit ein Baukran im Industriegebiet ausgewählt. In diesem Jahr aber suchte ein Turmfalkenpaar offensichtlich mehr Komfort und „buchte“ sich in ein Haus an der lärmenden Hauptverkehrsader im Ortsteil Struthütten ein.

28 Tage Brutzeit

Bereits Ende April hatte ein aufmerksamer Beobachter den Turmfalken in das Loch eines Hausgiebels fliegen sehen. Ende Mai, nach der langen Brutzeit des Falken von circa 28 Tagen, beschloss Adam nachzusehen, ob der Speicherboden des Einfamilienhauses in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gesagt, getan. Bäuchlings kletterte er auf den engen Speicher zur Giebelöffnung und entdeckte zwei kürzlich geschlüpfte Jungvögel und außerdem zwei weitere braunweiße Eier. Die Giebelöffnung zur Straße entpuppte sich als perfekte Brutstätte für den Turmfalken.

In der Brutzeit sind die Turmfalkenmännchen allein für die Ernährung des Weibchens verantwortlich und brüten auch nicht. Die Nahrung der Falken besteht vorwiegend aus Feldmäusen und anderen Wühlmäusen. Auf der Speisekarte stehen aber auch kleinere Vögel, darüber hinaus Eidechsen und Insekten, vor allem Käfer und Heuschrecken, und ebenso gelegentlich Regenwürmer.

Der Lockruf des Turmfalkenmännchens bei Anlieferung der gefangenen Beute ist ein lautes „Kikikiki“. Diese Laute waren trotz des enormen Fahrzeuglärms an der vielbefahrenen Hauptstraße nicht zu überhören und so wurden auch die Nachbarn auf das Spektakel bei den Fütterungen aufmerksam. Die interessierten Nachbarn vermuteten allerdings eine Eulenbrut.

Schwerarbeit für den Vogelvater

Generell muss der männliche Falke, der „Falkenterzel“, schwer arbeiten, um die hungrigen Jungvögel zu versorgen. Ein etwas älterer Nestling braucht etwa drei Mäuse pro Tag. Und somit benötigte auch diese Brut in Struthütten etwa 15 bis 20 Mäuse pro Tag.

Unterstützung bekommt der Falkenterzel erst nach etwa 14 Tagen durch das Weibchen, da es dann mit der Zerkleinerung der Beute im Nest für die Jungen aufhört und dem Männchen bei der Jagd hilft. Insgesamt werden die Jungvögel vier Wochen im Nest gefüttert. Sobald sie das Nest verlassen haben, werden sie weitere vier Wochen von den Eltern begleitet und gefüttert. Danach aber verlassen sie ihren Geburtsort und suchen sich ein eigenes Revier.

Kommt das Pärchen wieder?

Nach nun zweieinhalb Monaten ist das Spektakel unterm Dach wieder vorbei. Was bleibt, ist die Überlegung, wie man den Neststandort erhalten kann, ohne dass Speicher und Giebelwand beschmutzt werden, denn die Turmfalken bei uns in Mitteleuropa sind überwiegend Standvögel und könnten eventuell nächstes Jahr wieder dort brüten.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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